Mockenhaupt: "Fühle mich in der Verfolgerrolle sehr wohl" | OneFootball

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·19 marzo 2026

Mockenhaupt: "Fühle mich in der Verfolgerrolle sehr wohl"

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Auch der SV Wehen Wiesbaden mischt als Tabellenachter noch kräftig oben mit und hat weiter eine realistische Chance auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Mit liga3-online.de spricht Vereinslegende und Leistungsträger Sascha Mockenhaupt über die Lage im Aufstiegsrennen, die Heimstärke des SV Wehen Wiesbaden, seine Zukunft im Verein und das Top-Spiel gegen den F.C. Hansa Rostock am Freitagabend.

"In einer ähnlichen Konstellation zweimal aufgestiegen"

liga3-online: Nach insgesamt erfolgreichen letzten Wochen ist auch der SV Wehen Wiesbaden noch im Aufstiegsrennen dabei. Wie ist derzeit Ihre Stimmung, Herr Mockenhaupt?


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Sascha Mockenhaupt: Grundsätzlich positiv. Zwar gab es auch einige Begegnungen, in denen wir leer ausgegangen sind. Aber insgesamt ist unsere Punkteausbeute seit dem Trainerwechsel im November top. Und es ist auch so, dass ich mich in der Verfolgerrolle sehr wohl fühle. Schließlich bin ich in einer ähnlichen Konstellation schon zweimal aufgestiegen.

Fakt ist: Es sind nur fünf Zähler auf Platz zwei. Sie als Drittliga-Ikone müssen es doch wissen – wie viele Zähler sind am Saisonende notwendig, um zumindest mal eine Top 3-Platzierung zu erreichen?

So einfach ist das natürlich nicht, weil die Lage jede Saison immer etwas unterschiedlich ist. Wir haben auch mal mit 70 Punkten nur die Relegation erreicht. Eventuell könnte jetzt eine ähnliche Situation eintreten. Viele Teams oben punkten sehr gut, während unten einige Mannschaften sehr wenige Zähler auf dem Konto haben.

Was spricht dafür, dass der SVWW das Feld von hinten aufräumt und am Ende einen dieser drei Plätze einnimmt?

Die Punkteausbeute seit dem Trainerwechsel spricht für unsere Qualität und unsere taktische Variabilität. Es ist schwer, uns zu schlagen – auch, weil wir wenige Gegentore kassieren. Dank unserer stabilen Defensive haben wir viele Spiele gewonnen. Außerdem sind wir dazu in der Lage, Ausfälle gut zu kompensieren. Es ist das Kollektiv, das uns stark macht. Wir haben nicht die zwei bis drei Top-Spieler, die mit ihrer individuellen Klasse den Unterschied machen. Sondern wir sind eine funktionierende Einheit, die über den Teamspirit und über die Breite des Kaders kommt.

Großes Faustpfand ist die Heimstärke. Nur der MSV Duisburg holte zuhause mehr Punkte. Was macht Wiesbaden vor eigenem Publikum so stark?

Das ist kein neues Phänomen bei uns. Wir wollen zuhause immer den Ton angeben, während wir uns auswärts ein wenig selbst ausbremsen. Es dauert länger, bis wir in die Partie finden und kassieren in dieser Phase nicht selten ein Gegentor. Bei Heimspielen denken wir – glaube ich – weniger nach und haben immer die gleichen Abläufe, die uns zum Erfolg führen.

Hansa-Offensive? "Wahnsinnige Qualität"

Nun kommt mit Hansa Rostock am Freitagabend ein weiterer formstarker Aufstiegsaspirant nach Wiesbaden. Was braucht es, um auch den F.C. Hansa zu besiegen?

Einfach gesprochen: Wir wollen wieder unser Heimgesicht zeigen und an die letzten Begegnungen im eigenen Stadion anknüpfen. Rostock ist ein sicher agierendes Team, das über viel Ballbesitz kommt. Wir dürfen Hansa nicht ins Spiel kommen lassen. Der Schlüssel zum Erfolg wird sein, Rostock mit konsequentem Pressing so weit wie möglich von unserem Tor fernzuhalten.

Wie schätzen Sie Rostock diese Saison generell ein?

Hansa Rostock hat für mich den vielleicht besten Spielaufbau in der gesamten 3. Liga. Das Team ist laufstark und hat in der Offensive mit Spielern wie Andreas Voglsammer und Maximilian Krauß eine wahnsinnige Qualität. Uns erwartet also eine schwierige Aufgabe.

Sie werden diese Saison mit hoher Wahrscheinlichkeit noch Ihren 250. Einsatz in der 3. Liga bestreiten. Wie stolz macht Sie diese Zahl?

Es ist eher die Gesamtanzahl an Einsätzen für den Verein, die mich stolz macht. Ich wollte als Fußballprofi immer schon etwas in einem Klub bewirken und nicht von Verein zu Verein hoppen. Es war mir wichtig, mich mit einem Klub identifizieren zu können. Ligaübergreifend habe ich insgesamt fast 350 Begegnungen für den SV Wehen Wiesbaden absolviert. Ich bin in erster Linie stolz darauf, meinen Körper so gut im Griff zu haben und kaum verletzt zu sein. Mit bald 35 Jahren ist es das größte Kompliment, wenn mir meine Mitspieler nach Abpfiff sagen: “Mocki, wie immer stark gespielt.” Ich möchte so lange wie möglich fit bleiben und auf diesem Level Fußball spielen.

Was ist der Plan für die nächsten Jahre: Folgen über die Saison hinaus noch weitere Einsätze in der 3. Liga – oder womöglich auch in der 2. Bundesliga?

Es war nie mein Ziel, rekordverdächtige Zahlen zu erreichen. Man sollte den Karriere-Erfolg eines Spielers auch nicht nur an Einsatzzeiten festmachen. Ich kann selbstbewusst sagen, dass ich mir im Verein über die letzten Jahre ein starkes Standing erarbeitet habe. Mein Vertrag läuft aus und ich habe signalisiert, bleiben zu wollen. Gern noch mindestens ein weiteres Jahr als Spieler. Die Gespräche dazu werden bald geführt. Jetzt gerade geht es erstmal um den sportlichen Erfolg in dieser Saison.

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