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·20 marzo 2026
"Enorm wichtig": Großer Hansa-Jubel, aber auch Schiri-Ärger

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Durch den Auswärtssieg in Wiesbaden hat sich der F.C. Hansa Rostock vorerst auf den zweiten Tabellenplatz vorgeschoben und zudem einen direkten Konkurrenten distanziert. Trainer Daniel Brinkmann jubelte nach Spielende emotional, übte wegen zwei Entscheidungen allerdings auch Kritik am Schiedsrichter. Dieser äußerte sich anschließend.
In der ersten Minute der Nachspielzeit war allen, die es mit der Kogge halten, das Herz in die Hose gerutscht, als Wiesbadens Schleimer plötzlich frei vor dem leeren Tor stand, den Ball dann aber an den Außenpfosten setzte. Es wäre der Treffer zum 1:1 gewesen, doch so hatte das 1:0 auch mit Abpfiff noch Bestand, was Trainer Daniel Brinkmann zu einem emotionalen Jubel veranlasste. Erst machte er einen Luftsprung, dann lief er zu seinen Co-Trainern, bildete mit diesen einen Kreis und hüpfte mit ihnen auf und ab. "Wenn du 25 Minuten überleben musst – teilweise mit Glück, teilweise mit Hingabe und Leidenschaft -, dann bist du schon mal kurz emotional", sagte der 40-Jährige am "MagentaSport"-Mikrofon. "Da ist es dann aus mir rausgekommen, weil es schon ein geiler und enorm wichtiger Sieg gewesen ist. Auch in der Art und Weise, wie er zustande gekommen ist."
Denn nachdem Carstens in der 65. Minute für ein Foulspiel gegen Hübner die rote Karte gesehen hatte, war Hansa in der Schlussphase ein Spieler weniger. An der Rechtmäßigkeit des Platzverweises hatte der Hansa-Coach, der sich auch über den ausbleibenden Pass von Carstens ärgerte, jedoch starke Zweifel: "Er zieht total zurück, hat keine offene Sohle und spielt den Ball sogar noch. Das ist niemals eine rote Karte." Schiedsrichter Wolfgang Haslberger begründete die Entscheidung am Mikrofon damit, dass Carstens "in einem extrem hohen" Tempo in die Situation gegangen sei und sich den Ball zu weit vorgelegt habe. "Für mich war die Gesamtdynamik in dieser Szene gesundheitsgefährdend." Dass er Hübner nicht mit offener Sohle getroffen habe, sei dann "nicht entscheidend" gewesen. Entsprechend fühle er sich mit der Entscheidung, hier Rot gezeigt zu haben, "schon wohl".
Umstritten war auch die gelbe Karte gegen Fatkic, der im Anschluss an seinen bereits nach vier Minuten verwandelten Elfmeter direkt vor den Wiesbadener Fans gejubelt hatte. Brinkmann bezeichnete diese Verwarnung als "absoluten Witz" und verwies darauf, dass das Tor nunmal vor der Kurve von Wiesbaden gefallen sei. "Er posiert ein bisschen, macht aber keine provokative Geste. Dafür dann Gelb zu geben, finde ich schon spannend", so der Hansa-Coach. "Ich habe ihn (Fatkic; d. Red.) auch gefragt und er hat gesagt, dass er gar nicht wisse, was er falsch gemacht habe." Zudem betonte Brinkmann, dass der Jubel nicht den Wiesbadener Fans, sondern dem Social-Media-Team der Kogge gegolten habe, die hinter dem Tor mit einer Kamera unterwegs waren. Auch SVWW-Coach Daniel Scherning pflichtete seinem Trainerkollegen bei.
Haslberger wiederum sprach von einer "alternativlosen" Entscheidung und einer "klaren Unsportlichkeit", denn: "Wenn sich ein Gast nach einem Strafstoß so vor den Heimblock stellt und jubelt, trägt eine gewisse Verantwortung." Der Social-Media-Beauftragte müsse sich dann einen besseren Platz suchen, "weil das Risiko, dass aus dem Wiesbadener Block Becher fliegen, enorm groß ist", so Haslberger. "Wenn ich ein Wiesbadener gewesen wäre, hätte ich es als klare Provokation wahrgenommen." In dieser Situation dann Gelb zu geben, entspreche zudem den Vorgaben.
Letztlich trotzte Hansa den Widerständen – vor allem der Unterzahl – und habe sich den Sieg daher auch trotz 4:26 Torschüssen verdient, so Brinkmann. Als Belohnung wird die Mannschaft nun einen weiteren freien Tag erhalten – das war bereits im Vorfeld ausgehandelt worden. Somit ist nicht nur das komplette Wochenende, sondern auch am Montag noch frei. Sehr zur Freude auch von Benno Dietze, der mit einigen starken Grätschen keinen unwesentlichen Teil zum Sieg beigetragen hatte: "Es fühlt sich super an, so ein Spiel hinten raus in Unterzahl zu gewinnen. Bis zur letzten Sekunde noch so zu verteidigen, ist einfach super. Daher tut der Sieg doppelt gut danach."
Zumal Hansa nach dem fünften Spiel in Folge ohne Niederlage nun vorerst Tabellenzweiter ist – punktgleich mit Energie Cottbus. In der Länderspielpause geht es zunächst zum Landespokal-Viertelfinale nach Neubrandenburg (28. März), ehe Viktoria Köln im Ostseestadion gastiert. Neben Carstens wird dann womöglich auch Jan Mejdr nicht dabei sein, nachdem er in Minute 60 angeschlagen vom Platz musste.
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