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Jule Stolpe·20 aprile 2026
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Jule Stolpe·20 aprile 2026
Tim Walter ist ein Coach, der polarisiert. Das ist nichts Neues. Schon in HSV-Zeiten wurde er für viele schnell zu einem etwas anderen Kult-Coach, andere fanden die hier und da etwas selbstgefällige Art, mit der er sich öffentlich gab, eher weniger sympathisch.
Zuletzt schlug eine skurrile Pressekonferenz von Walter, der seit Februar erneut den Zweitligisten Holstein Kiel trainiert, hohe Wellen.
Vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf am 29. Spieltag gab er denkwürdige Antworten auf die Fragen der anwesenden Journalisten – wenn überhaupt. Denn insgesamt antwortete der Übungsleiter nur sehr knapp und machte deutlich, dass Gespräche mit den Medien wohl eher nicht zu seinen bevorzugten Aufgaben im Trainerdasein gehören.
So verwies der 50-Jährige bei Auskünften zum Stand eines verletzten Spielers auf seine medizinische Abteilung und ließ gleich mehrere Journalisten bitter auflaufen.
Einen kritisierte Walter, weil dieser seine Frage ablas, ein anderer bekam es noch dicker.
Auf dessen Frage antwortete er: „Sehr gut. Sehr gut erkannt, du liegst falsch.“ Einem weiteren Reporter bot er an, man könne ja den Job tauschen: „Dann können Sie meinen Job machen, ich mache Ihren – und dann können Sie entscheiden.“
📸 Selim Sudheimer - 2026 Getty Images
Kurzum: Walter war gar nicht gut auf die Medien zu sprechen – ein entsprechendes Schlagzeilen-Echo folgte prompt.
Das Spiel am darauffolgenden Freitagabend gewann sein Team übrigens mit 2:1 bei den kriselnden Fortunen aus Düsseldorf.
Im Netz wurde daraufhin die Vermutung laut, die skandalöse Pressekonferenz könnte eine gewiefte Taktik gewesen sein, um die Aufmerksamkeit der kritischen Presse weg von seiner Mannschaft und hin zu ihm als Person zu lenken.
Schlagzeilentechnisch hat das definitiv geklappt, und bei der darauffolgenden Pressekonferenz vor dem Duell gegen Kaiserslautern zeigte Tim Walter eine ganz andere Seite von sich.
Im Vorfeld gab es sogar noch ein Statement zur Medienrunde der vergangenen Woche, in dem noch einmal betont wurde, dass man ausschließlich sportliche Fragen rund um den Spieltag beantworten wolle.
Daraufhin war Walter allerdings zu Scherzen aufgelegt und nahm die Temperatur im Raum zum Anlass, seine „neue Holstein-Kiel-Jacke“ auszuziehen und über den Stuhl zu hängen. Es folgte sogar eine kleine Werbeeinlage des Kiel-Coachs („erhältlich im Fanshop“), ehe er sich wieder setzte – mit den Worten: „Ich bin übrigens gut gelaunt.“
📸 Christof Koepsel - 2026 Getty Images
Da hatten die anwesenden Journalisten dieses Mal also Glück.
Und auch sportlich ging es mit der guten Laune weiter: Kiel bezwang am Freitagabend im Holstein-Stadion den 1. FC Kaiserslautern deutlich mit 3:0 und machte damit einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt.
Man mag zu Walter und seiner schlecht gelaunten Umgang mit den Medien stehen, wie man will – ob das nun Taktik war oder nicht –, aber seine Arbeit gibt ihm aktuell recht. Holstein Kiel holte zehn Punkte aus den vergangenen vier Spielen und befindet sich klar auf Klassenerhaltskurs.
Was denkst du? Könnte die Skandal-PK tatsächlich Taktik gewesen sein? Oder war Walter an dem Tag einfach nur mit dem falschen Fuß aufgestanden? Schreib es in die Kommentare!
📸 Selim Sudheimer - 2026 Getty Images


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