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·19 aprile 2026
TSG Hoffenheim muss Kramaric halten – sonst wird die Champions League zur Farce

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Andrej Kramaric trifft per Doppelpack gegen den BVB, hat aber noch keinen neuen Vertrag. Hoffenheim steht auf Platz fünf, Kramaric wartet auf ein Angebot des Klubs.
136 Tore in 315 Bundesliga-Spielen. Ein Spieler, der seit über zehn Jahren für denselben Klub trifft, dessen Vertrag in zehn Wochen ausläuft – und der am Samstag mit zwei verwandelten Elfmetern in der 42. und der 90.+8 Minute den BVB bezwingt. Andrej Kramaric ist 34 Jahre alt, er ist Hoffenheims Rekordtorschütze, und er ist der Grund, warum die TSG überhaupt noch von der Champions League reden darf.
Was nach dem 2:1 gegen Dortmund passierte, war aufschlussreich. Kramaric sprach nicht über sich. Er sprach über einen Traum: „Gegen Mbappé, Haaland und Yamal zu spielen, das muss unser Traum sein." Ein Spieler, der die Königsklasse als persönliches Ziel formuliert – und gleichzeitig keinen Vertrag für die kommende Saison hat. Das ist kein Widerspruch, das ist ein Warnsignal.
Hoffenheim steht auf Platz fünf, 54 Punkte nach 30 Spieltagen, zum ersten Mal seit 2018/19 in Reichweite der Champions League. Aber die Wochen davor erzählen eine andere Geschichte: vier sieglose Spiele in Folge, darunter ein 0:5 in Leipzig. Es war Kramaric, der diese Serie beendete. Zwölf Tore in dieser Saison, fünf davon vom Punkt, 17 verwandelte Bundesliga-Elfmeter in Serie. Wer so trifft, wenn es zählt, ist kein Luxus – er ist Infrastruktur.
Geschäftsführer Andreas Schicker warb öffentlich: „Er ist eine absolute Legende. Wir haben gute Gespräche gehabt. Es geht in die richtige Richtung." Trainer Christian Ilzer nannte ihn „Qualitätsspieler, Führungsspieler, Unterschiedsspieler". Zwei Männer, die wissen, was sie an Kramaric haben. Nur hat Kramaric den Ball zurückgespielt – und zwar dorthin, wo es wehtut: „Keine Ahnung. Das ist eine Frage für Andy und Dietmar. Die sollen entscheiden." Das klingt nicht nach einem Spieler, der gehen will. Das klingt nach einem Spieler, der wartet, dass der Klub sich bewegt.
Es geht offenbar um Geld und Laufzeit. Ein unterschriftsreifes Angebot soll vorliegen, die Frage ist wohl, ob der neue Vertrag bis 2027 oder 2028 gilt. Man kann verstehen, dass ein Klub bei einem 34-Jährigen zögert. Die Vernunft spricht für kurze Laufzeiten, für Gehaltsdeckel, für Risikominimierung. Hoffenheim ist kein Verein, der Geld verbrennen kann – schon gar nicht nach den internen Machtkämpfen der vergangenen Monate, die den Klub bis vor das Landgericht Heidelberg gebracht haben.
Nur: Was kostet es, Kramaric zu verlieren? Hoffenheim ohne seinen Rekordtorschützen in der Champions League – das wäre wie eine Einladung zum Galaabend ohne den Gastgeber. Zehn Bundesliga-Tore und fünf Assists in dieser Saison lassen sich nicht ersetzen, schon gar nicht auf dem Transfermarkt, den sich ein Klub dieser Größe leisten kann. Die Champions-League-Qualifikation wäre sportlich entwertet, bevor die Gruppenphase überhaupt beginnt.
Kramaric hat gesagt: „Diese drei Punkte werden uns weiter pushen. Wir müssen alles investieren und es uns verdienen." Hoffenheim sollte diesen Satz auf sich selbst anwenden – und den Vertrag unterschreiben, bevor der Traum von Mbappé, Haaland und Yamal ohne den Mann endet, der ihn ausspricht.
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