WM 2026 – Favoritencheck, Teil 1: Strauchelndes Spanien, CR7 als Klotz am portugiesischen Bein | OneFootball

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·30 maggio 2026

WM 2026 – Favoritencheck, Teil 1: Strauchelndes Spanien, CR7 als Klotz am portugiesischen Bein

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Über Deutschland und seinen Kader für die WM 2026 wurde alles gesagt, doch wie schaut es bei der Konkurrenz aus? Im ersten Teil unseres Favoriten-Checks schauen wir auf die südeuropäischen Riesen.

„Wir sollten jetzt nicht über irgendwie Finale oder den Titel nachdenken“, sagte Joshua Kimmich am Freitag auf der Pressekonferenz: „Irgendwo ist das ein Traum und ein Ziel, was jeder im Kopf hat. Aber das bringt uns am Anfang des Turniers nicht vorwärts, sondern wir sollten über die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, nachdenken.“


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Deutschland schaut auf sich. Wohlwissend, dass die großen Favoriten bei der WM 2026 andere sind. Wohlwissend, dass die eigenen Leistungen bei vergangenen Turnieren nicht gut genug waren, um sich in diesem Kreis wiederzufinden.

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Umso spannender ist aber die Blick auf die großen Favoriten der Weltmeisterschaft in Nordamerika. Wem gelingt am Ende der große Wurf?

Miasanrot macht den Check und schaut im ersten Teil nach Südeuropa: Wie stark sind Frankreich, Spanien und Portugal einzuschätzen?

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Frankreich: Der Top-Favorit der WM 2026

Seit 2018 wird Frankreich bei jeder Aufzählung von Topfavoriten genannt. Seit 2018 wartet man allerdings auch auf den nächsten Titel in Frankreich. Die befürchtete französische Dominanz ist nach Russland ausgeblieben.

2021 scheiterte man schon im Achtelfinale trotz Zwei-Tore-Führung: Im Elfmeterschießen war gegen die Schweiz Schluss. 2022 schaffte man es über Polen und Marokko irgendwie ins Finale, ehe man dort eine 80-minütige beispiellose Leistungsverweigerung an den Tag legte. Unglücklich war man in Frankreich insbesondere über die Art der Siege und der mangelnden Qualität des Angriffsspiels. Dieses irre Offensivtalent solle doch auch begeisternden Angriffsfußball bieten.

Doch es wurde nur noch schlimmer. 2024 schaffte man das atemberaubende Kunststück, erst im Halbfinale das erste und einzige Tor aus dem Spiel heraus zu schießen. Davor gab es zwei torlose Unentschieden, zwei Eigentore und viele Elfmeter.

Und doch ist Frankreich der ganz klare allererste Topfavorit auf den WM-Titel in diesem Sommer. Wieso das noch immer der Fall ist? Weil dieser seit acht Jahren irre Kader einfach nicht schlechter werden will. Selbst wenn die Griezmanns, Comans oder Girouds wegbrechen, selbst wenn Talente wie Kolo Muani hinter den Erwartungen zurückbleiben, werden sie einfach ersetzt durch nun Barcola, Doué und natürlich Bayerns Michael Olise. Zur Kategorie der ewigen Talente gehörte auch jahrelang der amtierende Weltfußballer Ousmane Dembélé, die WM ist das erste Turnier mit ihm in seiner neuen Rolle als einer der besten Spieler der Welt.

Dazu gesellt sich Weltklasse in der Außen- und Innenverteidigung, wobei Upamecanos beste Vereinssaison in gewisser Weise sogar für diese Einschätzung egal ist, schließlich zeigt er in der Nationalmannschaft nie den Hang zu Kapitalfehlern, die ihn im Vereinsfußball verfolgen. Die einzigen kleineren Abstriche müssen die Franzosen bei ihrer Nummer eins (nur gut) und im Mittelfeld (mehr Kampf als Technik) eingehen, doch bei einer Verteidigung mit Saliba und Upamecano und einem Sturm aus Olise, Dembélé und Mbappé: Ist das noch wirklich relevant?

Seit 1982 sind in jedem WM-Finale Bayern-Spieler vertreten, Frankreich ist das stärkste Argument, wieso das auch bis 2030 erstmal so bleibt.

Portugal und die Gretchenfrage

Schaut man auf die mögliche Startaufstellung Portugals, erkennt man kaum weniger Klasse als bei Frankreich. Ein noch besserer Torwart mit Diogo Costa, Weltklasse in der Abwehr (Rúben Dias, Nuno Mendes), das wahrscheinlich beste Mittelfeld des Turniers mit den beiden Parisern Vitinha, João Neves, sowie dem offiziellen Premier-League-Spieler des Jahres Bruno Fernandes. Ein Sturm mit Dribblingkünster Leão, Deutschlandschreck Conceição und dann ist da der Elefant im Raum im Sturmzentrum, der droht dieses gesamte Weltklassegebilde einzureißen: Cristiano Ronaldo, der größte Torjäger dieses Jahrhunderts.

