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·14 luglio 2026
Frankreich gegen Spanien WM Spiel heute: Deschamps‘ Rekordspiel & der Traum vom dritten Finale in Serie

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Fußball WM heute: Wenn Frankreich heute Abend um 21:00 Uhr MESZ im WM-Halbfinale auf Spanien trifft, geht es um weit mehr als einen Platz im Endspiel. Der französische Verband stimmt seine Fans auf der eigenen Webseite mit einem Vorbericht unter der Überschrift „Poker d’as à Dallas“ (Ein Ass-Poker in Dallas) auf den Abend ein, und die Zahlen darin haben es in sich: Didier Deschamps steht vor einem historischen Rekordspiel, Les Bleus können als erst dritte Nation der WM-Geschichte ins dritte Endspiel in Folge einziehen, und das ausgerechnet am französischen Nationalfeiertag.

Bildkombination vor dem WM-2026-Halbfinale: Frankreichs Kylian Mbappé (links) und Spaniens Lamine Yamal treffen am 14. Juli 2026 im Dallas Stadium in Arlington aufeinander. (Foto: Mauro Pimentel und Thomas Coex / AFP)
Frankreich– Spanien1/2
Di 14.07. · 21:00 Uhr · ZDF
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Der Verband bringt die Ausgangslage auf den Punkt: Bei der ersten WM mit 48 Teams gab es am Ende kein Wunder, die vier Erstplatzierten der FIFA-Weltrangliste bestreiten die Halbfinals. „Seit dem ersten Tag wollen wir in diesem Wettbewerb weit kommen. Wir haben uns nie versteckt“, sagt Verteidiger Maxence Lacroix. „Wir wissen, dass wir im Halbfinale auf eine großartige Nation treffen, aber wir sind seit dem Start bereit.“
Für den Trainer wird der Abend von Dallas ein ganz besonderer: Didier Deschamps sitzt zum 26. Mal bei einem WM-Spiel auf einer Bank, so oft wie kein Trainer vor ihm. Er überholt damit die deutsche Trainerlegende Helmut Schön (25 WM-Spiele). Schon jetzt ist der 57-Jährige mit 19 Erfolgen der siegreichste Trainer der WM-Geschichte, insgesamt betreut er die Équipe Tricolore zum 184. Mal. Es ist zudem sein fünftes Halbfinale bei einem großen Turnier als Nationaltrainer, nach den Europameisterschaften 2016 und 2024 sowie den Weltmeisterschaften 2018 und 2022, und es wird sein letztes sein: Nach dem Turnier hört Deschamps als Nationaltrainer auf.

Bildkombination vor dem WM-2026-Halbfinale: Frankreichs Trainer Didier Deschamps (links) und Spaniens Trainer Luis de la Fuente treffen am 14. Juli 2026 im Dallas Stadium in Arlington aufeinander. (Foto: Charly Triballeau und Roberto Schmidt / AFP)
Überheblichkeit lässt der Weltmeister von 1998 trotzdem nicht zu. „Man muss das genießen und darf es nicht als selbstverständlich abtun“, wird Deschamps zitiert. „2018 hat uns niemand dort gesehen. 2022 schied der Titelverteidiger üblicherweise im Achtelfinale aus. Heute stehen wir erst im Halbfinale. Wir dürfen uns nicht ganz oben sehen, bis zum Finale fehlt noch ein Schritt.“ Adrien Rabiot gewährt derweil einen Einblick in das Innenleben des Teams: Es gebe eine echte Osmose in dieser Mannschaft, alle sprächen dieselbe Sprache. Was der Trainer durchlebt habe, der Tod seiner Mutter während des Turniers, und dass er seinen letzten Wettbewerb an der Seitenlinie erlebe, habe die Gruppe noch enger zusammengeschweißt.
Die Bleus bestreiten ihr achtes WM-Halbfinale (1958, 1982, 1986, 1998, 2006, 2018, 2022 und 2026), nur Deutschland kommt auf mehr (12). Und die Serie macht Mut: Nach drei verlorenen Halbfinals zum Auftakt erreichte Frankreich in den letzten vier Anläufen jeweils das Endspiel, die jüngsten drei Halbfinals gewann die Équipe Tricolore allesamt ohne Gegentor. Gelingt heute der nächste Streich, wäre Frankreich nach Deutschland (1982 bis 1990) und Brasilien (1994 bis 2002) erst die dritte Nation mit drei WM-Endspielteilnahmen in Folge.
Auch sonst winken Rekorde: Mit dem siebten Sieg im siebten Turnierspiel wäre Frankreich nach Italien (1934 bis 1938) erst die zweite europäische Mannschaft mit einer solchen WM-Serie. Kylian Mbappé bestreitet sein 105. Länderspiel und rückt bis auf zwei Einsätze an Patrick Vieira heran, vor allem aber absolviert der Kapitän sein 21. WM-Spiel und wird damit alleiniger französischer Rekordhalter vor Torwart-Ikone Hugo Lloris (20). Kommen N’Golo Kanté und Aurélien Tchouaméni zum Einsatz, feiern sie ihr 70. beziehungsweise 50. Länderspiel.

