Hoffnungsträger für FC Bayern und DFB-Team: Wie viel fehlt Jamal Musiala wirklich noch? | OneFootball

Hoffnungsträger für FC Bayern und DFB-Team: Wie viel fehlt Jamal Musiala wirklich noch? | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: Miasanrot

Miasanrot

·23 giugno 2026

Hoffnungsträger für FC Bayern und DFB-Team: Wie viel fehlt Jamal Musiala wirklich noch?

Immagine dell'articolo:Hoffnungsträger für FC Bayern und DFB-Team: Wie viel fehlt Jamal Musiala wirklich noch?

Jamal Musiala ist nicht nur Hoffnungsträger beim FC Bayern, sondern auch beim DFB-Team. Nach einer schweren Verletzung sucht er seine Form – wie viel fehlt noch?

Zwischen drei und neun Prozent. Das könnte eine mögliche Antwort auf die Frage sein, wie viel Jamal Musiala noch zu seiner Topform fehlt. Klingt erstmal willkürlich.


OneFootball Video


Tatsächlich hat diese Zahlenspanne aber einen statistischen Hintergrund. Die Scoutingplattform Wyscout misst, wie viele Aktionen ein Spieler hat und wie viele davon erfolgreich sind. In der Saison 2024/25, also vor seiner schweren Verletzung, hatte Musiala in allen Pflichtspielwettbewerben (inklusive Nations League) durchschnittlich 74,5 Aktionen pro 90 Minuten.

  • Werbung: Das neue Bayern-Trikot und 50 Prozent auf Klassiker sparen – JETZT bei Kitbag (Affiliate-Link)
  • Werbung: Das WM-Trikot der Nationalmannschaft – jetzt im offiziellen DFB-Fanshop! (Affiliate-Link)

Etwas mehr als 64 Prozent davon waren erfolgreich. Nach seiner Rückkehr auf den Fußballplatz kommt er für den FC Bayern und das DFB-Team im Schnitt auf 63 Aktionen pro 90 Minuten – 61 Prozent davon erfolgreich. In den letzten Pflichtspielen schwankte die Erfolgsquote zwischen 44 und 71 Prozent.

Gegen Curaçao kam Musiala auf 54 Aktionen in 69 Minuten (hochgerechnet um die 70 pro 90), gegen die Elfenbeinküste waren es 45 in 66 Minuten (hochgerechnet um die 61 pro 90). Im ersten Spiel lag die Erfolgsquote bei 52 Prozent, im zweiten bei 58 Prozent. Nimmt man den Saisonschnitt seit seiner Rückkehr, fehlen ihm also nur ca. drei Prozent zur Erfolgsquote von vor der Verletzung. Nimmt man die letzten beiden Spiele, sind es neun Prozent.

Weitere Artikel zum FC Bayern München und zum DFB-Team:

  1. News und Gerüchte zum FC Bayern: Sommerloch? Viel heiße Luft um Olise
  2. Szenenanalyse: So funktioniert der Nagelsmann-Ball
  3. WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier

DFB-Team und FC Bayern hoffen, dass der Knoten bei Jamal Musiala platzt

Selbstverständlich ist das banal. Aktionen und die Quote an erfolgreichen Aktionen sind schöne Parameter dafür, wie aktiv ein Spieler ist und wie sauber er insgesamt spielt. Viel mehr lässt sich daraus allein betrachtet aber noch nicht ablesen. Eine niedrige Anzahl an Aktionen kann viele Gründe haben: Gegnerstärke, taktische Ausrichtung, schlechte Form bei Mitspielern und vieles mehr. Auch eine hohe Anzahl an Aktionen kann verzerren, wenn der Gegner schwach verteidigt oder ein Spieler einen Großteil dieser Aktionen in schlechten oder wenig gewinnbringenden Räumen hat.

Musialas Erfolgsquote war schon immer in einem vergleichsweise niedrigeren Bereich. Das liegt nicht daran, dass er nicht gut wäre. Es liegt daran, dass er ein Hochrisikospieler ist, wenn man so will. Bekommt der 23-Jährige den Ball, sucht er vertikale Lösungen. Er scheut keine Dribblings, er scheut es nicht, sich in engen Räumen dorthin zu drehen, wo es ihm wehtun kann – und ist er erfolgreich, tut es vor allem dem Gegner weh.

