Rund um den Brustring
·10 gennaio 2026
Eiskalt

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·10 gennaio 2026

Frost und Schnee haben Deutschland und auch die Bundesliga im Griff, zwei Spiele fielen dem aktuellen Tief gar zum Opfer. Eiskalt präsentiert sich auch der Verein für Bewegungsspiele bei einem lang erwarteten Auswärtssieg in Leverkusen, bei dem die Mannschaft den Gegner mindestens eine Halbzeit lang ebenfalls komplett im Griff hat.
Früher, als ich noch jung war und mir in den Winterferien die Hallenmasters zu Gemüte geführt habe, hatte der VfB am 10. Januar vielleicht grade im Halbfinale des Hallenturniers in Meppen gegen Gütersloh den Kürzeren gezogen. Aber nicht im Jahr 2025. Eingequetscht zwischen Klub-WM und Länder-WM, also zwischen der einen FIFA-Gelddruckmaschine und der anderen, muss ja auch noch die unaufregende Liga gespielt werden. Also bereitet man sich direkt nach dem Neujahrskater schon auf das erste Restrundenspiel vor — denn dass die Hinrunde der Bundesliga mal vor Weihnachten abgeschlossen ist, gehört auch schon lange der Vergangenheit an. So fallen dann eben zwei von neun Bundesliga-Spielen aus, wenn der Klimawandel mal wieder voll durchschlägt. Und der VfB? Der friert den alten Angstgegner aus Leverkusen einfach in der eigenen Schuhschachtel ein.
Der Jahr 2025 war ja mit dem Kantersieg in Bremen und dem Unentschieden gegen den Tabellennachbarn von der A6 ganz ordentlich abgeschlossen worden, aber natürlich weißt Du nie, wie Deine Mannschaft aus der Pause kommt und sei sie noch so kurz. Und dann noch die ganzen Verletzten, sieben an der Zahl, die sich aber bei näherer Betrachtung vor allem auf die Abwehr auswirkten. Als wolle der VfB diesen Umstand wettmachen, jagten die Brustringträger den Gegner vom Anpfiff weg über den ganzen Platz und überließen ihnen ganz untypisch knapp zwei Drittel des Ballbesitzes. Außer zwei Torschüssen bekamen die Hausherren aber mit dem Spielgerät nicht besonders viel hin. Der VfB hingegen belohnte sich für seine Intensität und hatte diesmal auch die nötige Effizienz: Leweling nach einem feinen Steckpass von Undav sowie mal wieder aus der Distanz, Mittelstädt — mittlerweile vom Punkt eine Bank — und Undav stellten einen schier unvorstellbaren Halbzeitstand von 4:0 her.
Besonders bemerkenswert finde ich dabei den letzten Treffer. Bekanntermaßen kann man ja gegen Leverkusen gar nicht genug Tore schießen, um zu gewinnen. Der VfB ließ sich nach dem 2:0 nicht zurückfallen und nutzte direkt nach dem vorentscheidenden 3:0 die Leverkusener Unsortiertheit, um komplett den Deckel draufzumachen. So gnadenlos, so eiskalt hat man uns selten in der Vergangenheit gesehen, vor allem gegen eine Mannschaft dieser Qualität. Denn dieser Jahresstart hätte durchaus auch das Potenzial gehabt, mit schlechten Ergebnissen gegen die direkten Konkurrenten um Europa direkt in die Hose zu gehen. Sieht man aber die Torgefährlichkeit des VfB und die Anfälligkeit der Eintracht für Gegentore, dann kann man sich auch zum Hinrundenabschluss am Dienstag etwas ausrechnen. Zumal wenn man auf die zweite Halbzeit gegen Leverkusen blickt.
Denn natürlich ist ein VfB-Spiel in Leverkusen auch mit einer 4:0‑Führung noch nicht entschieden — zumindest nicht im Kopf. Bis auf einen Elfmetertreffer von Grimaldo nach einem leichtsinnigen Foul von Chabot im Strafraum wurden die Gastgeber unserer Mannschaft aber nicht mehr gefährlich. Das lag natürlich auch an einem erneut sehr überzeugenden Nübel, der die leichte Schwächephase seiner Vorderleute ausbügelte. Zwar häuften sich nach der Pause leichte Ballverluste, kam der VfB kaum noch gefährlich vors gegnerische Tor, wechselte Sebastian Hoeneß gar defensiv — bei einer Führung mit vier und später drei Toren und einem weiteren Spiel in drei Tagen aber so verkraftbar wie nachvollziehbar. Außerdem verteidigte die Mannschaft das Tor genauso leidenschaftlich, wie sie den Gegner vor der Pause gepresst hatte. Und so holt man dann eben am 16. Spieltag endlich auch mal drei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten aus dem oberen Tabellendrittel.
Mit dem Sieg in Leverkusen, vor allem in dieser Deutlichkeit, setzt der VfB das erste Statement dieses Fußballjahres — nicht mehr und nicht weniger — und schiebt sich auch in der Liga in eine gute Ausgangsposition, nachdem man ja schon in den Pokalwettbewerben Vorarbeit geleistet hat. Es stehen anstrengende und wegweisende Wochen an, die wir mit der gleichen Intensität angehen sollten wie dieses Spiel. Auch wenn es dann hoffentlich langsam etwas wärmer wird.
Titelbild: © Lars Baron/Getty Images
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