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·16 gennaio 2026

Michel Platinis Attacke auf Infantino ist bitter, aber in der Sache richtig

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Michel Platini kritisiert FIFA-Chef Infantino scharf und fordert die UEFA auf, dem Weltverband Paroli zu bieten. Eine Analyse der Machtverhältnisse im Weltfußball.

Michel Platini meldet sich zurück, und er hat eine Botschaft: Die UEFA muss der FIFA endlich Paroli bieten. Der frühere Europameister und langjährige UEFA-Präsident attackiert seinen einstigen Weggefährten Gianni Infantino mit einer Schärfe, die aufhorchen lässt. Infantino sei seit der Pandemie autokratischer geworden, habe den Faden verloren, es herrsche weniger Demokratie als zu Blatters Zeiten. Das sind harte Worte von einem Mann, der selbst lange im Zentrum der Fußballpolitik stand.


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Platinis Analyse trifft einen wunden Punkt. Die FIFA unter Infantino hat sich tatsächlich verändert. Der Weltverband agiert zunehmend als Alleinherrscher über den Kalender, über Turnierformate, über die Verteilung von Milliarden. Die Klub-WM 2025 wurde durchgedrückt, obwohl Spieler, Ligen und Verbände protestierten. Die WM 2034 ging nach Saudi-Arabien, ohne dass ernsthafter Widerstand erkennbar gewesen wäre. Infantino inszeniert sich als Modernisierer, doch seine Kritiker sehen einen Funktionär, der Macht konzentriert statt sie zu teilen.

Dass Platini nun ausgerechnet UEFA-Präsident Aleksander Ceferin auffordert, präsenter zu sein und Infantino von weiteren Dummheiten abzuhalten, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Ceferin und Infantino galten lange als Verbündete, bevor das Verhältnis abkühlte. Die UEFA hat sich zuletzt zwar gegen einzelne FIFA-Projekte positioniert, aber von einem echten Gegengewicht kann keine Rede sein. Europa ist wirtschaftlich dominant, politisch aber erstaunlich zahm.

Ausgerechnet Platini hat recht

Platinis Forderung nach mehr ehemaligen Spielern in Führungspositionen klingt sympathisch, bleibt aber vage. Er selbst räumt ein, dass der Weg an die Spitze mühsam und teuer ist. Wer soll diese Spieler fördern? Wer finanziert ihre Kampagnen? Die Strukturen des Weltfußballs sind nicht darauf ausgelegt, Quereinsteiger zu begünstigen. Sie belohnen Netzwerke, Loyalität und Ausdauer im Apparat.

Man muss Platinis Motive nicht verklären. Der Franzose wurde selbst von der FIFA-Ethikkommission gesperrt, der Freispruch vom Vorwurf des Betruges durch ein Schweizer Gericht ist erst seit August 2025 rechtskräftig. Infantino gilt als größter Profiteur jener Vorgänge, die Platinis Karriere beendeten. Da schwingt persönliche Verbitterung mit.

Und doch hat Platini in der Sache recht. Der Fußball braucht Institutionen, die sich gegenseitig kontrollieren. Er braucht Debatten über Werte, über Belastungsgrenzen, über die Frage, wem dieser Sport eigentlich gehört. Wenn die UEFA diese Rolle nicht ausfüllt, wird sie zur Staffage degradiert. Platinis Intervention ist auch ein Weckruf an Ceferin: Wer schweigt, stimmt zu.

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