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Thomas Kessler und das Wagnis Wagner – Der Geschäftsführer Sport geht ins Risiko

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Simon Bartsch
29 März, 2026
Nach dem Aus von Lukas Kwasniok gab sich Thomas Kessler zuletzt selbstkritisch. Der Geschäftsführer hatte sich im Sommer für eine Verpflichtung des Trainers stark gemacht. Nun gestand er sich ein, dass der Plan nicht aufgegangen sei. Mit René Wagner setzt der 40-Jährige auf einen Cheftrainer-Neuling ein und geht damit ins Risiko.

Thomas Kessler und René Wagner
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Thomas Kessler wirkte durchaus aufgeräumt, als der ehemalige Keeper der Geißböcke gewohnt sachlich am vergangenen Montag vor die Presse trat. Der Geschäftsführer erklärte noch einmal, warum er Lukas Kwasniok am Sonntagabend freigestellt hatte und wieso man glaubt, dass René Wagner der richtige Mann sei. Kessler war allerdings auch selbstkritisch. „Wir würden lügen, wenn ich jetzt sagen würde, dass ich zufrieden damit bin, dass wir uns jetzt von einem Trainer trennen mussten“, erklärte der 40-Jährige. „Natürlich werde ich mir in der Rückbetrachtung Gedanken machen, was man hätte anders machen können, damit es nicht zu diesem Punkt kommt.“ Kessler hatte sich im Sommer für eine Verpflichtung von Lukas Kwasniok stark gemacht, der 44-Jährige war die Wunschlösung. Der gemeinsame Weg ist nicht aufgegangen. „Das ist mir in dem Fall nicht geglückt.“
Man könnte also durchaus in die Trainerentlassung eine erste kleine Niederlage für Kessler interpretieren. Der Geschäftsführer hatte viel investiert, um dem Trainer eine starke Truppe auf den Rasen zu stellen. Mal abgesehen von den externen Umständen wie Verletzungen und Schiedsrichter-Entscheidungen ist das Scheitern des Coachs auch ein Stückweit in der Verantwortung der FC-Bosse. Und das, nachdem Kessler im Sommer noch als Chefkoch von den Fans gefeiert wurde. Dass der Kader der Kölner aber die Qualität zum Klassenerhalt und vielleicht sogar noch ein wenig mehr hat, sehen Vereinsverantwortliche, Fans und Experten ähnlich. Die meisten Verpflichtungen sind eingeschlagen, in der Gänze ergeben sie Sinn und gerade die jungen Spieler lassen auf eine sportliche, vor allem aber wirtschaftliche Entwicklung hoffen.
Und die Leihkonstrukte bieten zudem die Chance, jene Entwicklung der Spieler abwartend zu beobachten. Die Vertragsverlängerung von Said El Mala ist wohl der größte Transfercoup, der dem FC möglicherweise schon im kommenden Sommer eine hübsche Summe einspielen kann. Und doch steht auch Kessler nach der Trainer-Entlassung ein wenig unter Druck. Und mit der Nachbesetzung durch den Bundesliga-Cheftrainer-Novizen René Wagner gehen die Geißböcke auch ein gewisses Risiko ein. Die Kritik wächst in den Sozialen Medien. Viele, aber nicht jeder Kölner Anhänger sieht in Wagner eine Chance. Die Kommentare sind durchaus kritisch, skeptisch. Der 37-Jährige hat in der Tat sein Können noch nicht beweisen können. Und der Abstiegskampf ist da gefühlt schon ein Kopfsprung ins kalte Wasser.
Kesslers Einsatz ist hoch. Sollten die Kölner am Ende der Spielzeit absteigen, würde der Druck auf den Geschäftsführer dann doch immens steigen. Rund 25 Millionen Euro hat der Sportchef im Sommer investiert. Wie der Kader im Falle des Abstiegs aussehen würde, ist schwer zu sagen. Nur ist es kaum vorstellbar, dass Spieler wie Rav van den Berg und Said El Mala trotz Vertrag mit in die 2. Bundesliga gehen – selbst ohne Ausstiegsklausel. Das dürfte auch für den ein oder anderen Leihkandidaten gelten. Zwar könnte der FC die Kaufoption von beispielsweise Jakub Kaminski ziehen, nur soll der Vertrag dem Vernehmen nach dann über eine Ausstiegsklausel verfügen. Und Kaminski würde man keinen Gefallen damit tun, eine Liga tiefer zu spielen.
Der FC würde also ganz sicher einen weiteren dann doch größeren Umbruch angehen und vermutlich auch wieder Geld in die Hand nehmen müssen. Wie viel dafür dann reinkommt, ist ebenfalls offen. Nur dürften die Ablösen beim Absteiger dann deutlich niedriger ausfallen. Um dieses Szenario zu verhindern, ist nun der Trainer gewechselt worden. Ob René Wagner den FC in Spur bringen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Sollte das nicht der Fall sein, wäre auch ein weiterer Wechsel noch vor dem Saison-Aus ein mögliches Szenario. Nur wäre das dann auch keine Klassenerhalt-Garantie und ein weiterer Fehlgriff von Kessler.
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