come-on-fc.com
·17 aprile 2026
Hamburger Flaute vs. Kölner Spektakel: Nutzt der 1. FC Köln St. Paulis Offensivkrise?

In partnership with
Yahoo sportscome-on-fc.com
·17 aprile 2026


Hendrik Broschart
17 April, 2026
Während die Geißböcke offensiv aufdrehen, gehört St. Pauli zu den harmlosesten Angriffsreihen der Liga: Die wenigsten Torschüsse, der schwächste xGoals-Wert und nur 25 Treffer sprechen eine deutliche Sprache. Doch trotz dieser eklatanten Offensivprobleme bleibt das Hinspiel als Warnung präsent: Nutzt Köln die Gunst der Stunde oder schlägt der Kiezklub erneut überraschend zu?

Der FC St. Pauli ist in der zweiten Saison in Folge die Mannschaft mit den wenigsten Toren (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.



In der Theorie kann der 1. FC Köln im Kellerduell gegen den FC St Pauli den Klassenerhalt festzurren und (noch) Interimscoach René Wagner hätte die Geißböcke zum Erreichen des ausgerufenen Saisonziels getragen. Für diesen feierlichen Anlass erweckt die Reise ans Millerntor zu den “Boys in Brown” in erster Linie aus einem Grund Zuversicht, das Projekt Klassenerhalt bereits drei Spieltage vor Ende der regulären Saison abzuschließen.
Denn Die Kiezkicker sind das Team mit den wenigsten Torschüssen (299), dem geringsten xGoals-Wert (28,3), den wenigsten Joker- (3) und Kontertoren (2). Nur 25 Treffer bejubelten die Hamburger in dieser Saison. Köln hingegen kommt in der gleichen Zeit auf 43 Treffer. Unter Wagner wiesen sie unlängst den höchsten xGoals-Wert aller Teams auf (3,0 in Frankfurt und sogar 4,4 gegen Bremen). Das ist nach dem Heimspiel gegen den HSV (4,6 am 9. Spieltag, 4:1) der zweit- und drittbeste Wert der Domstädter in dieser Saison.
Die Kräfteverhältnisse scheinen vorab also klar. Dennoch warnte Wagner im Pressegespräch davor, die Offensiv-Qualitäten der Kiezkicker zu unterschätzen: „Das ist eine Mannschaft, die es schafft, aus einem kompakten Block heraus gefährlich umzuschalten. Sie haben aber auch mit Ball ganz viele Lösungen. In diese dürfen wir nicht reinlaufen. Sie haben zudem Geschwindigkeit auf der letzten Linie, da kommt es auf die Restverteidigung an. Da waren wir gegen Bremen überragend“.
Das im Fußball trotz derlei eindeutiger Vorzeichen auf dem Platz doch alles passieren kann, zeigte das schmerzhafte Unentschieden im Hinspiel. Denn da reichte ein einziger Abschluss der Blessin-Elf, um den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen. Nach einer Hereingabe aus dem linken Halbfeld schraubte sich Paulis Ricky Jade Jones am höchsten in den Nachthimmel über Müngersdorf und erwischte die butterweiche Flanke mit seinem Hinterkopf. Marvin Schwäbe rutschte obendrein während der Parade unglücklich weg, der Ball landete im rechten unteren Eck zum 1:1-Endstand.
Von Jade Jones wird beim Rückspiel keine Gefahr ausgehen. Der Engländer, der immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat, fehlt St. Pauli mit einem Riss des Syndesmosebandes. Die ohnehin niedrigen Erwartungen an ein Offensiv-Feuerwerk der Gastgeber werden durch die Gelbsperre ihres besten Vorbereiters, Joel Chima Fujita, zusätzlich gedämpft. Immerhin können sie auf ihren besten Scorer Daniel Sinani zurückgreifen. Neben drei Vorlagen hat der 71-fache luxemburgische Nationalspieler auch fünf Tore auf dem Konto. Drei dieser Treffer gelangen ihm im Jahr 2026.
Trotz Sinani, trotz des unglücklichen Hinspiels und dank der herausragenden Fähigkeiten der Geißbock-Offensive werden die Domstädter mit Selbstvertrauen im Millerntorstadion auf den Rasen treten. Sollte Wagners Matchplan gegen die tief stehenden Gastgeber aufgehen, können die Kölner ein weiteres Jahr in der Beletage planen. Es bleibt abzuwarten, welche Ideen der Kölner Trainer seiner Mannschaft für die wohl wichtigste Aufgabe der Saison mit auf den Weg gibt.
Live









































