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·2 aprile 2026
Vom Drittligisten zum Bundesliga-Hoffnungsträger: Said El Mala vs. Ayoube Amaimouni-Echghouyab

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Hendrik Broschart
2 April, 2026
Auf der einen Seite Frankfurts Ayoube Amaimouni-Echghouyab auf der anderen Kölns Shootingstar Said El Mala. Es ist das Duell der Straßenfußballer. Zwei Fußballer, deren Weg doch ähnlich erscheint.

Said El Mala und Ayoube Amaimouni-Echghouyab
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Quizfrage: Gesucht ist ein Spieler, der in dieser Spielzeit den Sprung aus der 3. Liga in die Beletage gemeistert hat. Ein Straßenfußballer, der Gegenspieler umkurvt wie Pylonen, zeitweise schon zum Unterschiedsspieler avanciert und mit spektakulären Toren die Herzen der Anhänger erobert. Said El Mala kommt dem geneigten FC-Anhänger als Erstes in den Sinn. Doch die Rede ist von Ayoube Amaimouni-Echghouyab, der seit Winter das Trikot der Eintracht trägt und aus mehreren Gründen verblüffend an den Kölner Shootingstar erinnert. Ein Vergleich.
Im Sommer 2023 wurde dem Marokkaner mitgeteilt, dass sein Arbeitspapier nicht verlängert würde. Es folgte eine kurze Phase der Vereinslosigkeit sowie erfolglose Probetrainings bei Regionalligisten. Dann kam es zum Wechsel in die Oberliga zur SpVgg Erkenschwick. Der Offensivspieler erzielte für den Aufsteiger aus der Westfalenliga, der am Saisonende überraschend den vierten Platz belegte, 18 Treffer und bereitete sechs weitere vor. Über die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim spielte er sich als überragender Spieler der Hinrunde der laufenden Spielzeit in der 3. Liga in den Fokus einiger Bundesligisten – unter anderem auch in den des FC. Für Hoffenheim II gelangen ihm in 18 Spielen neun Tore und vier Assists. Im Winter 2025 folgte der Wechsel zu Eintracht Frankfurt. Bei seinem Bundesliga-Debüt traf er zwei Minuten nach seiner Einwechslung. Und bei seinem ersten SGE-Spiel von Anfang an legte er per Traumtor gleich den nächsten Premierentreffer nach.
Auch der Weg von El Mala auf die große Fußballbühne war steinig. 2021 wurde er in der U15 von Borussia Mönchengladbach aussortiert, wodurch sein Traum vom Profifußball geplatzt schien. Es folgte ein Wechsel zum TSV Meerbusch in die Niederrheinliga. Eine besondere Maßnahme entpuppte sich als genialer Kniff: El Mala bewarb sich auf mehrere Nachwuchsleistungszentren im Westen und fertigte für das Fußball-Start-up „Skillers Academy“ einen Film über sich an. Der einzige Club, der ihn zu einem Probetraining bat, war Viktoria Köln. Dort wurden die beiden Brüder von den Nachwuchs-Scouts des FC entdeckt und der Wechsel von der rechten auf die linke Rheinseite vorbereitet. Der Rest ist Geschichte.
Beide Spieler sorgen für Spektakel auf dem Platz. Was Amaimouni-Echghouyab und El Mala verbindet, ist, dass sie über Fertigkeiten verfügen, die in der Bundesliga rar sind. Dadurch können sie in brenzligen Situationen den Unterschied für ihre Mannschaften ausmachen. „Du kannst vieles im Training lernen. Ich lerne bei uns im Training mit unseren Trainern und meinen Mitspielern jeden Tag sehr viele Dinge dazu“, sagte Amaimouni-Echghouyab einmal gegenüber Vereinsmedien in Hoffenheim. Damals noch für die U23 der Kraichgauer im Einsatz, erläuterte auch, worin seine attraktive und unbekümmerte Art zu spielen wurzelt: „Aber das Kreative lernst du besonders in jungen Jahren, finde ich. Das kannst du dir, je älter du wirst, nur noch schwer aneignen.“
In einem Interview mit dfb.de aus dem vergangenen September gewährte El Mala Einblicke, was während des Spiels in seinem Kopf vorgeht: „Wenn ich den Ball bekomme, überlege ich nicht lange, sondern handle instinktiv. Ich liebe es, Eins-gegen-eins zu spielen. Aufgrund meiner Physis bin ich trotz meiner Größe ein recht schneller Spieler. Grundsätzlich können sich meine Mitspieler auf Spaß einstellen, wenn sie neben mir spielen. Ich suche viel Tiefe, will den Ball aber eher in den Fuß bekommen, dann kann ich einfach machen.“
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass beide Spieler derzeit in ihren Vereinen unter denkbar schwierigen Bedingungen arbeiten müssen. Die Kreativität von Amaimouni-Echghouyab kann der Mannschaft von Albert Riera derzeit nicht aus der Offensivflaute helfen. Die Adler müssen sich spätestens seit der jüngsten Niederlage gegen Mainz ernsthafte Sorgen um das europäische Geschäft machen. Said El Mala, der mit seinem Verein gegen den Abstieg kämpft, konnte trotz seines zehnten Saisontors im Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach die Entlassung von Lukas Kwasniok nicht abwenden. Ob und in welcher Besetzung beide Dribbler am Sonntag in Frankfurt gegeneinander antreten werden (Anstoß 17:30 Uhr, abrufbar im Liveticker via come-on-fc.com), ist derzeit noch ungewiss.
Denn wie El Mala im Anschluss an das U21-Qualifikationsspiel gegen Griechenland ankündigte, gibt es Überlegungen, aufgrund des tragischen Verlusts seiner Großmutter am Sonntag eine Pause zu nehmen. „Ich reise nun erst einmal nach Hause zu meiner Familie und schaue dann, ob es sofort mit dem Fußball weitergeht oder ob ich eine Pause brauche“, sagte er am Dienstag gegenüber der „Bild“.









