Damit hat er den Fans in nur wenigen Jahren bereits zahlreiche unvergessliche Momente beschert. Momente, auf die Julian Nagelsmann bei dieser Weltmeisterschaft ebenfalls hofft. Schaut man sich die statistischen Werte Musialas genauer an und vergleicht ein paar Eckdaten mit der Zeit vor seiner Verletzung, dann fällt auf, dass die Unterschiede vielleicht gar nicht so riesig sind.

Jamal Musiala: Statistiken vor und nach seiner Verletzung

In einzelnen Bereichen lassen sich durchaus kleine Unterschiede vorstellen, aber besorgniserregend sind diese vor dem Hintergrund seiner besonders schweren Verletzung vor rund einem Jahr nicht. Im Gegenteil: Sowohl gegen Curaçao als auch gegen die Elfenbeinküste zeigte der Trend eher in die richtige Richtung.

Szenenanalyse: Ein Hauch vom „alten“ Musiala

Beim zweiten Gruppenspiel hatte er vor allem in der ersten Halbzeit ein paar gute Momente. Seinen Abschluss in der Anfangsphase, den er leicht neben das Tor dreht, erarbeitet sich Musiala hervorragend. Von außen dringt er in den Zwischenraum ein, dribbelt nach Erhalt des Balles kurz nach innen und wählt dann den Schuss, weil es kein Tiefenangebot gibt. Alles gut getimt und ohne unnötiges Festdribbeln. Lieber den Abschluss suchen, als den Ball verlieren.

In einer weiteren Szene nimmt er es am Strafraumeck mit zwei Gegenspielern auf und kommt fast durch. Musiala fällt kurz vor dem Strafraum. Die Wiederholung löst nicht perfekt auf, ob es ein klares Foul war, aber die Aktion an sich erinnerte an seine früheren Leistungen. Und dann war da noch die 41. Minute, als Musiala an der linken Außenbahn zunächst den Weg nach innen anttäuscht, um dann blitzschnell außen am Gegenspieler vorbeizugehen, der sich verladen lässt.

Immagine dell'articolo:Hoffnungsträger für FC Bayern und DFB-Team: Wie viel fehlt Jamal Musiala wirklich noch?

Eine sehr vereinfachte Darstellung des Dribblings von Jamal Musiala.

Was Musiala hier gut macht: Er verschafft sich einen kleinen Distanzvorteil, indem er den Ball nach der Anttäuschung außen etwas nach vorn spielt und sofort hinterher sprintet. Damit hat er zunächst einen kleinen Abstand gegen einen schnellen Gegenspieler. Und in dem Moment, in dem er um ein bis zwei Schritte vor ihm ist, zieht er leicht nach innen, kreuzt damit also leicht den Laufweg des Ivorers.

Der muss leicht abbremsen und Musiala ist direkt am Strafraum. Dort versucht er zunächst einen Querpass vors Tor, wo Kai Havertz zwischen den zentralen Innenverteidigern einläuft. Aber der Pass, der gut gespielt ist, wird von einem Ivorer abgefangen. Musiala bleibt jedoch in der Aktion, obwohl er leicht zu Boden gegangen ist und kann den viel zu kurz geklärten Ball direkt wieder aufnehmen. Reaktionsschnell, druckvoll und fokussiert.

Er schaltet schnell und bedient Florian Wirtz, der komplett blank an der Sechzehnmeterlinie steht. Bei einem Spieler seiner Qualität muss das eigentlich mindestens ein hochwertiger Abschluss sein, aber Wirtz legt sich die Kugel zu weit vor und verliert damit wichtige Zeit. Sein Schuss geht weit am Tor vorbei.

Kritik an Musiala ist nicht unberechtigt, aber …

Dennoch zeigt die Szene, dass Musiala wieder in der Lage ist, große Gefahr zu erzeugen. Auch gegen einen derart gut organisierten Gegner wie die Elfenbeinküste, die neben physischer Qualität auch über Tempo und taktische Cleverness verfügt.

