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·2 aprile 2025
UEFA prüft Chelsea-Finanztricks: Droht den Blues am Saisonende Ärger?

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·2 aprile 2025
Seit der Übernahme durch die neuen Eigentümer nutzt Chelsea zahlreiche finanziellen Tricks. Probleme könnten jetzt die UEFA-Regularien bringen.
Im Mai 2022 übernahm die BlueCo Group unter der Führung von Todd Boehly und Behdad Eghbali den Chelsea Football Club. Seitdem gaben die Londoner 1,48 Milliarden Euro für neue Spieler aus. Demgegenüber stehen Einnahmen in Höhe von 575 Millionen, trotzdem gelang es Chelsea bisher Sanktionen durch die Premier League, auf Basis der sogenannten Profit and Sustainability Rules (PSR), zu umgehen. Verantwortlich dafür sind zahlreiche finanzielle Tricks, die die Eigentümer verwendeten. So wurden zum Beispiel die Neuzugänge mit sehr langfristigen Verträgen ausgestattet, um die Ablösesummen über einen längeren Zeitraum abschreiben zu können.
Dieses Schlupfloch wurde inzwischen jedoch geschlossen. Chelsea musste andere Möglichkeiten finden, um die Bilanzen auszugleichen. So wurden unter anderem zwei Hotels vom Verein für 92 Millionen Euro an eine Tochtergesellschaft verkauft. Außerdem kaufte die BlueCo Group die Frauenmannschaft des Clubs auf. Nach den Regeln der Premier League können auch diese Einnahmen genutzt werden, um finanzielle Löcher zu stopfen, obwohl sie von Unternehmen stammen, die den Besitzern des Klubs nahestehen. Dies ermöglichte es den Londonern trotz der hohen Ausgaben ein positives Ergebnis in Höhe von gut 150 Millionen Euro vor Steuern zu verbuchen.
Das Bestreben der Premier League diese sogenannten Associated Party Transactions (APT), also Zahlungen von nahestehenden Unternehmen, zu verbieten, konnte bisher nicht durchgesetzt werden. Darunter fällt auch die Praxis der Zahlung von hohen Sponsoringsummen durch Unternehmen, die den Besitzern des Vereins nahestehen. Diese wird zum Beispiel von Manchester City und Newcastle United verwendet, um die Einnahmen zu erhöhen.
Während Chelsea in England keine Strafe droht, sieht es auf europäischer Ebene nach Berichten der BBC anders aus. Die Financial-Fairplay-Regularien der UEFA (FFP) sind in Bezug auf APTs deutlich strenger als die der Premier League. Es sei nicht davon auszugehen, dass den Blues der Verkauf der Hotels und des Frauenteams positiv angerechnet wird. Dies könnte zu einer Strafe durch den europäischen Fußballverband führen.
Anders als die Premier League verhängt die UEFA allerdings in der Regel keine sportlichen Strafen, wie Punktabzüge oder den Ausschluss von der Teilnahme am internationalen Wettbewerb. So ist damit zu rechnen, dass Chelsea von der UEFA mit einer Geldstrafe belegt wird, sollte sich der Verein für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren. So musste zum Beispiel Paris Saint-Germain 2022 eine Strafe in Höhe von gut 10 Millionen Euro zahlen. Auch Chelsea wurde 2023 bereits einmal mit einer Sanktion in der gleichen Höhe belegt.
Photo by Clive Rose/Getty Images