Thomas Tuchel gibt England, was das Land seit Jahrzehnten vermisst: Geduld | OneFootball

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·13 febbraio 2026

Thomas Tuchel gibt England, was das Land seit Jahrzehnten vermisst: Geduld

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Der Nationaltrainer bindet sich langfristig an die Three Lions. Nach acht Siegen in acht Qualifikationsspielen soll er England zum ersten großen Titel seit 1966 führen.

Thomas Tuchel hat verstanden, was viele seiner Vorgänger auf der englischen Trainerbank nie begriffen haben: Der Job bei den Three Lions ist kein Sprungbrett, sondern eine Lebensaufgabe. Die Vertragsverlängerung bis zur Heim-EM 2028 ist deshalb mehr als eine Personalentscheidung. Sie ist ein Statement. Der deutsche Trainer gibt damit eine Antwort auf die ewige Frage, die den englischen Fußball seit Jahrzehnten quält: Warum gewinnt dieses Land mit seinen Ressourcen, seiner Liga, seinen Talenten keine großen Turniere? Die Antwort lautete oft: mangelnde Geduld, fehlende Kontinuität, zu viel Druck von außen. Tuchel durchbricht dieses Muster, indem er sich langfristig bindet – und der Verband FA tut es, indem er ihm diese Sicherheit gewährt. Acht Siege in acht Qualifikationsspielen ohne Gegentor sprechen eine deutliche Sprache. Tuchel hat aus einer Mannschaft, die unter seinen Vorgängern immer wieder an sich selbst scheiterte, eine Einheit geformt. Das ist keine Selbstverständlichkeit bei einem Team, das traditionell mit dem Gewicht der eigenen Erwartungen hadert. Der 52-Jährige hat offenbar einen Zugang gefunden zu einer Spielergeneration, die bei Vereinen wie Manchester City, Arsenal oder Liverpool auf höchstem Niveau agiert, aber im Nationaltrikot regelmäßig unter ihren Möglichkeiten blieb. Die Entscheidung, den Vertrag bereits vor der WM zu verlängern, ist taktisch klug. Der Verband nimmt damit jede Spekulation aus dem Spiel, die das Turnier in Nordamerika überschatten könnte. Keine Fragen nach der Zukunft, keine Gerüchte über mögliche Nachfolger, keine Ablenkung. Tuchel kann sich vollständig auf die Aufgabe konzentrieren, England zum ersten großen Titel seit 1966 zu führen. Dass sein Name zuletzt auch mit Manchester United in Verbindung gebracht wurde, unterstreicht seinen Marktwert. Doch Tuchel hat sich gegen den Klubfußball und für das Projekt England entschieden. Das verdient Respekt, denn der Nationaltrainerjob bietet weniger Einfluss auf die tägliche Arbeit, weniger Kontrolle über die Spieler, weniger Zeit auf dem Trainingsplatz. Was er bietet, ist die Chance auf etwas Historisches. Die Heim-EM 2028 mit England, Wales, Schottland und Irland als Gastgebern wird der emotionale Höhepunkt dieses Zyklus. Tuchel hat nun die Möglichkeit, zwei Turniere als zusammenhängendes Projekt zu gestalten. Die WM als Generalprobe, die EM als Krönung. Es ist ein ambitionierter Plan, aber einer, der endlich die nötige Zeit bekommt. Der englische Fußball hat einen Trainer gefunden, der bleiben will. Das allein ist schon bemerkenswert genug.

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