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·12 marzo 2026
Pep Guardiolas Realitätsverweigerung ist Manchester Citys größtes Problem

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·12 marzo 2026

Nach dem 0:3 bei Real Madrid sagte Guardiola, City sei besser gewesen als das Ergebnis. Kritiker sehen darin taktisches Versagen und fehlende Selbstkritik.
Ein 0:3 bei Real Madrid, ein Hattrick von Federico Valverde, eine Blamage in der Champions League - und Pep Guardiola schleicht mit gesenktem Kopf in die Kabine. Dann sagt er vor laufenden Kameras, sein Team sei „besser gewesen als das Ergebnis". Ich finde: Genau in diesem Satz steckt das ganze Problem von Manchester City.
Guardiola hat sich in eine Selbstwahrnehmung manövriert, die mit der Realität auf dem Platz nichts mehr zu tun hat. The Guardian schrieb, der Trainer sei wegen seiner offensiven Ausrichtung „als taktischer Neuling bloßgestellt" worden. Das ist eine harte Formulierung für einen Mann, der als einer der besten Trainer der Fußballgeschichte gilt. Aber sie trifft einen Punkt. Wer bei Real Madrid mit offenem Visier spielt, ohne die Defensive abzusichern, der wird bestraft. Drei Tore vor der Pause – das ist kein Pech, das ist ein taktisches Versagen.
Bernardo Silva war nach dem Spiel ehrlicher als sein Trainer. „Jetzt sieht es wirklich düster aus", sagte er bei TNT Sports. Immerhin hatte Gianluigi Donnarumma mit einem gehaltenen Elfmeter von Vinicius Junior noch Schlimmeres verhindert. Wenn ein gehaltener Strafstoß die beste Nachricht eines Abends ist, sagt das alles über die Qualität des Auftritts.
City droht nun zum dritten Mal in Serie in der Champions League an Real Madrid zu scheitern. The Telegraph schrieb, die Mannschaft sei „in Stücke gerissen" worden, The Sun sieht den Klub vor dem Rückspiel „in den Abgrund" blicken. Die britische Presse übertreibt gern, aber diesmal ist die Schärfe angemessen. Ein 0:3 im Hinspiel gegen Real ist in der Königsklasse so gut wie ein Todesurteil. Nicht weil Real unschlagbar wäre, sondern weil Real genau weiß, wie man einen Vorsprung über die Zeit bringt.
Was mich an Guardiolas Reaktion stört, ist nicht der Optimismus. Trainer müssen an Comebacks glauben, das gehört zum Job. Was mich stört, ist die Weigerung, das eigene taktische Scheitern zu benennen. „Im Fußball weiß man nie. Wir werden es versuchen" – das klingt nach einem Mann, der keine Antworten hat, aber so tut, als bräuchte er keine. Wer nach einem 0:3 sagt, man sei besser gewesen als das Ergebnis, der analysiert nicht, der verdrängt.
Guardiola hat Manchester City auf ein Niveau gehoben, das vor ihm undenkbar war. Aber genau dieser Erfolg macht ihn offenbar immun gegen Selbstkritik in den Momenten, in denen sie am nötigsten wäre. Die offensive Ausrichtung gegen Real war keine mutige Entscheidung, sie war eine fahrlässige. Und die Pressekonferenz danach war keine Durchhalteparole, sie war eine Realitätsverweigerung.
Vor dem Rückspiel in Manchester stellt sich nicht die Frage, ob City das 0:3 noch drehen kann. Die Frage ist, ob Guardiola bereit ist, sich selbst als Teil des Problems zu begreifen – oder ob er so lange an seiner Überlegenheit festhält, bis auch die letzte Chance auf den Titel in der Königsklasse verspielt ist.









































