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·13 aprile 2026

Mehr als ein Spiel: Der FC Bayern und St. Pauli zeigen gemeinsam Haltung

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Als der FC Bayern München am Wochenende am Millerntor gastierte, ging es für beide Vereine sportlich um viel – doch an diesem 11. April ging es vor dem Spiel um weit mehr als drei Punkte. Schon Stunden vor dem Anpfiff trafen sich Mitglieder beider Vereine unter dem Motto „Zwei Clubs – eine Haltung“. Miasanrot war dabei. 

Es war ein Austausch auf Augenhöhe, der schnell klar machte: Trotz aller Unterschiede in der Club-Kultur, Vereinsgeschichte und Struktur, gibt es eine riesige gemeinsame Schnittmenge, sobald es um gesellschaftliche Grundwerte geht.


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Dabei war es bereits das dritte Mal, dass die Initiative „Rot gegen Rassismus“ und der FC St. Pauli diesen direkten Draht zwischen den Mitgliedern herstellten. Diesmal führte zunächst ein Rundgang die Gruppe tief in die DNA des Kiez-Clubs.

Roger Hasenbein (Ex-Aufsichtsrat beim FC St. Pauli) nahm zum Start des Treffens alle TeilnehmerInnen mit zum St. Pauli Museum, wo Christopher Radke als Verantwortlicher eindrucksvoll verdeutlichte, dass Erinnerungsarbeit hier kein verstaubtes Konzept ist, sondern gelebter Alltag.

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Zeitgleich trafen sich übrigens die beiden Ultra-Gruppierungen der Vereine zu einem gemeinsamen Treffen im Stadion, auch das ist nicht selbstverständlich und zeigt die enge Verbindung der beiden Clubs.

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Tradition heißt Aufarbeitung: Ein Stadionbesuch mit Tiefgang

An den Gedenksteinen und beim Blick auf die Historie des Stadions – das früher nach Wilhelm Koch benannt war – diskutierte die Gruppe offen über die Notwendigkeit einer kritischen Aufarbeitung. Für alle war klar: Tradition bedeutet nicht, die dunklen Kapitel auszublenden, sondern aktiv aus ihnen zu lernen.

Dass Fußball soziale Verantwortung übernimmt, wurde an vielen Ecken greifbar. Ob im Fanladen oder durch die Unterstützung von „Kein Mensch ist illegal“: hier wird Geflüchteten ganz konkret geholfen. Besonders beeindruckend waren die Details: Im Stadion wurde lebendig disuktiert, wie wichtig praktische Inklusion ist, etwa durch spezielle Türöffnungssysteme für Rollstuhlfahrerinnen. 

Roger Hasenbein blieb dabei angenehm ehrlich: Es läuft nicht immer alles perfekt, aber genau das gehört dazu. Es ginge hier nicht um PR-Selbstbeweihräucherung oder das Image des „perfekten Vereins“. Es geht um die Bereitschaft, Widerstände zu überwinden, auch wenn es mal unbequem wird, und sich „gerade zu machen“, Mut zu haben.

„Rot gegen Rassismus“: Wenn aus einer Kampagne FC Bayern Kultur wird

Im Anschluss gab das Team um Benny Folkmann vom FC Bayern tiefe Einblicke in die Arbeit von „Rot gegen Rassismus“. Die Initiative ist längst keine bloße Kampagne mehr, sondern fest beim FC Bayern verankert. Ein 20-köpfiges Team arbeitet daran, das Thema Diskriminierung auf allen Ebenen anzugehen. Intern geschieht das durch einen verbindlichen Handlungsleitfaden, der den Mitarbeitern – von der Geschäftsstelle bis zum Sicherheitsdienst – Sicherheit gibt:

Was ist Diskriminierung und wie reagiere ich konkret? Formate wie die „After Work“-Gespräche mit dem Holocaust-Überlebenden Abba Naor sorgen dafür, dass diese Haltung in der Belegschaft wirklich verinnerlicht werden kann.

Nach außen nutzt der FC Bayern seine Strahlkraft bewusst für Sichtbarkeit – egal ob durch den Schriftzug auf den Mannschaftsbussen, die Aufwärmshirts oder die Kooperation mit Partnern wie „Buntkicktgut“ und „Queerpass Bayern“. Das Fundament bildet dabei immer die eigene Geschichte, die der Verein zusammen mit dem Institut für Zeitgeschichte (IfZ) wissenschaftlich aufarbeitet.

Der wichtigste Heimsieg: Gewinnbringender Austausch an der Basis

Ein besonderer Moment war der Abschluss der Runde, als Oke Göttlich, Präsident beim FC St. Pauli und der neue Geschäftsleiter Vermarktung bei FC St. Pauli, Patrick Mushatsi-Kareba, zu der Gruppe stießen. Patrick teilte sehr persönliche Erlebnisse zum Thema Rassismus, die im Raum spürbar nachwirkten. Oke Göttlich betonte dann noch einmal, wie wichtig es ist, gemeinsam mutig zu bleiben, auch bei Gegenwind.

Am Ende waren sich alle Beteiligten einig: es ist essentiell solche sicheren Räume der Begegnung für den Dialog zu schaffen. Der Austausch hat gezeigt, dass beide Vereine massiv von den Impulsen der Basis profitieren. Wenn Mitglieder beider Lager zusammenkommen, um über Inklusion, Mut, Fluchthilfe und Zivilcourage zu sprechen, dann gewinnt der Fußball seine wichtigste Partie schon lange vor dem Anpfiff.

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