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·28 aprile 2026
Top-Favorit FC Bayern? Das Powerranking zum Halbfinale der Champions League

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·28 aprile 2026

Das Halbfinale in der Champions League steht unmittelbar bevor. Höchste Zeit, auf die aktuelle Form der Titelanwärter um den FC Bayern zu schauen.
Vier verschiedene Länder sind in der Vorschlussrunde der Königsklasse vertreten. Aus der Bundesliga darf der FC Bayern vom Henkelpott träumen und trifft auf Titelverteidiger Paris Saint-Germain aus Frankreich. Spanien-Vertreter Atletico bekommt es mit dem englischen Tabellenführer Arsenal zu tun.
Es ist noch gar nicht allzu lange her, da hätte der FC Arsenal in diesem Powerranking ziemlich sicher den ersten oder zweiten Platz belegt. In der Ligaphase dominierten die Gunners ihre Gegner nach Belieben, gewannen alle acht Spiele und bezwangen auch den FC Bayern verdient mit 3:1. In der Premier League betrug der Vorsprung auf die Verfolger zwischenzeitlich neun Punkte, die erste Meisterschaft seit den „Invincibles“ vor 22 Jahren schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein.
Inzwischen hat sich das Blatt jedoch gewendet. Die Mannschaft von Mikel Arteta verkrampfte in den vergangenen Wochen zunehmend und muss nun punktgleich mit Manchester City ins Saisonfinale gehen. Im Carabao Cup verspielte man im Finale gegen die Skyblues den ersten Titel, im FA Cup war Zweitligist Southampton überraschend die Endstation. Auch in der Königsklasse begeisterte Arsenal in der K.O.-Phase nicht mehr, wurde seiner Favoritenrolle gegen Leverkusen und Sporting aber gerecht.
Immer wieder muss Arteta verletzungsbedingt auf Leistungsträger wie Jurrien Timber, Kai Havertz und Bukayo Saka verzichten, die Neuzugänge Noni Madueke und Viktor Gyökeres können den Qualitätsverlust nicht abfangen. Andere Schlüsselspieler, wie Kapitän Martin Ödegaard und Martin Zubimendi suchen nach ihrer Form.

Foto: Getty Images
Vor dem Duell mit Atletico machen vor allem der formstarke Eberechi Eze (Einsatz nach Verletzung offen) und Sakas Rückkehr Hoffnung, zudem zeigten die Gunners beim erlösenden 1:0 gegen Newcastle zumindest phasenweise Fortschritte. Um eine über weite Strecken starke Saison nicht schon wieder mit leeren Händen zu beenden, muss Arteta jedoch noch an so mancher Stellschraube drehen.
Ähnlich ist die Lage bei Atletico. Die Madrilenen konnten nur drei der letzten zehn Pflichtspiele für sich entscheiden, weil eines davon aber ein 2:0 im Viertelfinale gegen den FC Barcelona war, stehen sie nun in der Runde der letzten Vier in der Champions League. Die Generalprobe ist der Mannschaft von Diego Simeone beim 3:2 über den Athletic Club geglückt.
Von der aktuellen Form her tut sich zwischen Arsenal und den Rojiblancos derzeit fast nichts, beide sind bei Weitem nicht auf ihrem Top-Niveau, das auch Atletico gerade in der Frühphase der Saison unter Beweis stellte. Dass die Mannschaft von Diego Simeone in diesem Ranking knapp vor den Engländern steht, liegt daran, dass sie sich voll und ganz auf die Königsklasse konzentrieren kann, während Arsenal noch auf zwei Hochzeiten tanzt.
In La Liga ist die erneute Qualifikation für die Champions League nur noch Formsache, mit dem Titelkampf hatten die Colchoneros allerdings nie etwas zu tun. Das 0:4 gegen die Gunners aus der Ligaphase ist längst vergessen – weder die Simeone-Elf noch Arsenal spielt derzeit so, wie beim Duell im Oktober.
Auch im zweiten Halbfinale stehen sich zwei Teams gegenüber, die derzeit nur Nuancen trennen – allerdings auf einem ganz anderen Niveau. Paris Saint-Germain und der FC Bayern sind die formstärksten Mannschaften des Kontinents, das Aufeinandertreffen des französischen und des deutschen Serienmeisters gilt als vorgezogenes Finale.

Foto: Getty Images
PSG ist pünktlich zum Saisonfinale wieder in bester Verfassung, nachdem man vor der Winterpause noch den ein oder anderen Dämpfer hinnehmen musste. Gegen Liverpool gelangen zuletzt im Viertelfinale zwei verdiente Siege, in beiden Spielen war die Mannschaft von Luis Enrique das bessere Team. Bayern-Urgestein Karl-Heinz Rummenigge sprach den Franzosen und insbesondere Enrique daraufhin ein großes Lob aus: „Sie sind eine Spitzenmannschaft, die sehr clever zusammengestellt wurde. Paris hat etwas Entscheidendes bewiesen: Man kann nicht alles kaufen; man muss eine Mannschaft auch mit Geduld aufbauen.“
Nach einer echten Schwachstelle in einem der Mannschaftsteile sucht man vergebens, einzig auf der Torwartposition kommen wieder Lucas Chevalier noch Matvey Safonov an die Klasse von Gianluigi Donnarumma ran. Akteure wie Vitinha, Khvicha Kvaratskhelia und Ousmane Dembele sorgen in einem eingespielten Kollektiv für die besonderen Momente, auch von der Bank kann Luis Enrique jederzeit nachlegen. Eine schwierigere Aufgabe hätte den FC Bayern im Halbfinale nicht erwarten können.
Dennoch liegt der deutsche Rekordmeister im direkten Vergleich hauchzart vorne. Nicht nur, weil die Mannschaft von Vincent Kompany als einziger der vier Halbfinalisten über den gesamten Saisonverlauf konstant auf Spitzenniveau agierte und PSG bereits in der Ligaphase bezwang, sondern auch, weil die Weiterentwicklung des FCB längst nicht abgeschlossen ist.
Beim 4:3 gegen Mainz 05 bewiesen die Münchener nach 0:3-Rückstand Moral und eine Siegermentalität, die sie zum Top-Favoriten auf den Henkelpott macht. In der Defensive hat sich das Duo aus Jonathan Tah und Dayot Upamecano zu einem stabilen Rückgrat entwickelt, auf den defensiven Außenbahnen hat Kompany Konrad Laimer und Josip Stanisic auf ein neues Level gehoben. Dass der deutsche Meister mit Luis Diaz, Harry Kane und Michael Olise über die – neben PSG – beste Offensive der Welt verfügt, ist ohnehin klar. Mit Jamal Musiala kommt ein weiterer Top-Star nach langer Verletzung allmählich in Fahrt.

Foto: Getty Images
Echte Schwächen hat der FCB bisher quasi keine gezeigt, weil selbst etwaige Aussetzer in der Defensive gegen Top-Teams durch den Angriff ausgeglichen werden können. Einzig in Sachen Kaderbreite hat PSG klar die Nase vorn, Kompany hat es bisher jedoch stets geschafft, Einsatzzeiten zu moderieren und scheut zudem nicht davor, den jungen Talenten so viel Vertrauen zu schenken, dass sie gleich einen wertvollen Beitrag zur Mannschaftsleistung beisteuern können. Der Henkelpott geht in dieser Saison nur über den FC Bayern.









































