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·23 giugno 2026

Hertha-Torjägerin Elfie Wellhausen: "Es fühlt sich befreiend an"

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Hertha BSC gehört in der Saison 2026/2027 erstmals der 2. Frauen-Bundesliga an. Das liegt auch an Elfie Wellhausen. Die Angreiferin, die schon in der Meisterschaft 30-mal traf, war in den beiden Aufstiegsspielen gegen den 1. FC Saarbrücken (4:1, 2:3) noch dreimal erfolgreich. Im DFB.de-Interview spricht die 20-Jährige mit Mitarbeiter Dominik Dittmar über den Erfolg und die Torjägerkanone für alle.

DFB.de: War das 2:3 gegen den 1. FC Saarbrücken die schönste Niederlage Ihrer Karriere, Frau Wellhausen?


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Elfie Wellhausen: Auf jeden Fall. (lacht) Sonst ärgert man sich über verlorene Spiele natürlich sehr. Da wir wegen unseres 4:1-Hinspielsieges dennoch aufgestiegen sind, kann ich zum ersten Mal sagen, dass ich über eine Niederlage hinwegsehen kann.

DFB.de: Hertha BSC wird damit in der kommenden Saison in der 2. Frauen-Bundesliga starten. Wie hört und fühlt sich das an?

Wellhausen: Auf dieses Ziel haben wir drei Jahre lang hingearbeitet. Dass wir es nun erreicht haben, fühlt sich befreiend an. Wir sind total glücklich, dass wir das hinbekommen haben. Bei allen herrscht schon jetzt eine große Vorfreude auf die kommende Saison.

DFB.de: Wie schwierig war es nach dem Meistertitel in der Frauen-Regionalliga Nordost, sich auf die Konstellation mit Hin- und Rückspiel gegen den FCS vorzubereiten?

Wellhausen: Wir haben uns nicht wirklich unter Druck gesetzt gefühlt. Uns war klar: Wenn jede Spielerin alles gibt, dann können wir mit unseren Qualitäten bestehen. Dass es noch ein zweites Duell gibt, hat in unseren Gedanken vor dem ersten Duell gar keine Rolle gespielt. Wir konnten die Energie aus der Meisterschaft auch direkt ins Hinspiel mitnehmen. Nachdem wir die erste Partie 4:1 gewinnen konnten, wollten wir die Ausgangslage auf keinen Fall einfach nur verwalten, sondern auch im Rückspiel direkt Druck auf den Gegner ausüben. Besser als mit dem Führungstor nach zehn Sekunden hätte uns das nicht gelingen können. Ich kann mich nicht daran erinnern, schon einmal einen so schnellen Treffer erlebt zu haben.

DFB.de: Was hat gegen den 1. FC Saarbrücken insgesamt den Unterschied gemacht?

Wellhausen: Möglicherweise war es ein Vorteil, dass wir im Saisonverlauf einige Widerstände zu bewältigen hatten. Zu wissen, dass wir auch mit Rückständen umgehen können, hat dafür gesorgt, dass wir mit viel Überzeugung in die Aufstiegsspiele gegangen sind. Wir hatten mehr Ballbesitz als der Gegner und die jeweils frühen Führungen haben uns weitere Sicherheit gegeben.

DFB.de: Das Rückspiel war mit etwas mehr als 4000 Fans ausverkauft. Wie haben Sie die Stimmung wahrgenommen?

Wellhausen: Die Atmosphäre war unglaublich. Ich kann mich nicht daran erinnern, das Stadion auf dem Wurfplatz bei einem Spiel von uns schon einmal ausverkauft erlebt zu haben. Egal, wo man auf dem Platz war: Überall hat man gespürt, dass die Fans uns unterstützen und uns den Rücken stärken. Das war ein tolles Gefühl.

DFB.de: Die gesamte Saison betrachtet: Wann war Ihnen klar, dass der ganz große Wurf möglich ist?

