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·8 maggio 2026

Trump stellt die FIFA bloß: Für wen ist diese WM gemacht?

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1940 Dollar für die günstigste Karte beim US-Auftakt: Donald Trump geht die FIFA öffentlich an und bringt sogar ein Eingreifen der Regierung ins Spiel.

Ein US-Präsident, der einem Sportverband öffentlich die Preispolitik vorhält, ist nicht der übliche Vorgang im Vorfeld einer Weltmeisterschaft. Donald Trump hat genau das getan, in einem Gespräch mit der New York Post. "Ich wusste nichts von diesem Betrag", sagte er dort, und weiter: "Ich würde gerne dabei sein, aber ich würde das nicht bezahlen, um ehrlich zu sein." Der Satz klingt wie eine beiläufige Bemerkung, er hat aber ein Gewicht, das über das Persönliche hinausreicht. Trump deutete an, dass sich auch die US-Regierung mit den Preisen befassen könnte. Der Anlass ist konkret. Am 12. Juni trifft das US-Team in Los Angeles zum WM-Auftakt auf Paraguay. Die günstigste Karte kostet auf der Verkaufsseite der FIFA 1940 Dollar, umgerechnet 1650 Euro. Wer es über die offizielle Wiederverkaufsseite des Weltverbandes versucht, zahlt mindestens 1150 Dollar, also rund 980 Euro. Das sind Zahlen, bei denen der Hinweis, man würde das selbst nicht bezahlen, fast schon eine Untertreibung ist. FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Preise im Vorfeld verteidigt. Sie spiegelten den nordamerikanischen Markt wider, so die Argumentation. Und, als beschwichtigender Nachsatz: Ein Viertel der Tickets für die Gruppenphase werde für weniger als 300 Dollar angeboten. Das ist richtig, aber es beantwortet die Frage nicht, wer sich die teuren drei Viertel leisten soll. Der nordamerikanische Markt ist kein homogenes Gebilde; er ist auch die Wählerschaft, auf die Trump sich beruft, wenn er sagt, ihm sei wichtig, dass seine Wähler die Spiele besuchen könnten. Interessant ist, dass Trump die Kritik nicht ins Grundsätzliche zieht. Er räumt ein, dass das Turnier wirtschaftlich ein großer Erfolg sei und alle bisherigen Rekorde übertreffe. Das passt zu den Zahlen, die die FIFA selbst verbreitet: Von sieben Millionen Tickets insgesamt sind rund fünf Millionen bereits verkauft, eine weitere Verkaufsphase läuft seit Donnerstag. Es gibt also keinen Absatzstau, den die Politik beheben müsste. Trump adressiert etwas anderes, nämlich die Frage, wer überhaupt noch ins Stadion kommt. Die WM 2026 ist die bislang größte Endrunde, 48 Teams, 104 Spiele, ausgetragen vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada. Ein Turnier dieser Dimension kann sich nicht hinter dem Satz verstecken, man richte sich nach dem Markt. Wenn die Einstiegskarte für ein Spiel der Gastgebernation bei 1940 Dollar liegt, dann ist das eine Entscheidung, keine Marktgegebenheit. Infantinos Verweis auf die günstigen Tickets wirkt wie eine Fußnote, die den Hauptsatz relativieren soll, ohne ihn zu berühren. Was bleibt, ist eine sportpolitische Lage, die man so noch nicht hatte. Der Präsident des Gastgeberlandes stellt dem Weltverband öffentlich in Frage, ob dessen Preispolitik für sein eigenes Publikum tragbar ist. Ob auf die Andeutung eines Eingreifens tatsächlich etwas folgt, hat Trump selbst offen gelassen: "Ich habe das nicht gesehen, aber ich müsste mich damit beschäftigen." Die FIFA wird sich anhören müssen, was sie bislang gut weghören konnte. Denn wer fünf von sieben Millionen Tickets verkauft hat, hat den ökonomischen Erfolg gesichert, aber nicht die Antwort auf die Frage, für wen dieses Turnier eigentlich veranstaltet wird.

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