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·24 luglio 2026
Wie hart trifft den BVB der Adeyemi-Abschied zu Barça wirklich?

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·24 luglio 2026

Nun ist es also fix: Der spanische Spitzenklub FC Barcelona hat am gestrigen Donnerstag offiziell verkündet, dass man Karim Adeyemi von Borussia Dortmund als Neuzugang verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2031 ausgestattet hat. Der 24-Jährige spült ein Jahr vor seinem eigentlichen Vertragsende beim BVB noch mal 22 Millionen Euro in die Kassen der Borussen und hinterlässt eine tief gespaltene Meinung im Fanlager der Borussen.
Während sich einige über den Abschied Adeymis sogar zu freuen scheinen, sind andere hart getroffen und trauern dem hoch veranlagten Offensivstar nach. Doch abseits der meinungsstarken Gefühlswelten muss man den Deal auch nüchtern und sachlich analysieren. Wie hart trifft den BVB der Adeyemi-Abgang also wirklich?
Vier Jahre, nachdem der BVB Karim Adeyemi für 30 Millionen Euro von RB Salzburg verpflichtet und der damals 20-jährige Shootingstar riesengroße Hoffnungen geweckt hatte, in seiner Person den neuen deutschen Superstar an Land gezogen zu haben, ist das Bild um den pfeilschnellen Angreifer mittlerweile so gespalten wie bei kaum einem anderen in Dortmund. Adeyemi absolvierte insgesamt 146 Pflichtspiele im BVB-Trikot, bei denen er 36 Tore und 25 Vorlagen beisteuern konnte. Doch vollends überzeugen konnte der gebürtige Münchner nie.

Der ganz große Durchbruch gelang Karim Adeyemi beim BVB nie | INA FASSBENDER/GettyImages
Zwar konnte Adeyemi immer wieder sein enormes Talent andeuten, doch irgendwie fehlte es ihm an Konstanz, sein Potenzial auch über einen längeren Zeitraum abzurufen und zu festigen. In der vergangenen Saison stand er beispielsweise nur in 15 von 29 Bundesligaspielen in der Startelf, dennoch standen am Ende elf Scorerpunkte auf der Habenseite.Der Golden Boy von 2021 und zweifache Gewinner der Goldenen Fritz-Walter-Medaille blieb vieles schuldig und schaffte letztlich nie den kompletten Durchbruch zum unangefochtenen Leistungsträger und unersetzbaren Stammspieler.
Im Sommer 2027 wäre Adeyemis Vertrag ausgelaufen. Für den BVB bestand die Gefahr, den Spieler dann ablösefrei zu verlieren, da dieser keine Anzeichen dafür signalisierte, seinen Vertrag in Dortmund verlängern zu wollen. Zudem drohte, den manchmal launischen Offensivmann ein weiteres Jahr "mitschleifen" zu müssen - um es mal etwas überspitzt zu formulieren.Nun spült Adeyemis Verkauf also herzlich willkommenes Geld in die Kassen, das in andere Spieler und den weiteren Umbruch investiert werden kann. Zusätzlich fällt in diese Bewertung, dass sich der BVB nun auch Adeyemis üppiges Gehalt einspart und anders verwenden oder aufteilen kann.
Nicht zu vergessen ist zudem, dass Karim Adeyemi auch in der öffentlichen Wahrnehmung selten der unstrittige Akteur war, dem man die eine oder andere schlechte Leistung nachsah. Durch sich wiederholende Randgeschichten und Aussetzer auf und neben dem Rasen büßte der Spieler stetig an Ansehen ein und hinterließ immer größere Fragezeichen rund um seine Person und seine Arbeitseinstellung. Ein Imageverlust, unter dem auch der BVB litt, da auch nach eigenen Siegen zu oft eher das Bild des bockigen Adeyemi oder dessen Fehltritte in der Medienlandschaft im Mittelpunkt standen.

