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·11 maggio 2026

"Nichtangriffspakt" mit Greifswald: Aufregung um Lok Leipzig

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Mit einem 1:1 beim Greifswalder FC hat Lok Leipzig in der Regionalliga Nordost die Tabellenspitze zurückerobert und die Qualifikation für die Aufstiegsspiele weiter in eigener Hand. Ein "Nichtangriffspakt" sorgt jedoch für Aufregung.

Teams stellen Fußballspielen ein

Bereits nach vier Minuten geriet Lok beim Viertletzten der Tabelle in Rückstand und war zu diesem Zeitpunkt nur noch Tabellenzweiter, kam nach 65 Minuten durch Adetula aber zum Ausgleich und sprang dadurch zurück an die Tabellenspitze – punktgleich mit Verfolger Carl Zeiss Jena. Mit einem weiteren Tor hätte Lok den Vorsprung wieder auf zwei Zähker ausbauen können, lief aber gleichzeitig Gefahr, bei einem erneuten Gegentor wieder auf Platz 2 zurückzufallen, wodurch die Sachsen die Meisterschaft am letzten Spieltag nicht mehr in eigener Hand gehabt hätten.


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Und so riskierte die Mannschaft von Trainer Jochen Seitz nicht mehr allzu viel. Und weil auch Greifswald mit dem Punkt leben konnte, bedeutete er doch den Klassenerhalt, verständigten sich beide Seiten auf eine Art "Nichtangriffspakt" und stellten das Fußballspielen ab der 85. Minute ein, was an die Schande von Gijón 1982 zwischen Deutschland und Österreich erinnerte. Während Greifswald den Ball nur noch durch die eigenen Reihen schob, griff Leipzig nicht mehr an. Pfiffe von den Rängen waren die Folge. So liefen die Minuten ohne weitere Ereignisse bis zum Abpfiff herunter.

Trainer sehen kein Fehlverhalten

"Das hat mit Sportsgeist wenig zu tun. Das ist peinlich und nicht gut für die Regionalliga Nordost", hieß beim "MDR". Auch in den sozialen Netzwerken gab es teilweise scharfe Kritik. "Wettbewerbsverzerrung", "Beide Teams sollten sich schämen", "Absolut unsportlich!", "Lächerlich", lauteten einige der Kommentare. Lok wehrte sich: "Was ist da lächerlich? Dass wir nach 85 Minuten Pressing und hohem Anlaufen in den letzten fünf Minuten bei Ballbesitz des Gegners nicht mehr mit allem drauf gehen und so vielleicht noch einen Konter kassieren?".

Auch Seitz sagte nach der Partie: "Greifswald hatte Ballbesitz. Wir haben dann keine Veranlassung mehr gesehen, vorne draufzugehen, denn wir wollten kein Risiko eingehen. Drei, vier, fünf Minuten vor dem Spielende willst du dann auch kein Gegentor mehr fressen. Und wenn beide mit einem Unentschieden zufrieden sind, ist es absolut legitim, den Punkt mitzunehmen." Greifswald-Coach Björn Lipfert meinte: "Wenn du nicht gewinnen kannst, darfst du nicht verlieren. Das war heute unser Motto. So ist dann der Fußball." Ein Beigeschmack bleibt dennoch.

NOFV "enttäuscht von beiden Vereinen"

Entsprechend übt auch der Nordostdeutsche Fußball-Verband Kritik: "Ich habe es am Bildschirm verfolgt. Ich bin enttäuscht von beiden Vereinen, das entspricht nicht dem Niveau unserer sonst so attraktiven Regionalliga Nordost. Das ist unsportliches, unfaires Verhalten", sagte Präsident Hermann Winkler gegenüber dem "Kicker". NOFV-Geschäftsführer Till Dahlitz spricht von einer "klar unsportlichen" Aktion, die  dem grundlegenden Gedanken des Fair Play widersprechen. "Solche Vorkommnisse sind bedauerlich und passen nicht zum Anspruch einer attraktiven Regionalliga Nordost. Gerade im Wettbewerb um die Meisterschaft und Klassenerhalt sollte der sportliche Gedanke im Vordergrund stehen."

Jena-Coach Volkan Uluc war ebenfalls wenig erfreut über die Aktion, wie der der "Bild" sagte: "Was da passiert ist, müssen die Verantwortlichen unter sich selbst ausmachen, aber man sieht das Echo. Das müssen sie dann selbst einordnen. Ich habe als Trainer so etwas nie gemacht und werde es niemals machen. Wir vertreten bestimmte Werte und die stehen über allem. Wem Werte nicht wichtig sind, der hinterlässt auch nichts."

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