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·29 aprile 2026
FC Bayern München international – Drama, Wahnsinn, Tränen

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Der FC Bayern hat im Halbfinale der Champions League mit dem wilden 4:5 bei Paris Saint-Germain ein weiteres Kapitel seiner Europapokal-Dramen geschrieben. Beim 2:3 zur Pause entwickelte sich ein Spektakel, das in die Reihe jener Münchner Partien passt, die über Jahrzehnte für Wahnsinn, Tränen und große Momente sorgten. Der französische Klub lieferte laut AS einen „Wahnsinn für die Geschichtsbücher“ ab.

Fußball-Legende Beckenbauer: FC Bayern plant Ehrenmal & Straßennamen
Schon im Achtelfinale 1973/74 sorgte der Rekordmeister für ein Stück Fußballgeschichte, als mit Dynamo Dresden erstmals im Europacup zwei deutsche Teams aus West und Ost aufeinandertrafen. Bayern-Manager Robert Schwan polterte damals, im Falle eines Ausscheidens werde er „in die Zone auswandern“. Im Hintergrund mischte die Stasi mit, der „Klassenkampf“ wurde sogar politisch aufgeladen, auf dem Rasen blieb es dennoch ein Spektakel. Nach dem 4:3 in München trennten sich beide Teams in Dresden 3:3.
Jahre später folgte der nächste große Nadelstich in der Klubhistorie. Im Finale 1974 gegen Atlético Madrid rettete Katsche Schwarzenbeck, der sonst oft im Schatten von Franz Beckenbauer stand, die Bayern in der 120. Minute mit einem Weitschuss zum Ausgleich. Ein Elfmeterschießen gab es damals noch nicht, das Wiederholungsspiel gewann München um Beckenbauer, Sepp Maier und Gerd Müller klar mit 4:0. Schwarzenbecks Tor machte ihn unsterblich und wurde zum Grundstein jener Ära mit drei Europacupsiegen in Folge.

Torwartlegende Sepp Maier spricht bei der Eroeffnung der Sonderausstellung Alles Gute, Sepp Maier! anlaesslich seines 80. Geburtstages im FC-Bayern-Museum in Muenchen am 19. Maerz 2024. Er verbrachte 17 Jahre in der ersten Mannschaft des FC Bayern und bestritt 709 Pflichtspiele. Alexander Hassenstein / Getty Images
Auch in den 1980er und 1990er Jahren lieferten die Münchner regelmäßig Großereignisse. Im Halbfinal-Hinspiel 1987 ging Real Madrid derart hart zur Sache, dass Klaus Augenthaler mit an den Kopf gelegten Zeigefingern mahnte, man befinde sich hier doch nicht beim Stierkampf. Real kassierte zwei Rote Karten und vier Gegentreffer beim 1:4. Im Rückspiel traf Augenthaler zwar ins eigene Tor und sah später selbst Rot, doch das 0:1 reichte trotzdem fürs Endspiel.
Vier Jahre später, im Halbfinal-Rückspiel 1991 gegen Roter Stern Belgrad, glichen die Bayern eine 1:2-Heimpleite aus und wähnten sich schon in der Verlängerung. Dann misslang Augenthaler ein Rettungsversuch, Torwart Raimond Aumann lenkte den Ball unglücklich ins eigene Tor, und das Aus war perfekt. „Schwamm drüber, so ist Fußball“, sagte Augenthaler Jahre später versöhnlich.
Im Halbfinal-Rückspiel 1995 erlebten die Münchner gegen Ajax Amsterdam eine Machtdemonstration des Gegners. Mit Van der Sar, Rijkaard, Seedorf, Kluivert, Davids, Overmars, Kanu und Louis van Gaal auf der Bank spielte Ajax entfesselt auf und stellte Bayern beim 2:5 vor enorme Probleme. Für die Münchner war es das erste Mal, dass sie im Europacup fünf Gegentore kassierten, bis Paris sollte es das letzte Mal bleiben. Franz Beckenbauer fasste die Unterschiede später so zusammen: „Ajax war wie ein Porsche, wir wie eine Ente“.
Im Mai 1999 lagen bereits Kappen und T-Shirts für den Titel bereit, Beckenbauer war von der Tribüne auf dem Weg nach unten zur Siegerehrung, als im Camp Nou die „Mutter aller Niederlagen“ folgte. Gegen Manchester United verspielten die Bayern innerhalb von dramatischen 102 Sekunden den Henkelpott. Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjaer wurden zu den Albträumen des Rekordmeisters.
Auch das Finale 2012 in der eigenen Arena wurde zur bitteren Lehrstunde. Nach dem dramatischen Halbfinal-Erfolg im Elfmeterschießen gegen Real Madrid war am 19. Mai alles für den Triumph in der Allianz Arena angerichtet. Doch am Ende setzten sich die favorisierten und zuvor stärkeren Bayern im Elfmeterschießen nicht gegen den FC Chelsea durch. Bastian Schweinsteiger wurde mit seinem Pfostentreffer zum tragischen Helden.

Bayern Münchens Spieler feiern mit dem Pokal nach dem Gewinn des
DFB-Pokal-Finals gegen den VfB Stuttgart am 1. Juni 2013 im Olympiastadion
Berlin. Die frischgebackenen Champions-League-Sieger aus München wurden damit
als erster Bundesliga-Meister der Geschichte, der das Triple gewann – nach
einem hart erkämpften 3:2-Sieg gegen die tapfer kämpfenden Stuttgarter im
Finale.
AFP PHOTO / CHRISTOF STACHE
2013 antwortete der FC Bayern mit einem Abend, der selbst in der langen Münchner Europapokalgeschichte herausragt. Der FC Barcelona um Lionel Messi wurde in München mit 4:0 überrollt, Karl-Heinz Rummenigge sagte danach: „So einen Abend habe ich noch nicht erlebt“, und ergänzte: „und ich bin schon lange dabei.“ Im Rückspiel folgte ein 3:0, ehe im Finale gegen Dortmund mit dem 2:1 der Henkelpott gewonnen wurde.
2016 stand der deutsche Rekordmeister nach dem 2:2 bei Juventus Turin im Achtelfinal-Rückspiel zunächst am Rand des Aus. Erst Thomas Müller erzwang mit seinem Treffer in der 90.+1 Minute die Verlängerung, in der Thiago und Kingsley Coman das Weiterkommen mit dem 4:2 sicherstellten. Rummenigge sprach danach von „Herzfrequenz-Spielen“.
Im Corona-Sommer 2020 zeigte Bayern in Lissabon schließlich erneut seine ganze Offensivwucht. Vor leeren Rängen zerlegte das Team von Hansi Flick im Halbfinale den FC Barcelona um Messi mit 8:2 und lieferte eine Demonstration der Extraklasse. Anschließend folgte im Finale gegen Paris ein 1:0-Erfolg, der den Titel sicherte.









































