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·5 febbraio 2026

Serge Gnabry bleibt bis 2028: Die richtige Entscheidung des FC Bayern?

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Serge Gnabry hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2028 verlängert. Eine zu bequeme Entscheidung des Rekordmeisters oder der richtige Weg?

Serge Gnabry bleibt beim FC Bayern München. Wie der FCB am Donnerstag offiziell mitteilte, hat der Offensivspieler seinen Vertrag bis 2028 verlängert.


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Der 30-Jährige zähle laut Max Eberl „zu den absoluten Stützen dieser Mannschaft – auf dem Platz und in der Kabine ist er ungemein wichtig“. Christoph Freund ergänzte: „Jeder sieht, wie sehr Serge Gnabry unser Spiel bereichert.“

Aber ist das so? Sieht das jeder? Und lässt sich die These stützen? Miasanrot macht den Check: War die Verlängerung eine gute Idee der Bayern?

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Serge Gnabry beim FC Bayern: Ein sehr guter Backup-Spieler

Ein Blick auf die bloßen Werte in der Offensive zeigt: Gnabry ist mit aktuell 15 Torbeteiligungen der viertbeste Scorer des FC Bayern. Allerdings hat er auch jetzt schon einen großen Abstand zu Harry Kane (40), Luis Díaz (27) und Michael Olise (36). Dafür steht er vor Lennart Karl (10) und Nicolas Jackson (6).

Die Kritik am Nationalspieler war in den letzten Jahren recht eindeutig: An seinen guten Tagen eine Bereicherung für jedes Team, aber diese guten Tage sind selten geworden. Gnabrys Spielzeiten verlaufen in der Regel in Phasen. Mal hat er mehrere Spiele am Stück, in denen ihm nahezu alles gelingt. Dann streikt entweder sein Körper oder die Form nimmt ab.

Auch in dieser Saison lief das bisher so. Wobei er bis auf eine kurze Phase mit gesundheitlichen Problemen zumindest in der Bundesliga konstant performt. Dort blieb er nur in fünf von 15 Spielen ohne Torbeteiligung – in den restlichen zehn sammelte der Rechtsfuß elf Scorer. In der Champions League und im Pokal waren seine Leistungen derweil wechselhafter.

Die Frage nach der Alternative

Die Frage, die man sich in München aber vor allem stellen musste, ist: Wie sehr lohnt sich ein Abgang mit Blick auf den kommenden Sommer wirklich? Ein Neuzugang würde auf dieser Position selbst dann viel Geld kosten, wenn er nicht zur Weltspitze gehört. Und Letzteres braucht es beim Blick auf den Kader eher nicht. Potenzielle Weltklasse ist mit Kane, Olise, Díaz und Jamal Musiala ausreichend vorhanden.

Gäbe es also einen Spieler, der besser ins Team passt als Gnabry, der relativ wenig Budget bindet und der gleichzeitig zufrieden damit ist, wenn er hinter den Genannten eher das fünfte oder gar sechste Rad am Wagen ist? Große Bedenken löst bei Fans des FCB das Gehalt aus. Gnabry zählte über viele Jahre zu den Topverdienern, soll rund 18 Millionen Euro pro Saison kassiert haben.

Medienberichte gehen nun von 15 Millionen Euro aus. Immer noch sehr viel Geld, das aber im Zweifelsfall mit der Ablösesumme für einen potenziellen Neuzugang verrechnet werden müsste. Hätte man jemanden mit derselben Qualität und/oder mehr Potenzial gefunden, der zwölf Millionen Euro pro Jahr verdient, hätte er maximal sechs Millionen Euro Ablösesumme kosten dürfen, um die Ausgaben für den jetzigen Gnabry-Deal nicht zu überschreiten.

Eine Milchmädchenrechnung, weil da noch mehr Komponenten mit reinspielen. So ist beispielsweise unbekannt, ob und wie viel Unterschriftsbonus für die Verlängerung gezahlt wurde und was der Berater kassiert – und doch zeigt die Rechnung, dass der Verbleib für den Rekordmeister bequemer und lukrativer sein kann. Auch dann, wenn das Gehalt nur leicht reduziert wurde und ein Bonus ausgezahlt wurde. Finanziell gibt es also einige gute Gründe, Gnabry zu behalten, statt sich auf die lange Suche nach Ersatz zu begeben. Und sportlich?

Serge Gnabry mit einer starken Saison bisher

Gnabry spielt eine gute Saison. Genau genommen seine Beste seit einigen Jahren – das zeigen auch die Daten von Wyscout. In seinen 26 Einsätzen kommt er auf 0,41 Tore und 0,41 Assists pro 90 Minuten. Macht also 0,82 Torbeteiligungen. Klammert man Kane als Mittelstürmer mal aus, spielt im Kader des FC Bayern nur noch Olise in einer anderen Liga. Der kommt auf 1,04 Scorer pro 90 Minuten.

