MillernTon
·24 luglio 2026
Αντίο, Manos!

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Mit Manolis Saliakas verliert der FC St. Pauli einen Außenverteidiger, der jahrelang nur eine Richtung kannte. Wir wünschen viel Erfolg bei Olympiakos Piräus.Titelfoto: Stefan Groenveld
Als Manolis „Manos“ Saliakas 2022 zum FC St. Pauli wechselte, war noch gar nicht abzusehen, wie sehr dieser die Rechtsverteidiger-Position dort verändern würde. Zuvor war das nämlich lange Zeit eher eine Art Baustelle im Kader. Sebastian Ohlsson und Luca Zander hatten dort gespielt, unter Timo Schultz hatte auch Jannes Wieckhoff sein Glück versucht. Allesamt mit eher mäßigem Erfolg. Saliakas aber sollte diese Position aus dem Dornröschenschlaf erwecken – und hatte dadurch großen Anteil an der Erfolgswelle, die den FCSP in der Folge erfasste.
Schnell nach seiner Ankunft zeigte sich dann auch, was Saliakas dem FC St. Pauli geben kann – und das er damit die Rechtsverteidiger-Position extrem aufgewertet hat. Manos Saliakas brachte oft die Wucht und Energie auf den Platz, die sich Fans so sehr von Spielern wünschen. Neben dem Platz ein eher ruhiger Zeitgenosse, war er auf dem Rasen oft kaum einzufangen, besonders für Gegenspieler. Sobald er Chancen sah, sich in die Offensive einzuschalten, tat er es auch. Sobald er in der Defensivarbeit an seinem Gegenspieler dran war, biss er sich in dessen Waden fest. Selbst wenn der Körper kaum noch Sprints und Intensität erlaubte, Manos Saliakas ließ Herz und Lunge auf dem Rasen, bis wirklich nichts mehr ging.
Klar, diese Spielweise wird honoriert. Die Akzeptanz und Achtung am Millerntor wuchs schnell, Manos Saliakas hatte sich innerhalb kürzester Zeit einen guten Ruf erarbeitet, erkämpfte sich einen Stammplatz – und sollte beides bis zum Ende seiner Zeit beim FC St. Pauli nicht mehr verlieren. Auf 120 Pflichtspiele kam er in vier Jahren im Trikot des FCSP, neun Tore und zwölf Vorlagen untermauern seinen Wert, den er für das Team hatte.
Für Manos Saliakas musste ich sogar eine eiserne Regel aufweichen. Denn ich bin eigentlich gar kein Freund von Schüssen aus der zweiten Reihe, da sie statistisch gesehen einfach zu selten erfolgreich sind. So rufe ich oft „nicht schießen!“, während der Großteil des Stadions dieses langgezogene „Schiiiiiieeeeßßßß!“ brüllt, wenn sich ein Spieler zusammen mit dem Ball in zweiter Reihe in Abschlussposition befinden. Aber für Manos machte ich eine Ausnahme. Denn Distanzschüsse, die sind sein Ding, die hat er echt drauf.Und so sind es besonders einige seiner Treffer, die für Momente sorgten, die man beim FC St. Pauli gerne von ihm in Erinnerung behalten wird. Sein Traumtor in Rostock. Den Treffer im Volkspark (Ok, das war kein Fernschuss, aber der anschließende Jubel vor den Heimfans…). Das erste Heimtor der Bundesligasaison 24/25 (gegen Kiel). Der Lupfer in Frankfurt. Auch sein letzter Treffer in Braun-Weiß, jener im Heimspiel gegen Stuttgart, gehört in jeden Saisonrückblick.
Was aber leider auch irgendwie zur Zeit von Manos Saliakas beim FC St. Pauli gehört, sind einige Verletzungen. Es ist müßig sich damit zu befassen, aber wie viel besser und wichtiger hätte er wohl für das Team in den letzten beiden Jahren sein können, wenn er nicht jeweils einen Großteil der Sommervorbereitung aufgrund von Verletzungen verpasst hätte? Ein fitter Saliakas hatte einen sehr großen Impact auf das Spiel des FCSP, besonders für die Offensive. Ich persönlich vermute, dass ein völlig fitter Saliakas den FC St. Pauli bereits früher verlassen hätte. Weil viele Clubs diese Energie und Qualität in ihren Reihen wissen wollen.
Nun ruft mit Olympiakos Piräus ein Ex-Club. Saliakas wird in seine Heimat zurückkehren und kann dort vielleicht sogar in der Champions League auflaufen. (Piräus spielt am 4. & 8. August in der 3. Runde der CL-Quali gegen NEC Nijmegen.) Auch wenn es für den FC St. Pauli einen herben Verlust bedeutet, so dürfte es nur wenige geben, die ihm diesen Schritt nicht gönnen. Dem Vernehmen nach wird auch eine angemessene Ablöse bezahlt. Die wird zwar den Verlust nicht komplett aufwiegen können, dürfte aber den Handlungsspielraum vergrößern.
Diesen Handlungsspielraum benötigt der FC St. Pauli auch. Denn er verliert mit Manos Saliakas einen Spieler, der in der zweiten Liga definitiv ein Leistungsträger gewesen wäre. Mit Arek Pyrka kann dieser Verlust zwar intern abgefedert werden. Allerdings nur dann, wenn auf der anderen Seite Louis Oppie mit guten Leistungen die Rolle des Stamm-Außenverteidigers einnehmen kann. So oder so fehlt dem FCSP nun aber Personal. Da mit Fin Stevens bereits ein weiterer Rechtsverteidiger den Club verlassen hat, ist zu erwarten, dass noch in diesem Sommer ein neuer Spieler für diese Position verpflichtet werden wird.
Lieber Manos, vielen Dank für die Energie, die Du auf den Rasen gebracht hast. Vielen Dank für tolle Erinnerungen und die vielen Erfolge, die Du mit dem FC St. Pauli feiern konntest. Du hast einen riesengroßen Anteil daran. Wir wünschen Dir alles Gute für Deine persönliche und sportliche Zukunft. You’ll Never Walk Alone!// Tim
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