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·11 febbraio 2026

Erstmals seit sechs Jahren! FC Bayern steht im DFB-Pokal-Halbfinale

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Nach sechs Jahren steht der FC Bayern wieder in einem DFB-Pokal-Halbfinale. In einem über lange Strecken ausgeglichenen Spiel reichten wenige konzentrierte Minuten zum verdienten Sieg.

Nachdem der FC Bayern München das Marketingprojekt aus Österreich in der laufenden Bundesliga-Saison bereits mit schmerzhaften Niederlagen (6:0 und 5:1) nach Hause schickten, stand die große Frage über diesem Abend: Kann Leipzig-Coach Ole Werner den „Bayern-Code“ im K.-o.-Modus endlich knacken? Oder untermauert der Rekordmeister unter Vincent Kompany seine Vormachtstellung auf dem Weg zum Double (oder Triple)?


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Die Vorzeichen standen auf Sturm. Trotz ÖPNV-Streik in der bayerischen Landeshauptstadt kochte die Stimmung in der ausverkauften Arena. Alles war angerichtet für eine Nacht, in der der Traum von Berlin weiter geträumt werden durfte.

Bayern-Trainer Vincent Kompany setzte dabei auf Kontinuität und schickte dieselbe Startelf wie beim 5:1-Sieg gegen Hoffenheim aufs Feld. Die Streichung von Jackson aus dem Kader war angesichts der begrenzten Offensivoptionen in einem K.-o.-Spiel eine riskante Entscheidung, ungeachtet seiner bisher schwachen Auftritte.

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FC Bayern vs. Leipzig: Der Spielverlauf

Erste Halbzeit: Leipzig geht in Führung – und doch nicht

In einer abwechslungsreichen ersten Hälfte zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig ging es in der Allianz Arena mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Kabinen. Die Partie begann dabei mit einem Paukenschlag: Bereits in der 3. Minute jubelten die Gäste, nachdem Christoph Baumgartner eine starke Vorarbeit von Yan Diomande verwertet hatte. Der Treffer wurde jedoch nach VAR-Intervention wegen einer Abseitsstellung aberkannt.

Bayern zeigte sich keineswegs geschockt und hatte in der 11. Minute die Riesenchance zur Führung. Nach einem Abschluss von Harry Kane und einem Abpraller von Willi Orban rettete Castello Lukeba für die Sachsen spektakulär kurz vor der Linie. In der Folge übernahm der FCB zunehmend die Spielkontrolle, ohne jedoch zwingend zu vollstrecken. Luis Díaz (17.) und Kane per Seitfallzieher (20.) verpassten das Gehäuse knapp.

Leipzig blieb jedoch gleich stark, war durch Nadelstiche gefährlich und forderte in der 26. Minute vergeblich einen Elfmeter, als Antonio Nusa im Duell mit Josip Stanišić zu Fall kam – der Außenverteidiger stellte sich unklug an, foulte aber außerhalb des Straufraums. In der Nachspielzeit, als vieles bereits auf den Halbzeitpfiff hindeutete, drehte der Rekordmeister noch einmal kurz auf.

Doch RB-Keeper Maarten Vandervoordt wuchs über sich hinaus: Erst parierte er einen strammen Schuss von Aleksandar Pavlović (45.+4), ehe er Sekunden später einen Kopfball von Harry Kane aus kürzester Distanz sensationell entschärfte (45.+5). Dank dieser Doppelparade rettete Leipzig das 0:0 in die Pause.

Zweite Halbzeit: Bayern reichen ein paar sehr starke Minuten

Nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung zunächst unspekatkulär, ehe das Spiel nach einer knappen Stunde explodierte. Zunächst scheiterte Serge Gnabry noch am stark reagierenden Maarten Vandervoordt (58.), doch kurz darauf brach der Bann. In einer wilden Sequenz, in der Leipzig auf der Gegenseite nur die Latte traf (Abseits), holte Josip Stanišić im direkten Gegenzug einen Elfmeter heraus. Harry Kane blieb vom Punkt eiskalt und verwandelte sicher zur 1:0-Führung (64.).

Die Gäste zeigten sich geschockt und boten nun Räume an, die der Rekordmeister gnadenlos nutzte. Nur drei Minuten nach dem Führungstreffer vollendete Luis Díaz einen Konter über Michael Olise zum 2:0 (67.).

In der Folge wurde die Partie hitziger, was sich in einer Flut an Gelben Karten und Rudelbildungen entlud. Fußballerisch fanden die Gäste jedoch keine Antwort mehr. Die Bayern kontrollierten die Schlussphase souverän, hielten den Gegner vom eigenen Tor fern und ließen nichts mehr anbrennen.