Díaz ist mit 0,8 leicht hinter Gnabry, ist aber der Prototyp für das englische Sprichwort „best ability is availability“ – die beste Fähigkeit ist Verfügbarkeit. Denn durch seine Konstanz sammelt er absolut gesehen deutlich mehr Scorer und hat damit größeren Einfluss auf den Erfolg des FC Bayern. Karl kommt auf 0,6 Torbeteiligungen pro 90 Minuten.

Allerdings ist die Frage berechtigt, ob Gnabry diesen bisher starken Lauf lange aufrechterhalten kann. Denn die „Advanced Stats“ zeigen, dass der Champions-League-Sieger von 2020 deutlich weniger in die entscheidenden Aktionen involviert ist als seine internen Konkurrenten. So sind 0,28 xG pro 90 Minuten weniger als bei Díaz (0,49), Olise (0,37) und Karl (0,33). Auch bei den xA – also den erwartbaren Assists – sind 0,22 weniger als bei Díaz (0,26) und Olise (0,39). Karl kommt auf 0,15.

Bei den erfolgreichen Angriffsaktionen pro 90 Minuten (Schüsse auf das Tor, angekommene Flanken und erfolgreiche Dribblings) ist Gnabry mit knapp drei indes deutlich hinter seinen drei Teamkollegen. Karl kommt auf mehr als vier, Díaz auf fast fünf und Olise auf etwas weniger als acht.

Gnabry ist ein starker Pressingspieler

Was zudem beim Blick auf die reinen Aktionen in Ballbesitz fehlt, ist die Bedeutung, die das Anlaufverhalten der Offensivspieler für den FC Bayern hat. Gnabry ist ein starker Pressingspieler. Etwas, was viele auf seiner Position so nicht liefern können. Im Schnitt gewinnt er 65 Prozent seiner Defensivduelle, Díaz (55 Prozent) und Olise (50 Prozent) fallen hier etwas ab. Karl kommt auf 68 Prozent.

Mit 4,12 Balleroberungen pro 90 Minuten ist er in etwa gleichauf mit und sogar leicht besser als Díaz und Olise. Gnabry hat oft gute Laufwege, sowohl mit als auch gegen den Ball und das ist im System von Kompany viel wert.

Sucht man in Europas Top-5-Ligen nach einem Offensivspieler (Außenbahn und offensives Zentrum), der im vergangenen Kalenderjahr mindestens 1.000 Minuten gespielt und pro 90 Minuten mindestens 0,4 Tore erzielt, 35 Pässe gespielt und vier erfolgreiche Defensivaktionen vorzuweisen hat, dann findet man nur acht Spieler. Darunter Gnabry und Díaz – Olise verpasst die Grenze bei den Defensivaktionen mit 3,98 denkbar knapp, erfüllt aber die restlichen Kriterien.

Natürlich ist das eine sehr spezifische Suche, die aber zeigen soll: Gnabry ist offensiv und defensiv sehr gut ins Team eingebunden und hat in der Abwehrarbeit viele Aktionen, obwohl die Bayern viel am Ball sind. Mit Désiré Doué (PSG) und Can Uzun tauchen auch zwei interessante junge Spieler in dieser Liste auf. An einem waren die Münchner bereits interessiert, der andere könnte irgendwann vielleicht Thema werden.

Bayern weiß, was sie von Gnabry kriegen – und was nicht

Doch erstmal bleibt Gnabry, der zudem ein guter Kombinationsspieler fürs Team. Mit etwa 43 Pässen pro 90 Minuten ist er in etwa so viel involviert wie Díaz (44) und nicht weit weg von Karl (52) und Olise (54). Seine Passquote ist mit ca. 87 Prozent allerdings die beste. Bei den Pässen mit vertikalem Raumgewinn hat er mit 77 Prozent sogar die beste Quote vor Díaz (76 Prozent), Olise (74 Prozent) und Karl (62 Prozent).

Die Daten zeigen allerdings auch, dass er kein besonders herausragender Dribbler mehr ist. 2,5 pro 90 Minuten (Erfolgsquote von 58 Prozent) sind deutlich der niedrigste Wert unter den vier Vergleichsspielern im Bayern-Kader.

Dennoch behalten die Bayern mit Gnabry einen Spieler, der hinter den Weltklassespielern immer noch ein sehr gutes Niveau liefern kann. In München weiß man genau, was man von ihm bekommt und was nicht. Das kann mit Blick auf die Kaderstabilität und die Stimmung in der Kabine viel wert sein.

Auf den ersten Blick mag die Verlängerung wieder teuer erscheinen. Einen Spieler zu finden, der es deutlich besser macht als Gnabry und gleichzeitig eine Rolle als fünfter oder sechster Offensivspieler akzeptiert und dann noch weniger kostet als das Paket, das die Münchner jetzt für etwas mehr als zwei Jahre geschnürt haben, erscheint jedoch schwierig.

Es ist sicherlich eine bequeme Entscheidung der Bayern. Aber eine, die angesichts des jüngsten Formaufschwungs bei Gnabry zu erklären ist. Bleibt abzuwarten, ob er das Niveau in dieser und in der kommenden Saison halten kann.

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