Frankreichs Kylian Mbappé behauptet den Ball im Viertelfinale der WM 2026 gegen Marokko am 9. Juli 2026 im Boston Stadium in Foxborough. (Molly Darlington / Getty Images North America via Getty Images)
So oft sich Frankreich und Spanien schon gegenüberstanden, bei einer WM-Endrunde trafen sie erst einmal aufeinander: Vor 20 Jahren gewann Frankreich das Achtelfinale von Hannover bei der WM 2006 mit 3:1. Die Gesamtbilanz aus 38 Duellen spricht allerdings für die Iberer (18 Siege Spanien, 13 Frankreich, 7 Remis), und die jüngere Vergangenheit erst recht: Nur zwei der letzten zehn Vergleiche gingen an die Bleus, die beiden jüngsten Niederlagen setzte es ausgerechnet in Halbfinals, bei der EM 2024 (1:2) und in der Nations League 2025 (4:5). „Was mich sagen lässt, dass wir sie diesmal schlagen? Nichts“, antwortet Rabiot mit einem Lächeln. „Das wird sich auf dem Platz zeigen. Wir haben das Spiel gut vorbereitet, mit dem ganzen Selbstvertrauen aus unserem Turnierverlauf, aber immer mit der Demut, die uns auszeichnet.“
Deschamps beschreibt das Duell als Kräftemessen zweier ballverliebter Teams: Spanien wolle den Ball und den Ballbesitz und habe erst ein Gegentor kassiert, weil die Gegner kaum in eigenen Ballbesitz kämen. Frankreich sei aber ebenfalls eine Mannschaft, die dem Gegner Probleme bereiten könne. Von einer Revanche für 2024 und 2025 will der Trainer nichts wissen: „Was hinter uns liegt, liegt hinter uns. Sie haben diese beiden Spiele gewonnen, bravo. Mich interessiert das Spiel von morgen.“ Gewarnt ist Frankreich trotzdem: Spanien hat sechs seiner sieben Halbfinals bei großen Turnieren erfolgreich gestaltet, einzig im EM-Halbfinale 2021 gegen Italien war im Elfmeterschießen Schluss. Und mit Superjoker Mikel Merino, dem Arsenal-Kollegen von William Saliba, sowie dem viermaligen Torschützen Mikel Oyarzabal haben die Spanier ihre Helden dieser K.o.-Phase längst gefunden. Youngster Warren Zaïre-Emery gibt sich dennoch entschlossen: Ein WM-Finale sei das ultimative Ziel einer Karriere, man werde alles geben und füreinander die Wege machen.

Blick in das Dallas Stadium in Arlington vor dem Anpfiff des Achtelfinals der WM 2026 zwischen Portugal und Spanien am 6. Juli 2026. (Kevin C. Cox / Getty Images North America via Getty Images)
Interessant sind auch die Einblicke in die Logistik: Nach einem letzten Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit verließen die Bleus am Sonntagnachmittag ihr Basecamp in Boston, der Vier-Stunden-Flug nach Texas war die erste lange Reise des Turniers. Bislang pendelte Frankreich ausschließlich an der Ostküste zwischen New York, Philadelphia und Boston. In Arlington, rund 30 Kilometer westlich von Dallas, wartet nun ein Stadion mit 70.649 Plätzen und dem größten Innen-Videowürfel der Welt. Weil die Arena überdacht und klimatisiert ist, bleibt den Spielern beim Anpfiff um 14:00 Uhr Ortszeit die texanische Mittagshitze von über 30 Grad erspart.
Ob die vielen Reisekilometer und die Strapazen von sechs Turnierspielen am Ende den Ausschlag geben? „Ich habe nicht nachgerechnet, wie viele Kilometer die Spanier zurückgelegt haben“, sagt Deschamps. „Frische ist in einem solchen Wettbewerb für jede Mannschaft ein wichtiger Faktor. Es gab Müdigkeit, Spiele mit Verlängerung, Spiele bei großer Hitze. Ob das zählt, hängt vom physischen und psychischen Zustand der Spieler ab. Unsere Gruppe ist bereit für das Rendezvous.“ Personell gab der Trainer Entwarnung: Mbappé ist nach seiner Knöchelblessur „bei 100 Prozent“, und auch Tchouaméni steht nach seiner Oberschenkelverletzung wieder zur Verfügung. Vor dem Anpfiff wird es zudem eine Schweigeminute geben, zum Gedenken an die Opfer des Anschlags von Nizza vor zehn Jahren.
Alle Hintergründe zum heutigen Kracher gibt es in unserer großen Vorschau auf Frankreich gegen Spanien, unseren Tipp im Prognose-Artikel. Zu sehen ist das Halbfinale ab 21:00 Uhr MESZ live im ZDF (Vorberichte ab 20:15 Uhr) und in UHD-Qualität bei MagentaTV (ab 20:00 Uhr).
Deschamps betreut Frankreich zum 26. Mal bei einem WM-Spiel und überholt damit Helmut Schön (25) als Trainer mit den meisten WM-Einsätzen. Mit 19 Siegen ist er bereits der erfolgreichste Trainer der WM-Geschichte.
Erst einmal: Im Achtelfinale der WM 2006 gewann Frankreich in Hannover mit 3:1. Die Gesamtbilanz aus 38 Länderspielen spricht mit 18 Siegen zu 13 für Spanien.
Mit einem Erfolg gegen Spanien stünde Frankreich als erst dritte Nation nach Deutschland und Brasilien zum dritten Mal in Folge in einem WM-Finale. Das Endspiel steigt am 19. Juli im MetLife Stadium von New York.
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