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·20 maggio 2026

Ist dabei sein wirklich alles? Freiburg will und kann im Europa-League-Finale Historisches erreichen

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Sie haben ja eigentlich schon gewonnen. Lauscht man in den vergangenen Tagen Gesprächen über den SC Freiburg, fällt dieser Satz des Öfteren. Der bescheidene Club aus dem Breisgau qualifizierte sich erstmals in seiner Vereinsgeschichte für das Finale der Europa League. Ein sensationeller Teilerfolg, der aber auch bitteschön als genau das bezeichnet werden soll. Als Teilerfolg.

Im heutigen Finale ist der Sportclub gegen Aston Villa in Istanbul der klare Außenseiter. Nichts Neues im Süden, die Rolle kennen die Badener nur zur Genüge. Und wissen dementsprechend auch, wie man mit so einer Situation umgeht.


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,,Es macht keinen Sinn zu verlieren.“ Kultig und selbstbewusst klingt die Aussage von SCF-Kapitän Christian Günter im Vorfeld der Partie. Mit Blick auf die vergangenen Wochen und Monate wird klar, woher die breite Breisgauer Brust kommt. Angefangen beim vergangenen Samstag, beim dominanten 4:1-Heimsieg über RB Leipzig. Ein dickes Ausrufezeichen und eine klare Kampfansage an den englischen Finalgegner.

Das Selbstbewusstsein ergibt sich aber vor allem aus den Ergebnissen der K.O.-Spiele der Europa-League-Saison. Auf eine überzeugende Gruppenphase die der Sportclub als Tabellensiebter abschloss, folgten reihenweise Breisgauer Sternstunden auf der zweitgrößten Vereins-Fußballbühne Europas. Im Achtelfinale fegte man den KRC Genk nach knapper Hinspielniederlage mit 5:1 aus dem heimischen Schwarzwaldstadion, das Viertelfinale gegen Celta Vigo war bei einer Torbilanz von 6:1 nach Hin-und Rückspiel nicht viel mehr als ein schneller Check-Point auf dem Weg zu Größerem.

Auch Sporting Braga konnte das Team von Julian Schuster nicht aufhalten. Zwar unterlag Freiburg im Hinspiel noch mit 1:2 auswärts, im Rückspiel ließen die Südbadener allerdings von der ersten Minute an spüren, dass diese Mannschaft bereit fürs Finale war. Jan-Niklas Beste mutierte zum X-Faktor, Johan Manzambis Klasse hatten die Portugiesen am Ende nichts Entscheidendes mehr entgegenzusetzen. Freiburg gewann mit 3:1 und zog ins Finale ein. Der obligatorische Platzsturm durfte nicht fehlen.

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Foto: Getty Images

Freiburg trifft mit Aston Villa auf den absoluten Top-Favoriten

Fast zwei Wochen sind seitdem vergangen. Zeit genug, um den initialen Rausch zu verarbeiten und nüchtern zu analysieren, wie die Chancen auf den ganz großen Triumph maximiert werden können. Das ist auch nötig, denn im Finale wartet mit Aston Villa ein mehr als würdiger Endgegner. Der Club aus Birmingham galt bereits vor der Saison als heißer Anwärter auf den Pokal und erledigte seine Aufgaben bis dahin souverän und standesgemäß.

In unserem Powerranking im Vorfeld der Halbfinalpartien auf dem ersten Platz geführt, bestätigte Villa im Rückspiel gegen N0ttingham Forest eindrucksvoll die eigene Stärke. 4:0 schlugen die Villans Ligakonkurrent Nottingham Forest und machten die 0:1-Hinspielniederlage fast spielerisch wett. Villa besitzt eine herausragende individuelle Qualität und einen Trainer, der eine ganz besondere Beziehung zum Wettbewerb hat.

Unai Emery hat zwar noch keinen Titel mit Aston Villa gewonnen, ist aber gemeinhin als ,,Mister Europa League“ bekannt. Mit dem FC Sevilla und dem FC Villareal gewann der Spanier den zweitgrößten europäischen Vereinswettbewerb insgesamt viermal. Der 54-Jährige weiß also zur Genüge worauf es ankommt und will die Villans zum ersten großen internationalen Titel seit 1982 führen – damals gewann der Club aus Birmingham den Europapokal der Landesmeister.

Was klar ist: Freiburg braucht in Istanbul einen absoluten Sahne-Tag und muss gleichzeitig darauf hoffen, dass Villa keinen Solchen erwischt. Dabei dürfen die Breisgauer sich im Prinzip keine Verschnaufs-Pausen gönnen. Vor allem in der Offensive hat der Tabellenvierte der Premier League mit Morgan Rogers, Ollie Watkins und John McGinn Akteure in den eigenen Reihen, denen ein besonderer Moment ausreicht, um Spiele entscheiden zu können.

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Foto: Getty Images

Was braucht Freiburg um Villa schlagen zu können?

Freiburg muss die Topstars permanent nerven und ihnen die Lust am Spiel nehmen. Dazu braucht es neben Disziplin, Einsatzbereitschaft und Glück auch taktisch die richtigen Kniffe. Schuster muss sich Lösungen überlegen, um vor allem Lukas Kübler auf der rechten Defensivseite zu entlasten, sodass Dribbelkünstler Rogers nicht zu viel Platz bekommt. Angriffe im Keim ersticken lautet die Devise. Und vorne?

Da könnten Standardsituationen zum Erfolg führen. Die Generalprobe gegen Leipzig stellte das mit insgesamt drei Treffern nach ruhenden Bällen eindrucksvoll unter Beweis – das Freiburger Personal gibt es her. Mit Vincenzo Grifo und Jan-Niklas Beste stehen zwei exzellente Schützen parat, in Matthias Ginter und Igor Matanovic dankbare Abnehmer. Letzterer präsentierte sich vor allem im Halbfinal-Rückspiel gegen Braga als unermüdlicher Antreiber und heizte immer wieder das Publikum an. Die Fans könnten dabei in Istanbul zum entscheidenden Faktor werden.

Neben dem 11.000-Karten umfassenden Kontingent wird eine weitaus größere Zahl an Sportclub-Fans mit an den Bosporus reisen. Die Verbindung von Anhängerschaft und Team ist eng. Kapitän Günter betonte, dass man für sie ,,alles geben“ und die Opferbereitschaft zurückzahlen wolle.

Dabei waren Günter und Co. bereits schon einmal in einer vergleichbaren Situation. Im Finale des DFB-Pokals 2022 unterlag man erst im Elfmeterschießen RB Leipzig. Auch damals sprach man im Rahmen des Spiels von einem ,,Riesen-Erfolg unabhängig vom Ausgang des Spiels.“ Jetzt befindet man sich mal wieder an einem Punkt, der zwar aufgrund der Außenseiterrolle eine komfortable Situation darstellt, aber eben auch eine Riesen-Chance bietet. Das erste Mal ein wichtiges Stück Edelmetall in die Vereinsvitrine zu stellen winkt als Belohnung. Dagegen kann das bloße Erreichen eines Finals nun mal nicht ankommen. ,,Viel zu gewinnen“ schlägt in diesem Fall ,,Nichts zu verlieren.“

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