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·24 aprile 2026
Mittelfeld statt Aufstiegstraum: Warum 1860 seine Ziele verfehlt hat

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Eine für den TSV 1860 München unterm Strich enttäuschende Saison neigt sich dem Ende entgegen. Die Weichenstellungen für die neue Spielzeit haben längst begonnen, so verkündeten die Löwen am Donnerstag gleich sechs Abgänge. Doch zunächst gilt es diese Spielzeit aufzuarbeiten. Warum haben die Sechzger ihre Ziele verfehlt? liga3-online.de analysiert.
Keine Frage, von allen Seiten im Vorfeld der Saison als Aufstiegsfavorit bezeichnet zu werden, ist eine Bürde. Nach einem erfolgreichen Sommer-Transferfenster, in dem neben den Rückkehrern Kevin Volland und Florian Niederlechner auch Spieler wie Sigurd Haugen und Thomas Dähne nach München gelotst werden konnten, war die Erwartungshaltung an die Löwen gewaltig. Eine Last, die die Sechzger nur schwerlich zu schultern vermochten. Nach dem guten Saisonstart brachen die Münchner im Herbst ein und fanden sich plötzlich im unteren Mittelfeld der Tabelle wieder. Fortan lief der TSV der Musik hinterher.
Kevin Volland führte kürzlich an, dass die Mannschaft Schwierigkeiten damit habe, dem Druck standzuhalten. "Als der Druck weg war, haben wir eine Serie gestartet", erklärt der Ex-Nationalspieler. Im Frühjahr war 1860 dann plötzlich wieder in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen – doch in den entscheidenden Momenten habe der Mannschaft dann wieder die nötige Mentalität gefehlt, so Volland. Löwen-Präsident Gernot Mang sprach zuletzt gar davon, dass die Mannschaft künftig keine "Alibi-Spieler" mehr haben solle.
Dass der hochgehandelte Kader dem Druck nicht standhalten konnte, wirft die Frage auf, ob die Personalwahl ideal war. Geschäftsführer Manfred Paula resümierte kürzlich, dass die Löwen nicht gut beraten waren, "das Etikett 'Aufstiegskader' auf diesen Kader zu kleben". Dafür hätte der Kader zu viele Schwächen offenbart. Abgesehen von der Mentalität hob Paula dabei die begrenzten spielerischen Qualitäten und der fehlende Speed in der Offensive hervor.
Ein weiterer Malus war die zu große Verletzungsanfälligkeit der Münchner. "Wir wissen alle, dass der beste Spieler der Mannschaft nicht helfen kann, wenn er über große Strecken der Saison nicht trainings- und spielfähig ist", erklärte Paula. Damit dürfte unter anderem Kapitän Jesper Verlaat gemeint sein, der den Löwen seit Mitte September fehlt. Dabei war bei weitem nicht der einzige längerfristige Ausfall eines angedachten Leistungsträger. Zwischenzeitlich musste Sechzig gar auf elf Spieler verzichten.
Und dennoch zeigte 1860 in dieser Saison zumindest phasenweise gute Leistungen, die im Spätherbst vier Siege in Folge und im Frühjahr gar fünf Dreier am Stück ermöglichten. Im Anschluss folgten jedoch beide Male Phasen, in denen die Münchner zu viele Punkte liegen ließen. "Ich habe ein gutes Team gesehen und hatte gehofft, dass es irgendwann zu einem Spitzenteam werden kann. Aber das ist uns nicht gelungen. Jetzt, wo sich alles zuspitzt, haben wir es nicht geschafft, dabei zu sein", sagt Trainer Markus Kauczinski zuletzt.
Für den Trainer, der seit Mitte Oktober im Amt ist, unterscheiden sich die Löwen vor allem in Sachen Konstanz von einem Spitzenteam. "Am Ende wird man sagen müssen, dass wir nicht gut genug waren", lautet daher Kauczinskis Fazit.
Unterm Strich wird diese Saison als ein weiterer erfolgloser Anlauf, in die zweite Liga zurückzukehren, in die Annalen der Löwen eingehen – trotz eines im Vorfeld hoch gehandelten Kaders. Nun steht mal wieder ein mittelgroßer Umbruch an, sieben Abgänge sind bereits fix. Einmal mehr gilt es jetzt für den bayerischen Traditionsverein, die Saison aufzuarbeiten und die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.
Doch auch wenn die Gesamtbilanz ernüchternd ist, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der Punkteschnitt unter Markus Kauczinski hochgerechnet auf die ganze Saison zum Mitmischen in der Aufstiegsregion gereicht hätte – ohne der Hypothek des verpatzten ersten Saisondrittels. Umso wichtiger ist es nun, die frühe Planungssicherheit zu nutzen und die Voraussetzungen für eine stabilere kommende Saison zu schaffen. Die Sisyphos-Aufgabe Zweitligaaufstieg wartet dann schon zum neunten Mal auf 1860.
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