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·4 febbraio 2026

Krösche hat recht: Der deutsche Fußball muss endlich aufwachen

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Eintracht Frankfurts Sportvorstand fordert auf der Spobis Conference mehr Spielzeit für Talente und bessere Trainerausbildung. Eine U21-Liga soll helfen.

Markus Krösche hat auf der Spobis Conference in Hamburg Klartext gesprochen. Der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt attestiert dem deutschen Fußball einen "Mittagsschlaf in der Nachwuchsarbeit". Das Bild ist treffend gewählt, denn es beschreibt einen Zustand, der nicht völlig bewusstlos ist, aber eben auch nicht wach genug, um die Herausforderungen der Zeit zu erkennen.


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Die Diagnose des Frankfurter Managers ist unbequem, aber sie sitzt. Klubs und Verbände haben sich zu lange auf den Lorbeeren vergangener Erfolge ausgeruht. Die goldene Generation um die Weltmeister von 2014 wurde nicht konsequent fortgesetzt. Stattdessen dominieren in den Nachwuchsleistungszentren oft Konzepte, die Talente zwar früh identifizieren, ihnen aber zu selten den entscheidenden Schritt ermöglichen: echte Spielpraxis auf höchstem Niveau.

Genau hier setzt Krösche an. Seine Forderung nach mehr Spielzeit für junge Spieler klingt banal, ist aber der Kern des Problems. In der Bundesliga kämpfen Talente gegen etablierte Profis und teure Neuzugänge um Einsatzminuten. Die zweiten Mannschaften spielen in der Regionalliga, wo das Niveau für echte Entwicklungssprünge oft nicht ausreicht. Die Lücke zwischen Jugend und Profibereich ist zu groß, der Übergang zu steil.

Die geplante U21-Liga, die Krösche als Mitglied einer DFL-Expertengruppe mitgestaltet, könnte ein Baustein sein, um dieses Dilemma zu lösen. Eine Plattform, auf der Talente regelmäßig auf angemessenem Niveau spielen können, ohne gleich im Haifischbecken der ersten Liga unterzugehen. Der Ansatz ist richtig, die Umsetzung wird entscheidend sein.

Was Krösche ebenfalls anspricht, verdient besondere Aufmerksamkeit: die Trainerausbildung. Denn die besten Strukturen nützen wenig, wenn die Menschen fehlen, die Talente individuell entwickeln können. Deutschland hat in den vergangenen Jahren zu wenig in die Qualität seiner Nachwuchstrainer investiert. Hier liegt ein Hebel, der oft unterschätzt wird.

Der Frankfurter Manager hat recht, wenn er zum Handeln aufruft. Einfach mal starten, einfach mal machen, statt sich in Diskussionen zu verfangen. Der deutsche Fußball neigt zur Perfektion im Planen und zur Zögerlichkeit im Umsetzen. Während andere Nationen pragmatisch Strukturen schaffen, debattiert man hierzulande über Details.

Krösches Kritik ist kein Alarmismus, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme. Der deutsche Fußball braucht keine Revolution, aber er braucht Menschen, die den Mut haben, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und dann konsequent zu handeln. Ob die Expertengruppe der DFL diesen Mut in konkrete Ergebnisse übersetzen kann, wird sich zeigen. Die Richtung stimmt. Jetzt muss der Mittagsschlaf enden.

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