Wellhausen: Da gab es mehrere kleinere Momente. Dazu gehört beispielsweise unser Rückrundenauftakt bei der zweiten Mannschaft von RB Leipzig, bei dem wir einen Rückstand drehen konnten. Oder unser Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg, bei dem wir uns nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich noch 3:1 durchsetzen konnten. Man hatte einfach gemerkt, dass wir immer besser mit Rückschlägen umgehen konnten.

DFB.de: Was war Ihr persönliches Saisonhighlight?

Wellhausen: Vom Aufstieg einmal abgesehen, war es unser Heimspiel gegen den 1. FFV Erfurt. Wir durften vor fast 15.000 Fans im Olympiastadion spielen und haben durch das 5:0 den Gewinn der Meisterschaft perfekt gemacht. Dabei konnte ich mit drei Treffern helfen. Noch besser hätte es nicht laufen können. Nach der Partie hat uns viel positives Feedback erreicht. Es war toll zu erleben, Leute mit unserer Spielweise begeistern zu können.

DFB.de: Nach Platz drei in der zurückliegenden Saison sind Sie bei der Wertung zur Torjägerkanone für alle in der 3. Liga nun ganz oben gelandet, waren die erfolgreichste Torschützin aller fünf Regionalligen. Wie war die Steigerung möglich?

Wellhausen: Man hat gemerkt, dass wir uns als Team noch einmal weiterentwickelt haben. Denn ohne meine Mitspielerinnen wäre das auch nicht möglich gewesen. Das Team hat es mir teilweise sehr leicht gemacht, Tore zu erzielen. Hin und wieder hatte ich auf die Rangliste geschaut, wie der Stand der Dinge ist. Ich hatte nicht damit gerechnet, noch Platz eins erreichen zu können. Mit Lara Martin vom 1. FC Saarbrücken oder auch Alisa Sinani von Bayer 04 Leverkusen war die Konkurrenz sehr stark. In den abschließenden vier Ligaspielen sind mir dann aber noch elf Treffer gelungen. Das war unglaublich. Nun eine Torjägerkanone zu bekommen, ist eine tolle Sache und ein Erfolg der gesamten Mannschaft.

DFB.de: Welche Qualitäten haben das Team noch in die 2. Frauen-Bundesliga geführt?

Wellhausen: Wir spielen schon lange zusammen. Das sieht man auch bei unserem Verständnis füreinander auf dem Platz. Wir sind ein junges und ambitioniertes Team. Neben Spielerinnen, die noch zur Schule gehen, oder U 17-Europameisterinnen haben wir auch erfahrene Akteurinnen wie zum Beispiel Ex-Nationalspielerin Jennifer Cramer. Auch können wir auf verschiedene Spielerinnentypen zurückgreifen. Der Mix passt einfach bei uns.

DFB.de: Worauf freuen Sie sich in der neuen Spielklasse am meisten?

Wellhausen: Ich freue mich auf die bundesweiten Auswärtsfahrten. Mir macht es einfach Spaß, rund um die Spiele Zeit mit dem Team zu verbringen. Die Derbys mit Viktoria Berlin werden ebenfalls Highlights sein. Und auch auf die Spiele gegen unseren Mitaufsteiger 1. FC Köln II freue ich mich schon, weil dort einige Freundinnen von mir spielen.

DFB.de: Vor der Viktoria war mit dem 1. FC Union schon ein weiterer Klub aus Berlin in die 2. Frauen-Bundesliga aufgestiegen und hat sich inzwischen sogar schon in der höchsten Spielklasse etabliert. Kann Hertha BSC das auch schaffen?

Wellhausen: Union hat auch nach dem Titelgewinn in der Regionalliga Nordost sehr viel richtig gemacht. Wenn wir unseren Weg weitergehen, kann es auch für uns in Zukunft noch weiter nach oben gehen. Dabei setzen wir uns aber zeitlich überhaupt nicht unter Druck. Über ein Derby gegen Union würde ich mich natürlich freuen. Vielleicht klappt es ja auch im DFB-Pokal schon bald damit.

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