MillernTon
·23 aprile 2026
Saison-Aus für den polyvalenten Dauer(b)renner

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Mathias Pereira Lage hat sich schwer verletzt, seine Saison ist beendet. Ein weiterer schwerwiegender Ausfall für den FC St. Pauli.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Es ist keine 24 Stunden her, dass wir beim MillernTon einen Artikel veröffentlicht haben, der verschiedene Gründe nannte, warum Hoffnung angebracht ist. Einer der Gründe: Der Kader ist vor dem Saisonfinale so gut gefüllt wie nie, das Lazarett hingegen fast leer. Dann ploppten erst die Nachrichten auf, dass Nikola Vasilj und Eric Smith aufgrund grippaler Infekte bisher diese Woche nicht mittrainieren konnten, was vor allem für Smith einen Einsatz am Wochenende unwahrscheinlicher macht. Viel schlimmer als ein grippaler Infekt ist hingegen das, was Mathias Pereira Lage am Mittwoch im Training passiert ist.
Kurz vor Ende der Trainingseinheit verletzte sich der 29-jährige am Knie. Ein Mitspieler fiel in einer Spielsituation auf sein linkes Bein. Die MOPO berichtete, dass aufgrund der Reaktion von Pereira Lage sofort klar gewesen sei, dass es sich um eine schwere und vor allem schmerzhafte Verletzung handelt. Der Offensivspieler wurde gestützt vom Platz gebracht und noch am selben Tag für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus. So oder so war laut anwesenden Personen auch ohne genaue Diagnose bereits klar: Diese Verletzung würde das Saisonende für Mathias Pereira Lage bedeuten.
Nun gibt es Gewissheit. Der FC St. Pauli vermeldete am Donnerstag-Vormittag, dass sich Mathias Pereira Lage eine „komplexe Verletzung“ am linken Knie zugezogen hat, leider ist dabei auch das Kreuzband betroffen. Pereira Lage wird noch am Donnerstag operiert werden. Wie erwartet bedeutet diese Verletzung das Saison-Aus. Mehr noch: Es wäre sehr bemerkenswert, wenn Mathias Pereira Lage wieder für den FCSP in Pflichtspielen auf dem Rasen stehen kann, bevor die gerade erst grün gewordenen Blätter schon wieder braun sind und abfallen. Was für eine Scheiße!
Den FC St. Pauli trifft die Verletzung von Mathias Pereira Lage ins Mark. Nur vier Feldspieler standen in dieser Spielzeit länger auf dem Platz als der 29-jährige. Er ist der Offensivspieler mit der meisten Spielzeit und hat mit zwei Treffern und zwei Vorlagen in der Bundesliga zwar keine überragenden Zahlen vorzuweisen, aber zählt trotzdem zu den produktivsten Spielern im Kader, wenn es nur um die Aktionen aus dem Spiel heraus geht. Aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit hat Pereira Lage auch für die Defensive des FC St. Pauli eine wichtige Rolle eingenommen, kein anderer Offensivspieler hat mehr erfolgreiche Defensivaktionen pro Spiel als Pereira Lage, was einer der Hauptgründe gewesen sein dürfte, warum er im fitten Zustand eine Art Startelfgarantie hatte. Besonders in Pressingsituationen wusste er zu gefallen, denkt mal an die Entstehung des Treffers von Hountondji beim FC Bayern München. Sein Trainer Alexander Blessin erklärte vor wenigen Wochen: „Mathias ist extrem wichtig für die Mannschaft, er gibt uns enorm viel mit seinem taktischen Verständnis und der Energie gegen den Ball.“ Ein Grund dafür ist die extreme Laufstärke des Offensivspielers: Er ist in den Top 10 der gesamten Liga zu finden, wenn es um die Anzahl an Sprints (Platz neun) und intensiven Läufe (sieben) geht.
Dem FC St. Pauli werden die Fähigkeiten von Mathias Pereira Lage zweifelsohne fehlen. Die Verletzung wiegt extrem schwer, zumal es im Team keinen weiteren Offensivspieler gibt, der Technik, Tempo und Defensivstärke so vereint wie der 29-jährige. Entsprechend muss nun umgebaut werden. Denn Pereira Lage interpretierte seine Rolle irgendwo zwischen Mittelsturm, Außenbahn und Zehnerraum. Gegen Heidenheim könnte am ehesten Joel Fujita die Offensivposition einnehmen, das wäre die Variante „Zehner“. Wenn der FC St. Pauli eher einen Mittelstürmer sucht, der immer mal wieder nach außen ausweicht, dann rückt Martijn Kaars ins Rampenlicht. Einen klassischen Außenstürmer gibt es spätestens seit dem Abgang von Dapo Afolayan nicht mehr im Kader, am ehesten käme Arek Pyrka für so einen Job infrage. Das aber sind nun drei Spieler für drei verschiedene Profile, Mathias Pereira Lage hat alle diese Profile abdecken können, diese Polyvalenz hat sonst kein anderer der Offensivspieler zu bieten. Entsprechend schwer wiegt dieser Ausfall.
Es ist wirklich alles andere als einfach, den Glauben zu behalten, dass diese Saison für den FC St. Pauli noch ein gutes Ende nehmen wird. Immer wieder wird das Team von leichteren, schwereren und leider auch sehr schweren Verletzungen heimgesucht. Das zieht sich leider wie ein roter Faden durch die Spielzeit. Wie genau und warum das besonders diese Saison der Fall ist, dürfte Teil einer ausführlichen Analyse im Sommer sein. Vorerst muss der FC St. Pauli aber erstmal erneut seine Startelf umbauen. Und das leider langfristig, denn Mathias Pereira Lage wird dem FCSP nun erst einmal fehlen.
Lieber Mathias, wir wünschen Dir alles Gute, eine schnelle und vollständige Genesung!You’ll never walk alone!// Tim
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