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FC Bayern München

·18 luglio 2026

Erinnerungszeichen für jüdische FCB-Mitglieder

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Immer wieder kommt die interessierte Frage auf: „Warum ist der FC Bayern heute hier vertreten?“ Bei den beiden Gedenkveranstaltungen des Kulturreferats der Stadt München, bei denen Erinnerungszeichen für Lina und Armand Oster, Margarethe und Alfred Strauß, Richard Einstein, Israel Wolff sowie Martha und Herbert Maier angebracht werden, ist auch eine Delegation des Deutschen Meisters anwesend. Zum einen, weil Dr. Armand Oster und Alfred Strauß FCB-Mitglieder waren und der Verein durch seinen früheren Präsidenten Kurt Landauer eine besondere Verantwortung im Einsatz gegen Antisemitismus hat. Zum anderen, weil wir alle immer da sein sollten, wenn es darum geht, das Erinnern zu bewahren und sich den Kräften entgegenzustellen, die die Schrecken der Vergangenheit verharmlosen oder leugnen und die Demokratie spalten.

Die Geschichte der jüdischen Mitglieder, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden, sei nicht nur ein Teil der Münchner Stadtgeschichte, sondern auch ein Teil der Geschichte des FC Bayern, sagte Benny Folkmann, Geschäftsführer des FC Bayern und gemeinsam mit Andreas Werner Leiter der FCB-Initiative „Rot gegen Rassismus“, in seiner Rede unter anderem vor Dr. h. c. mult. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, sowie dem Rabbiner Shmuel Aharon Brodman: „Die Verbrechen des Nationalsozialismus reichen tief hinein in unsere Vereinsgeschichte. Daraus erwächst für den FC Bayern ein klarer Auftrag. Unsere Aufgabe ist es, uns mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen, Zusammenhänge sichtbar zu machen und an das zu erinnern, was geschehen ist – damit sich Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung niemals wiederholen.“


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Die Erinnerungszeichen der Stadt München würden bei jedem Schritt daran erinnern, dass wir alle Verantwortung tragen, sagte Werner bei der Gedenkveranstaltung für Alfred Strauß: Dass man weder seine Augen noch sein Bewusstsein je verschließen dürfe. Es gehe darum, den Verfolgten ein Gesicht zu geben. Nicht auf Distanz – sondern aufrecht, auf Augenhöhe mit unserer Zeit. Der FCB-Präsident Herbert Hainer stelle bei solchen Anlässen immer wieder klar: „Nicht heute, nicht morgen – und vor allem nicht mit uns! Wer ausgrenzt, verliert – im Sport wie im Leben.“

Bei den Gedenkveranstaltungen wurde skizziert, wie die Menschen einst aus ihrem Alltag gerissen wurden: Armand Oster war dem FC Bayern 1929 beigetreten, Alfred Strauß 1932. Recherchen des FC Bayern Museums ergaben, dass beide nicht aktiv Fußball spielten und im Verein vermutlich das sahen, was vielen Menschen heute auch wichtig ist: eine Gemeinschaft, ein Ort des Austauschs und der Begegnung.

Gerade darin aber liegt auch die historische Spannung: 1933 hatte der FC Bayern rund zehn Prozent jüdische Mitglieder, also weit über 100 jüdische Frauen und Männer, die den Club liebten, mittrugen und prägten. Und zugleich war München die Stadt, die zu Hitlers erster Heimat in Deutschland wurde und später zur sogenannten „Hauptstadt der Bewegung“. Für jüdische Mitglieder wie Oster und Strauß bedeutete das eine bedrückende Gleichzeitigkeit: Auf der einen Seite ein Verein, der Zugehörigkeit und Gemeinschaft bot - auf der anderen eine Stadt und eine politische Entwicklung, die sie Schritt für Schritt entrechtete, verdrängte und schließlich vernichtete.

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