Rief sein Potenzial zu selten ab: Karim Adeyemi | Tullio Puglia - UEFA/GettyImages
Dass Karim Adeyemi zu den talentiertesten deutschen Fußballern gehört und dank seiner enormen Geschwindigkeit eine echte Offensivwaffe ist, daran kann es kaum Zweifel geben. Doch immer, wenn man glaubte, jetzt kommt der große Durchbruch, verfiel Adeyemi entweder in alte Muster oder er wurde von Verletzungen zurückgeworfen. Es wollte einfach nicht laufen für den hochveranlagten Angreifer.
Deshalb muss man nach seinem Abschied ernüchtert feststellen, dass Borussia Dortmund nicht den Karim Adeyemi verliert, den man zu diesem Zeitpunkt erwarten hätte können, sondern einen Spieler, der beinahe komplett unter seinen Möglichkeiten performte. Der BVB verliert somit keinen unersetzbaren Leistungsträger, sondern ein Paket voller ungenutztem Potenzial.
In Kombination mit dem eingenommenen Geld, den eingesparten Gehältern und den nun der Geschichte angehörenden nervigen Randgeschichten könnte man fast dazu verleitet sein, zu meinen, dass der BVB mit dem Adeyemi-Verkauf nach Barcelona sogar eher etwas gewonnen als verloren hat. So traurig und hart dieser Satz klingen mag.Eine polarisierende Persönlichkeit weniger könnte endlich wieder für mehr Ruhe im Klub sorgen. Kein unwesentlicher Aspekt, wenn man bedenkt, dass die Borussen sich gerade wieder an die Spitze des deutschen Fußballs und näher an den FC Bayern München, aber auch international weiter nach oben robben wollen. In dieser harten Branche kann man es sich leider nicht erlauben, reines Potenzial mitzuziehen und sich parallel dazu mit aufsehenerregenden Nebenschauplätzen herumärgern zu müssen.

Karim Adeyemi | Alexander Hassenstein/GettyImages
Hätte Karim Adeyemi in den vergangenen vier Jahren seinen unumstrittenen Durchbruch geschafft, hätte man seinem jetzigen Abschied ernsthaft eine Träne nachweinen können. Dann hätte man sich in Dortmund möglicherweise aber auch deutlich intensiver um seinen Verbleib und eine Vertragsverlängerung bemüht. Doch die Zeit beim BVB hinterließ letztlich nicht den Eindruck, als würde Adeyemi diesen Durchbruch zeitnah noch hinlegen und sein gesamtes Potenzial in Dortmund ausschöpfen. Für beide Seiten war nun der richtige Zeitpunkt, einen Cut zu machen und einen Neustart zu forcieren. Vielleicht sogar eine Saison zu spät.
Dortmund verliert keinen unersetzbaren, noch nicht mal einen schwer ersetzbaren Spieler – zumindest nicht, wenn man allein die langfristigen Leistungen von Adeyemi berücksichtigt. Alles, was den BVB nun in Richtung Barcelona verlässt, ist unerfülltes Potenzial und die ewige Hoffnung, dass daraus noch etwas Großes werden könnte. Für beide Seiten war es deshalb nun der richtige Zeitpunkt und Schritt, einen Cut zu machen und einen Neustart zu forcieren. Es ist eine Geschichte, von der sich die gesamte deutsche Fußballwelt wohl ein anderes Ende gewünscht hätte.
Adeyemi selbst hat nun die Chance, sich bei einem Verein neu zu beweisen, der sogar noch größer als der BVB ist. Auch für den elfmaligen deutschen Nationalspieler ist es die große Gelegenheit, seine Karriere mit frischem Wind endlich auf die Überholspur zu befördern und somit eine künftige Größe der DFB-Auswahl zu werden. Vielmehr geht es darum, endlich dem eigenen Potenzial gerecht zu werden, von dem der deutsche Fußball seit Jahren träumt und dem der Spieler selbst schon zu lange nachläuft.

Neustart beim FC Barcelona | JOSEP LAGO/GettyImages
Dortmund verliert vielleicht einen Freund, aber keinen unersetzlichen Leistungsträger, Lautsprecher oder eine von allen geliebte Identifikationsfigur vom Format eines Marco Reus. Dem BVB hilft stattdessen der finanzielle Aspekt des Deals und zudem kann das angekratzte Image etwas bereinigt werden. Ich würde sogar behaupten, der Abgang von Adeyemi wird den Borussen erst dann etwas wehtun, wenn der 24-Jährige bei den Katalanen plötzlich zu dem Spieler wird, auf den man in Dortmund so lange gewartet hat. Ich wünsche es dir, lieber Karim - und beim BVB wünscht man es dir sicherlich auch von Herzen. Alles Gute bei Barça!
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