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·19 maggio 2026

Relegation 86: Wegmanns Tor in siebtletzter Sekunde

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Die zunächst von Pal Csernai, ab dem 33. Spieltag von seinem bisherigen Assistenten Reinhard Saftig trainierte Mannschaft verpasst den direkten Klassenerhalt nur um zwei Tore und muss als Tabellensechzehnter in die Relegation gegen den Zweitligadritten Fortuna Köln, der lange auf Meisterkurs gelegen hat, jedoch von seinen finalen neun Partien nur eine gewinnen konnte und fünfmal als Verlierer vom Rasen gegangen war. „Wer den Dritten der zweiten Liga nicht schlägt, hat es nicht verdient, in der Bundesliga zu bleiben“, tönt Marcel Raducanu vor dem Hinspiel am 13. Mai.

Nach einer ängstlichen Vorstellung und einer verdienten 0:2-Niederlage vor 44.000 Zuschauern im Müngersdorfer Stadion sind Worte gegenseitigen Vorwurfs zu vernehmen. Ralf Loose versucht, den Laden irgendwie zusammenzuhalten: „Ein 0:2 ist aufzuholen. Wenn wir daran nicht glauben, brauchen wir gar nicht erst anzutreten.“


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Das Rückspiel findet sechs Tage später statt. Zum ersten Mal in der Saison 1985/86 ist das Westfalenstadion mit 54.000 Fans ausverkauft – wenn es darauf ankommt, kann sich der wirtschaftlich und sportlich schwer angeschlagene Verein auf seine Anhänger verlassen. Sie sehen eine Mannschaft, die sich wehrt, die das Spiel zu machen versucht, sich aber viele Fehler leistet, in der 14. Minute einen Gegenangriff nicht unterbindet und das 0:1 durch Bernd Grabosch hinnehmen muss. Eike Immel und Günter Kutowski verhindern in der Folge das 0:2. Während es in der Halbzeitpause in der Kabine so ruhig ist, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte, in Block 13 auf der Südtribüne Männer mit Oberarmen so dick wie Oberschenkel heulend auf den Stufen hocken, breitet sich im Stadion mit Wiederanpfiff ein Jetzt-erst-recht-Gefühl aus.

Die Süd weckt die Mannschaft auf, die Süd trägt sie. Die Mannschaft spielt in der zweiten Halbzeit auf die Süd. Sie ist am Pfingstmontag des Jahres 1986 der zwölfte Mann.

In der 54. Minute verwandelt Michael Zorc einen Foulelfmeter zum 1:1, eine knappe Viertelstunde später köpft Raducanu das 2:1. Gut 20 Minuten bleiben noch, die Auswärtstorregel greift nicht, ein 3:1 würde reichen für ein Entscheidungsspiel. Angriff auf Angriff rollt auf das Gästetor – und direkt dahinter bebt die Süd. Doch Kölns Schlussmann, Jacek Jarecki, wächst in dieser Phase über sich hinaus. Und Jürgen Wegmanns abgefälschter Schuss kracht an die Latte. 10:2 Torchancen, 13:2 Ecken, aber weiter nur 2:1.

Die 90. Minute beginnt mit einem Eckball für Fortuna Köln. Er wird kurz gespielt. Der Versuch, einen Dortmunder anzuschießen und die nächste Ecke herauszuholen, misslingt. Als Immel den Abstoß ausführt, sind genau 89 Minuten und 27 Sekunden gespielt. Der BVB ist gefühlter Zweitligist, als Raducanu den letzten, den allerletzten Angriff einleitet. Der Rumäne schlägt einen langen Ball in den Kölner Strafraum, der abgewehrt wird. Bernd Storck hetzt dem Leder hinterher. 15 Sekunden sind noch auf der Uhr. Nur noch 15 Sekunden!

Kurz vor der rechten Seitenlinie erreicht Storck den Ball, flankt in die Mitte, wo Zorc mit dem Kopf weiterleitet auf Daniel Simmes, 16 Meter, zentral vor dem Tor. Auch Simmes nimmt den Kopf. Kurz vor dem linken Fünfmetereck setzt der Ball auf. Von links kommt Ingo Anderbrügge, jagt den Ball scharf nach innen, Jarecki taucht ab, kann den wuchtigen Schuss aber nicht festhalten und legt ihn unfreiwillig vor die Füße von Wegmann, der ihn aus drei Metern über die Linie stochert. Kein Abseits, alles korrekt! Das erlösende 3:1! Nach 89 Minuten und 53 Sekunden gibt es kein Halten mehr.

Schiedsrichter Aron Schmidhuber pfeift danach gar nicht mehr an.

Der Abstieg ist abgewendet. Vorerst jedenfalls.Boris Rupert

Borussia und die „magische 6“ – im Jahr 2026 stehen u.a. diese Jubiläen an: Deutsche Meisterschaft 1956, Europapokalsieg 1966, Aufstiegs-Relegation 1976, Abstiegs-Relegation 1986

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