Mit Muriqi, Asllani & Co.: Wird Underdog Kosovo zum Härtetest für die Türkei? – Analyse | OneFootball

Mit Muriqi, Asllani & Co.: Wird Underdog Kosovo zum Härtetest für die Türkei? – Analyse | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: LIGABlatt

LIGABlatt

·28 marzo 2026

Mit Muriqi, Asllani & Co.: Wird Underdog Kosovo zum Härtetest für die Türkei? – Analyse

Immagine dell'articolo:Mit Muriqi, Asllani & Co.: Wird Underdog Kosovo zum Härtetest für die Türkei? – Analyse

Seit 24 Jahren wartet die Türkei auf die Rückkehr auf die WM-Bühne. Am kommenden Dienstag gastiert man im Playoff-Finale beim Underdog Kosovo, der sich mit Muriqi, Asllani & Co. den großen WM-Traum erfüllen möchte. Ein Selbstläufer oder doch ein Härtetest für die "Millî Takım"? Eine Analyse von LIGABlatt-Redakteur Arben Hoti.

Wenn am Dienstagabend in Prishtina der Anpfiff ertönt, trifft die favorisierte Türkei nicht auf einen klassischen Underdog, sondern auf eine der Überraschungsmannschaften der jüngsten WM-Qualifikation. Die noch junge Fußballnation Kosovo, deren Verband erst seit 2016 Mitglied der UEFA und FIFA ist, braucht nur noch einen Sieg für die erste WM-Teilnahme. Hinter dem möglichen Fußball-Märchen verbirgt sich eine taktisch disziplinierte Mannschaft mit klaren Abläufen und individueller Qualität, die besonders seit dem Trainer-Wechsel auftrumpft.


OneFootball Video


Spielidee: Fokus auf Struktur & Kollektiv

Seit Februar 2024 wird der Kosovo von Franco Foda trainiert. Der ehemalige Bundesliga-Spieler hat den Kosovo vor allem taktisch stabilisiert. Seine Philosophie setzt auf Organisation, Kompaktheit und diszipliniertes Positionsspiel. Defensiv agiert das Team meist in einem kompakten 5-3-2-System und engen Abständen zwischen den Ketten, wodurch das Zentrum schwer zu bespielen ist. Mit Ball verschiebt sich das System dann in ein 3-5-2 mit hochstehenden Schienenspieler, die für Breite und Überzahl im Spiel nach vorne sorgen. Auffällig ist, dass Foda auf ein funktionierendes Kollektiv statt Einzelspieler setzt. Unterschiedsspieler wie Edon Zhegrova (Juventus) und Milot Rashica (Beşiktaş) sitzen wegen mangelnder Spielzeiten oder fehlender Form nur auf der Bank. Vielmehr sind ein funktionierendes Kollektiv sowie die Disziplin die Schlüssel zum Erfolg.

Schlüsselspieler: Doppelsturm mit klarer Rollenverteilung

Im Angriff setzt man auf das mittlerweile eingespielte Sturm-Duo um Vedat Muriqi und Fisnik Asllani. Der ehemalige Fener-Stürmer Muriqi (aktuell bei RCD Mallorca) ist ein klassischer Zielstürmer. Mit 31 Jahren zählt er zu den erfahrenen Führungsspielern, der dank seiner Physis und Kopfballstärke sowohl als Vollstrecker als auch als Anspielstation für lange Bälle und Flanken agiert. In der spanischen LaLiga ist er mit 18 Treffern aktuell der zweitbeste Torschütze hinter Mbappe (23 Tore).

Neben ihm agiert mit Asllani ein deutlich flexiblerer Stürmer. Der Hoffenheimer nutzt mit seiner Dynamik und den Tiefenläufen die Räume, die Zielstürmer Muriqi durch seine Präsenz schafft. Diese Kombination macht den kosovarischen Angriff unberechenbar. Unterstützt wird das Sturm-Duo vom offensiv ausgerichteten Mittelfeld, in dem Florent Muslija (Fortuna Düsseldorf) für Kreativität und Torgefahr aus der zweiten Reihe sorgt.

Stärken: Umschaltspiel, Teamgeist & Heimvorteil

Eine große Stärke des Kosovos ist die stabile Grundordnung in der Defensive. Durch das kompakte 5-3-2-System sind die Abstände sehr eng und das Zentrum so extrem schwer zu bespielen. Gleichzeitig agiert man im Umschaltspiel sehr effizient. Nach Ballgewinnen wird mit wenigen Kontakten schnell nach vorne gespielt, häufig über Muriqi als Zielspieler oder durch direkte Tiefenläufe von Asllani.

Darüber hinaus überzeugt das Team durch großen Zusammenhalt und Teamgeist, denn in der Foda-Ära funktioniert der Kosovo als Kollektiv, verschiebt kompakt und arbeitet konsequent gegen den Ball. Hinzu kommt der emotionale Faktor, denn vor heimischer Kulisse in Prishtina kann die Unterstützung der Fans entscheidend sein.

Schwächen: Defensive Anfälligkeit & fehlende Erfahrung

Trotz der stabilen Grundordnung hat die Defensive auch Schwächen. Bei gegnerischem Druck wirkt die letzte Linie nicht immer sicher, vor allem wenn die Gegner schnell kombinieren und die Schienenspieler überspielen. Auch bei Standards sind Schwächen erkennbar, so wie zuletzt beim 4:3-Sieg gegen die Slowakei, als Abstimmungsprobleme und Defizite im Stellungsspiel zu leichten Gegentoren führten. Ein weiteres Manko ist die fehlende Erfahrung. Viele, vor allem die jungen Spieler, stehen vor dem größten Spiel der Karriere, was sich in Drucksituationen bemerkbar machen könnte.

Fazit: Die Türkei muss sich auf einen Härtetest einstellen

Der Kosovo präsentiert sich als taktisch gut organisierte und mannschaftlich geschlossene Einheit mit klarer Spielidee. Die Kombination aus kompakter Defensive und dem eingespielten Sturm-Duo macht das Team, trotz der fehlenden Erfahrung, zu einem unangenehmen Gegner.

Auch wenn die Türkei aufgrund der höheren individuellen Qualität als Favorit ins Spiel geht, ist ein Selbstläufer nicht zu erwarten. Vielmehr wartet ein intensiver Härtetest gegen einen selbstbewussten Underdog, der seine historische Chance nutzen will und genau weiß, wie man Favoriten vor Probleme stellt.

Foto: Christian Bruna/Getty Images

Visualizza l' imprint del creator