RB Leipzig
·12 giugno 2026
Tyler Adams – Anführer der US-Boys

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·12 giugno 2026

Ein Schuss, ein Jubelsturm, ein Stück RBL-Geschichte: Tyler Adams sorgte 2020 für einen der größten Europapokal-Momente von RB Leipzig.
Im Champions League-Viertelfinale gegen Atlético Madrid kämpften die Roten Bullen um den erstmaligen Einzug ins Halbfinale. Dann kam die 88. Minute: Tyler zog ab, Stefan Savić fälschte den Ball noch leicht ab – und die Kugel schlug zum 2:1-Sieg in den Maschen ein.
Ein historischer Treffer für den Club. Und zugleich Tylers Premierentor im RBL-Trikot. „Abgefälschte Bälle zählen immer noch richtig – Halbfinale, wir kommen!“, twitterte unser ehemaliger Mittelfeldspieler anschließend. Als damals 21-Jähriger schrieb er noch dazu US-Fußballgeschichte: Tyler war der erste Amerikaner, der in einem Champions League-Viertelfinale traf.
Mit der magischen Nacht von Lissabon und dem DFB-Pokalsieg gegen Freiburg im Gepäck zog es Tyler 2022 nach dreieinhalb Jahren und 101 Pflichtspielen für RBL in die Premier League. Nach einer Saison bei Leeds United wechselte er 2023 zum AFC Bournemouth. Beim zukünftigen Club von Marco Rose ist der gebürtige New Yorker inzwischen Stammspieler.

Tyler Adams kennt Rückschläge. Auch in Leipzig begleiteten ihn Verletzungen immer wieder, doch besonders hart traf es ihn im Herbst 2023: Eine Oberschenkelverletzung setzte den Mittelfeldspieler monatelang außer Gefecht. Kaum war er zurück, machten ihm zwei Rückenverletzungen zu schaffen. 2026 folgten ein Innenbandriss und eine erneute Oberschenkelverletzung.
Klingt bitter. Doch Tyler ging die Zwangspausen mit beeindruckender Klarheit an. „Für mich war es eben so, wie es war. Es hat mich nicht wirklich aus der Bahn geworfen. Ich wusste einfach, dass ich die Reha richtig angehen musste, damit ich wieder fit werde“, sagte er im Podcast Men in Blazers. Und weiter: „Ich gehe mit solchen Dingen jetzt einfach anders um. Ich glaube, ich bin viel reifer und besonnener als früher.“
Pünktlich zum WM-Sommer ist Tyler wieder fit – und meldete sich gleich mit Rückenwind zurück. Im Endspurt der Premier League-Saison half er den „Cherries“ noch beim Sprung in die Europa League. Seit dem 27. Mai ist Tyler bei den „Stars and Stripes“ und bereitet sich im National Training Center in Georgia auf die Heim-WM vor.

Mit den USA trifft Tyler in Gruppe D zum Auftakt in der Nacht von Freitag auf Samstag um 3.00 Uhr auf Paraguay, danach warten Australien und die Türkei. Vor dem WM-Start stand noch die Generalprobe gegen Deutschland an – mit Tyler in der Startelf lieferte der Co-Gastgeber dem DFB beim 1:2 ein Duell auf Augenhöhe.
Die Mission ist klar: Gruppensieg holen, Euphorie entfachen, Geschichte schreiben. Vor heimischem Publikum gehen die USA mit großen Ambitionen ins Turnier. Trainer Mauricio Pochettino gab die Richtung schon bei seiner Vorstellung im Herbst 2024 vor: „Wir müssen daran glauben, dass wir gewinnen können, dass wir alle Spiele gewinnen können. Wir können die Weltmeisterschaft gewinnen.“
Tyler trägt diesen Glauben als 53-facher Nationalspieler auf den Platz. In einem Tagebucheintrag auf Andscape.com formulierte er sein Ziel genauso deutlich: „Mein Ziel ist es, über alle acht Spiele hinweg auf höchstem Niveau zu spielen und die Weltmeisterschaft zu gewinnen.“ Aktuell stehen die USA auf Weltranglistenplatz 16 – und wollen mehr als nur mitspielen. Der Viertelfinal-Einzug von 2002 soll nicht Endstation der eigenen Träume bleiben. Damals hieß der Gegner Deutschland. Die DFB-Elf geht übrigens als Weltranglisten-Zehnter in die WM.

Kapitänsbinde hin oder her: Tyler Adams (27) bleibt einer der wichtigsten Führungsspieler der US-Amerikaner. In seinem Heimatland genießt unser Ex-Leipziger längst einen besonderen Stellenwert – nicht nur wegen seiner Zweikampfstärke, sondern vor allem wegen seiner Präsenz auf und neben dem Platz.
Wie sehr Tyler als Leader geschätzt wird, machte der frühere USA-Keeper Brad Friedel im Interview mit talkSPORT deutlich: „Der wahre Anführer der US-Nationalmannschaft, auf und neben dem Platz – derjenige, der lautstark seine Meinung sagt, der andere ermutigt, aber auch mal ordentlich die Leviten liest, wenn es nötig ist – ist Tyler Adams.“
Der Hintergrund: Mauricio Pochettino ernannte den 38-jährigen Tim Ream für die WM zum Kapitän. Bei der WM in Katar hatte Ex-Trainer Gregg Berhalter noch Tyler Adams zum jüngsten „Captain America“ seit 1950 gemacht.
An Tylers Rolle ändert das wenig. Der Mittelfeldspieler wird weiter vorangehen – laut, leidenschaftlich und mit voller Überzeugung. Gegenüber Fox Sports sagte er: „Aber wofür ich stehe, wie ich führe – ich denke, jeder, der mit mir spielt, weiß, dass ich eine Führungspersönlichkeit bin. So war ich schon meine ganze Karriere lang, ob mit oder ohne Kapitänsbinde.“
Vielleicht schreibt Tyler im kommenden Sommer wieder Geschichte – diesmal nicht für Leipzig, sondern für ein ganzes Land.

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