Drei Dinge, die auffielen

FC Bayern hängt von Standards und Harry Kane ab

Sowohl der Live-Eindruck als auch die nackten Zahlen offenbarten eine deutliche Abhängigkeit im Münchner Angriffsspiel. Besonders auffällig war in der ersten Halbzeit die Abhängigkeit von ruhenden Bällen: Von den insgesamt 0,57 Expected Goals (xG) entfielen beinahe die Hälfte (0,26 xG) allein auf Standardsituationen. Während aus dem Spiel heraus mit einem Wert von nur 0,30 xG kaum zwingende Gefahr kreiert wurde, brannte es meist nach Ecken, wie das Zusammenspiel von Kimmich oder Olise auf Kane bewies.

Die letzte Szene vor der Pause zementierte weiter diesen Eindruck: Wenn es gefährlich wurde, war fast immer Kane der Abnehmer. Spielerische Lösungen, um auch andere Akteure in Abschlusspositionen zu bringen, waren durch das starke Pressing der Leipziger zunächst selten, wodurch die Bayern im Vergleich zu den variabler angreifenden Leipzigern ausrechenbar wirkten.

Nachdem schon in Hälfte eins fast 50% der xG aus Standards resultierten, fiel auch der Führungstreffer (64.) bezeichnenderweise durch einen Elfmeter. Immerhin kamen die Bayern in dieser Phase aber auch spielerisch häufiger in solche Angriffssituationen. Spielerisch fehlte aber dennoch über weite Strecken – wie zuletzt häufiger – der Glanz, auch wenn in einem DFB-Pokal-Spiel am Ende nur das Weiterkommen zählt.

Defensiv anfällig auf den Flügeln

Während Alphonso Davies auf der linken Außenbahn offensiv immer wieder versuchte, Akzente zu setzen, war die rechte Seite um Josip Stanišić zunächst fast ausschließlich defensiv gebunden und wirkte als gezielter Angriffspunkt der Leipziger. Er geriet ins Zentrum des Geschehens und musste sich mehrfach gegen den dribbelstarken Antonio Nusa behaupten, was ihn defensiv enorm forderte. Auch David Raum stieß immer wieder (erwartungsgemäß) in diesen Korridor, was in der Großchance der 36. Minute gipfelte und die anfänglichen Abstimmungsprobleme mit Michael Olise offenbarte.

Doch in der zweiten Halbzeit avancierte ausgerechnet der zuvor isolierte Stanišić zum entscheidenden Faktor. Zunächst bereitete er in der 58. Minute die erste echte Großchance für Serge Gnabry vor, ehe er nur drei Minuten später den spielentscheidenden Moment erzwang: Mit einem energischen Vorstoß in den Strafraum holte er den Elfmeter gegen Vandervoordt heraus, den Harry Kane zur Führung nutzte.

Dass Stanišić kurz zuvor noch Gelb für ein Duell mit Nusa gesehen hatte, passte zur emotionalen Achterbahnfahrt seines Arbeitstages, der mit seiner Auswechslung in der 69. Minute endete, genau in der Phase, als die zuvor tote rechte Seite durch Olises Vorlage zum 2:0 endgültig das Spiel zugunsten der Bayern entschied. Insgesamt wirkten die Außenbahnen gegen starke Leipziger Außenspieler defensiv aber nicht überzeugend. Davies ließ auf dem anderen Flügel nicht minder Chancen zu.

Spielerische Ruhe auf dem Weg nach Berlin

Nach dem Doppelschlag zum 2:0 demonstrierte der Rekordmeister taktische Reife. Statt blind auf das dritte Tor zu drängen, zogen sich die Münchner ab der 70. Minute immer wieder gezielt zurück und überließen Leipzig den Ball. Dieser Schachzug entpuppte sich als guter „Stresstest“ für den Gegner: Gezwungen, das Spiel plötzlich selbst gestalten zu müssen, fanden die zuvor so gefährlichen Umschaltspieler keine wirklichen Lösungen mehr.

Die Folge war keine koordinierte Schlussoffensive, sondern der emotionale Kollaps der Gäste. Während sich Leipzigs Frust über die eigene Ideenlosigkeit in Gelben Karten (Seiwald, Romulo) entlud, behielt Bayern einen kühlen Kopf.

Mehr noch: Durch die veränderte Statik ergaben sich nun genau jene Konterräume für die Kompany-Elf, die zuvor Leipzig gehörten, beinahe genutzt durch die Großchance von Michael Olise (75.). Bayern hat den Gegner in dieser Phase nicht nur ausgespielt, sondern taktisch und mental mattgesetzt.

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