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·10 marzo 2026
„Licht am Ende des Tunnels“: Hecking startet Retter-Mission mit Wolfsburg

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Das klassische Retter-Klischee wies Dieter Hecking zum Start seiner schwierigen Mission Klassenerhalt beim VfL Wolfsburg sofort von sich. „Ich sehe mich nicht als der Feuerwehrmann. Das will ich auch klar rausstellen“, sagte der Trainer-Rückkehrer bei seiner Vorstellung am Montag. Freilich habe er oft „Mannschaften auf Platz 14, 15, 16 übernommen“, so der Routinier, „aber am Ende ging es immer relativ schnell in die richtige Richtung.“
Das ist auch die Hoffnung der Bosse beim schwer kriselnden VfL, doch die Situation ist mit Abstiegsplatz 17, vier Zählern Rückstand auf den Relegationsrang und einem harten Restprogramm äußerst bedrohlich. „Die Lage ist nicht gut, sonst wäre ich nicht hier. Wenn die Lage nicht heikel wäre, wäre ich nicht hier“, gab Hecking zu. Dennoch zeigte sich der 61-Jährige kämpferisch, es gelte, „in diesen neun, vielleicht elf Spielen den Klassenerhalt zu schaffen. Es ist machbar, nach wie vor machbar.“
Fast zehn Jahre ist es her, dass sich Hecking aus Wolfsburg verabschiedete, nun ist er zumindest bis zum Saisonende wieder da. Nur sind die Vorzeichen komplett anders als damals. In seiner ersten Amtszeit (2013 bis 2016) feierte der Trainer 2015 den Gewinn des DFB-Pokals und Supercups. Zuletzt war er im vergangenen September beim VfL Bochum entlassen worden, mit dem er in der Vorsaison aus der Bundesliga abgestiegen war. Im Vergleich mit der aktuellen Wolfsburger Mannschaft befand Hecking: „Ich glaube, dass die Qualität in Bochum geringer war als hier.“
Nach der Freistellung von seinem Vorgänger Daniel Bauer, der erst im November Paul Simonis ersetzt hatte, und Sportchef Peter Christiansen soll Heckings Erfahrung der Schlüssel zur Rettung sein. Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph frohlockte beinahe schon: „Die Zuversicht ist groß, wir sehen Licht am Ende des Tunnels.“ Hecking, der sowohl die Rolle des väterlichen Freundes als auch des Schleifers verkörpern kann, will in die Köpfe der Spieler kommen, um die Wende zu erzwingen.
„Man sagt so leicht: Das sind alles hochbezahlte Fußballer, das sind aber auch Menschen. Dass diese Menschen den Abstiegskampf vor zwei, drei Monaten noch nicht in Erwägung gezogen haben, ist auch etwas, wo wir von der Psychologie ran müssen. Angst hemmt“, sagte er. Seine Mannschaft, so Hecking, sollte auch bei seinem Debüt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim Champions-League-Anwärter TSG Hoffenheim den Anspruch haben, „das Spiel zu gewinnen“.
Denn das gelang in den vergangenen Wochen viel zu selten, nur eine der vorigen elf Bundesliga-Partien gewannen die mit Europacup-Ambitionen in die Saison gestarteten Wölfe. Nun könne laut Hecking jedoch das jüngste 1:2 gegen den Hamburger SV, das Bauer und Christiansen letztlich den Job kostete, hilfreich sein: „Wenn jetzt nicht die Sinne bei jedem Einzelnen geschärft sind“, so Hecking, „dann verstehe ich es nicht.“ Sollte es Spieler geben, „die nicht mitziehen, werden die nicht mehr oft spielen“, fügte er an.
Auch wenn Hecking beteuerte, dass es mit ihm in Wolfsburg „keine One-Man-Show“ werden solle, wird es vor allem an ihm als Ruhepol und Kommunikator liegen, auch die vielen Nebenkriegsschauplätze zu befrieden. Wirkte die Mannschaft in der laufenden Spielzeit viel zu selten wie eine Einheit, wandten sich auch die Fans nach der Pleite gegen den HSV ab, als die Anhänger Pyrofackeln auf den Rasen warfen und Feuerwerk zündeten. „Wenn wir die Ergebnisse liefern, weiß ich, dass die Kurve wieder da ist“, sagte Hecking. Das Team sei jetzt „in der Bringschuld“, es liege an ihm und seinen Spielern, „den Kredit wieder zurückzugewinnen“.
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