Überall auf dem Feld findet man anerkannte Weltklasse oder welche, die es an guten Tagen sein kann, doch ganz vorne steckt auch weiterhin ein ganzes Land ihr Vertrauen in einen 41-jährigen “Has Been” aus der saudi-arabischen Liga.

Zugegeben, durch den tragischen Verlust Diogo Jotas und der stagnierenden Entwicklung von Gonçalo Ramos bei PSG hat Roberto Martínez nicht mehr so viele sportliche Alternativen, aber die Nibelungentreue in CR7 führte schon 2024 einen Weltklassekader in die Sackgasse. Damals wirkte es fast so, als sei man mehr daran interessiert, Ronaldos Ego nicht zu verprellen, als sich den absolut möglichen zweiten Europameister-Titel zu holen.

Jeder Ball, jeder Freistoß wurde immer auf oder von Ronaldo ausgeführt, als sei man noch immer in den 2010er Jahren gefangen und hätte außer Cristiano Ronaldo nur Mitteklasseklassekicker dabei. Über das Dilemma Ronaldo muss man nicht mehr viele Worte verlieren: Früher schoss er so viele Tore gegen noch so gute Defensiven, dass der Tauschhandel, mit ihm presse die Mannschaft nur zu zehnt, fair war.

Heutzutage will man ihn im europäischen Spitzenfußball nicht mehr haben, weil er sich eben gegen moderne Verteidiger nicht durchsetzen kann, er ist ja auch mittlerweile knackige 41 Jahre alt. Für Portugal gilt: Schaffen sie es im Turnier, sich von Ronaldo zu lösen, sind sie mit, beziehungsweise nach Frankreich absoluter Topfavorit, tun sie das nicht… na ja, können sie immer noch Weltmeister werden, derartig stark ist ihr Kader nämlich.

Spanien: Eine Frage der Fitness

Der amtierende Europameister wird immer wieder als einer der absoluten Topanwärter gehandelt, meist sogar noch vor Portugal, die viele noch immer unterschätzen, einfach weil es “nur” Portugal ist.

In gewisser Weise macht das Sinn, bei der Euro waren sie die beste Mannschaft, danach dominierten sie ihre Quali nach Belieben, schraubten nicht zu unterschätzende Türken völlig auseinander, doch diese Weltmeisterschaft könnte zur Unzeit kommen.

Schon bei der EM gab es einige Probleme im Kader (Torwart, Innenverteidigung und Mittelsturm), die überstrahlt wurden durch wahnwitzige Qualität im Mittelfeld und den Außenpositionen. Doch nun, zwei Jahre später, ist Ballon-d’Or-Gewinner Rodri nach seinem schweren Kreuzbandriss im selben Jahr ein klar schwächerer Fußballer. Fabián Ruiz verpasste einige Monate in der Rückrunde, seine leider großartige Leistung gegen den FCB im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals kam überraschend, unklar ob er wieder so fit ist, dass er die schwierigen Bedingungen auf dem amerikanischen Kontinent einen Monat lang durchhalten kann.

Lamine Yamal fehlt aktuell und sollte zum ersten Spiel wieder zurückkehren. Das wird Spanien zwar auch ohne ihn gewinnen, schließlich ist Kap Verde die vielleicht schwächste Mannschaft, die es je zur WM geschafft hat, aber ob er danach sofort wieder so fit ist, dass er gegen stärkere Gegner das spanische Offensivspiel ähnlich tragen kann wie Barcelonas, ist mehr als fraglich.

Und dann gibt es noch sein EM-Pendant auf der linken Seite, Shootingstar Nico Williams, der ebenfalls zwei Monate in der Rückrunde, sowie das Saisonfinale bei Bilbao verpasst hatte. Nominiert sind sie alle, doch wie stark werden sie wirklich sein? Gerade auf den Außenpositionen haben sie keine Alternativen für Yamal und Williams.

Dazu kommt der Zahn der Zeit, der sie nach der EM nun Dani Carvajal und Álvaro Morata kostete, und de la Fuentes krampfhafte Weigerung, seinen besten Torhüter spielen zu lassen (Simon erhält weiterhin den Vorzug vor seinen besseren Rivalen García und Raya).

Man muss schon klar sagen: Dieses Spanien ist heuer schwächer als noch die Europameister-Version aus 2024.

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