Natürlich gibt es auch andere Szenen, mit denen man verargumentieren könnte, dass Musiala noch lange nicht der Alte ist. Dass er mitunter unsauber spielt, sich festdribbelt oder Abschlüsse neben das Tor setzt, die er vorher eiskalt verwandelt hat. Oder dass er Bälle hin und wieder im Mittelfeld beim Aufdrehen verliert, die dann im Konter brandgefährlich werden.

All das ist wahr. Es gibt diese Szenen in beiden WM-Spielen, es gibt sie auch in der Saisonschlussphase beim FC Bayern. Und doch sollte man dabei nicht die Momente vergessen, in denen er jetzt schon wieder Dinge macht, die in dieser Form kein anderer Spieler in Deutschland kann. Das ist auch der Grund, warum Nagelsmann vehement an ihm festhält. Natürlich könnte er den formstarken Deniz Undav in die Startelf nehmen und Musiala von der Bank bringen.

Jamal Musiala: Eine komplizierte Erwartungshaltung an einen besonderen Spieler

Aber der Bundestrainer weiß genau, dass es für den ganz großen Wurf einen Musiala braucht, der Vertrauen von außen spürt, vor allem aber auch wieder Vertrauen in sich findet. Und bei all den skeptischen Meinungen, die es aktuell zu ihm gibt: Die Momente, in denen er wieder Freude verbreitet, werden mehr. Ob sie schnell genug mehr werden, um bei diesem Turnier noch eine tragende Rolle einzunehmen, muss sich noch zeigen.

Immagine dell'articolo:Hoffnungsträger für FC Bayern und DFB-Team: Wie viel fehlt Jamal Musiala wirklich noch?

Jamal Musiala: Pässe gegen die Elfenbeinküste. Via Wyscout.

Sie sind aber da und sie sind greifbar. Schaut man auf seine insgesamt 23 Pässe gegen die Ivorer, dann fällt auf, dass er wieder in den Räumen unterwegs ist, in denen er gebraucht wird. Manchmal sind es viele kleine Aktionen, die ein großes Puzzle vervollständigen können.

Und ein Teil der Skepsis kommt auch aus einer Erwartungshaltung, die nicht immer fair ist. Bei so mancher Bewertung entsteht der Eindruck, Musiala habe vor seiner Verletzung nie Dribblings verloren oder nie Ballverluste in Räumen gehabt, in denen man lieber nicht den Ball verliert. Das stimmt aber nicht und die Erfolgsquote seiner Aktionen hat das eingangs untermauert.

Musiala konnte die schlechteren Aktionen nur mit spektakulären Aktionen vergessen machen. Und jeder seiner Trainer wusste, dass man die schlechteren einpreisen muss. Denn er ist nun mal ein Hochrisikospieler. Aber in Topform bringt er dir einen Ertrag, den kaum ein anderer Spieler liefern kann. Ganz wieder angekommen ist er dort noch nicht, das stimmt.

Vielleicht ist die Kritik manchmal aber auch etwas zu hart. Vielleicht sollten sich die Beobachter*innen wieder mehr auf die Aktionen fokussieren, die schon jetzt wieder richtig gut sind. Nagelsmann macht das auf jeden Fall. Aus Überzeugung, aber auch mit dem Quäntchen Hoffnung, dass exakt dieses Vertrauen in der K.-o.-Phase belohnt wird. Er selbst erklärte mal, dass selbst ein Musiala bei 80 Prozent besser wäre als die meisten anderen Spieler.

Stimmt. Umso besser, dass ihm mit etwas Augenzwinkern nur noch drei bis neun Prozent fehlen.

Hat dir der Artikel gefallen?

Unterstütze unsere Arbeit, damit wir auch morgen noch unabhängig berichten und analysieren können. Schon 2 Euro machen einen großen Unterschied.

Hier weiterlesen

Die FCB-Woche: Sommerloch? Viel heiße Luft um Michael Olise – News und Gerüchte zum FC Bayern München im Ticker

WM 2026: Tag 12 im Blog – Dios Miro! Lionel Messi zeigt, warum keiner größer ist als er

WM 2026: Tag 11 im Blog – Nacht der Helden! Kap Verde schreibt weiter Fußball-Geschichte

Visualizza l' imprint del creator