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·7 luglio 2026
WM 2026: Tag 26 im Blog – Der Fußball steht an einem historischen Punkt – News und Analysen zur Weltmeisterschaft

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·7 luglio 2026

WM 2026: Spanien reicht eine Aktion zum Erfolg. Belgische Fußball-Ritter sorgen für Karma. Und die Fußball-Welt steht an einem negativ-historischen Punkt.
Die WM 2026 in Nordamerika geht in die finale Phase. In den kommenden Tagen spielen die verbliebenen Nationen den neuen Weltmeister und damit den Nachfolger von Argentinien aus. Mit dabei waren zu Beginn 17 Spieler des FC Bayern München.
Spanien und Portgual liefern sich einen ermüdenden Kick. Die belgischen Ritter des Fußballs erlegen die USA und sorgen für eine Lehrstunde in Sachen Karma. Und die ganze Geschichte rund um die FIFA und den US-Präsidenten Donald Trump dürfte noch nicht vorbei sein.
Miasanrot begleitet die WM 2026 nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll. Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages.
Ziel ist es, dass der Artikel am Vormittag erscheint. Da wir dieses Projekt nur nebenberuflich stemmen können, ist unklar, ob das immer gelingt. Um dieses und ähnliche Formate in Zukunft dauerhaft ermöglichen zu können, kannst du in Erwägung ziehen, Miasanrot finanziell zu unterstützen.
Das Spiel in aller Kürze: Schaut man sich nur die Kader dieser beiden Nationen an, dann erwartet man Spielkultur und Tempo. Kombinationen, Dribblings, Chancen. Einfach ein gutes Fußballspiel. Der Kick reißt einen schnell zurück auf den Boden der Tatsachen. Zu Beginn ist die Partie wenigstens noch etwas wild mit Chancen auf beiden Seiten. Schnell jedoch entwickelt sich aus der offenen Konfrontation eher eine Art Belagerung. Standfußball und Risikoärme bestimmen. Schon nach einer Stunde kommt der Gedanke: Bitte keine Verlängerung. Ganz am Ende dann die Erlösung: Mikel Merino, mein Löwe, mein Bär. Danke!
Miasanrot-Note: 5
Das Spiel in aller Kürze: Eine von Beginn an klare Angelegenheit. Belgien spielt wie der Protagonist eines Superheldenfilms, der zu Beginn von allen Institutionen unterdrückt und klein gehalten wird, um dann exakt diese Institutionen zu bekämpfen. Bisher waren die Roten Teufel wenig teuflisch, sondern eher harmlos unterwegs. In diesem Spiel aber dominieren sie, spielen guten Fußball und schlagen die USA auch in der Höhe verdient mit 4:1. Ein respektabler Auftritt.
Miasanrot-Note: 2,5
Roberto Martínez wollte der Welt nach dem 0:1 gegen Spanien erklären, wie stolz er auf seine Mannschaft sei. Wie gut man verteidigt habe. Und natürlich lag er damit nicht komplett falsch. Aber die Niederlage gegen den Europameister war so verdient wie vermeidbar aus portugiesischer Sicht.
Portugal hat eine sehr starke Generation an Fußballern. Mit Nuno Mendes, Vitinha und Bruno Fernandes haben sie unumstrittene Weltklasse in ihren Reihen. Mit Rúben Dias, João Neves, João Cancelo und einigen anderen gibt es weitere sehr gute Fußballer, einige davon nah dran an der Weltspitze.
Eigentlich bringt dieser Kader alles mit, um ein Topfavorit bei jedem Turnier zu sein. Eigentlich bringt er alles mit, um Spaniern gefährlich zu werden, die zwar ein gutes Turnier spielen, aber kein überragendes. Die defensiv durchaus einiges angeboten haben und offensiv sehr abhängig davon sind, dass ihren Einzelkönnern Dani Olmo und Lamine Yamal etwas einfällt.
Schaut man auf das Potenzial, das diese Spieler haben, muss man unweigerlich (oder unveigalich?) den Trainer hinterfragen. Denn die Portugiesen spielten bei dieser WM keinen guten Fußball. Viel zu uninspiriert, viel zu langsam, viel zu passiv. Es gab kein echtes Pressing, kein erkennbares Offensivkonzept und letztlich verließ sich Martínez wie schon einst mit Belgien darauf, dass ihn die individuelle Klasse durchs Turnier tragen würde, wenn er die Defensive nur genug stärken würde.
Aufgegangen ist sein Plan nicht. Ebenso wenig wie die Nominierung von Cristiano Ronaldo, der abseits eines deutlichen 5:0-Siegs gegen Usbekistan so gar nicht „back“ war, sondern einfach nur die erwartbare Leistung eines in die Jahre gekommenen Stürmers geliefert hat. Diese Generation hätte einen Trainer mit Vision gebraucht. Einen, der den Mut hat, CR7 entweder eine Rolle im Team anzubieten, die für seine Leistungen angemessen ist, oder ihn nicht zu nominieren, wenn er diese nicht akzeptiert.
Vor allem aber einen Trainer, der das Potenzial seiner technisch starken Spieler entfaltet. Da steckt so viel Kombinationsstärke und Offensivpower drin. Technisch zählen sie zum Besten, was der Weltfußball zu bieten hat. Und dann verliert man vollkommen verdient gegen Spanien, weil nichts davon zu sehen ist. Martínez zeigte sich stolz. Ich würde deutlich härter mit ihm ins Gericht gehen: Das ist erneut ein verschenktes Turnier gewesen. Wer weiß, wann sich so eine Chance erneut bietet?
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Manchmal liefert der Sport eben doch noch, was der Sport eben liefern muss. Während die USA ihren mit Abstand schlechtesten WM-Auftritt gezeigt haben, wuchs Belgien über sich hinaus und zeigte seine bisher stärkste Leistung bei diesem Turnier. Die Amerikaner verteidigten von Beginn an tief und blieben in ihrer Rolle viel zu passiv.
Der Respekt vor der belgischen Offensivpower schien ungemein hoch zu sein. Nur warum? Bisher zeigten die Belgier kaum Leistungen, die einen derart vorsichtigen Ansatz rechtfertigen würden. Zwar kam die Umstellung auf Dreier- beziehungsweise Fünferkette nicht aus dem Nichts (gegen Australien spielten sie schon mal in dieser Formation), doch man beraubte sich durch die passive Haltung der eigenen Stärken.
Belgien wiederum war anzumerken, dass die ganze Shitshow, die rund um dieses Spiel und Folarin Balogun lief, für ordentlich Wut im Bauch gesorgt hat. Es ist höchst respektabel, wie gut sie diese kanalisiert haben. Es war kein wildes, aggressives, überemotionales Spiel. Stattdessen war es die pure Kontrolle. Eine Machtdemonstration der Belgier.
Man muss die Geschichte natürlich trennen können. Das Team USA kann zunächst mal wenig dafür, dass Donald Trump dieses Turnier an sich reißen und für Politik nutzen möchte. Natürlich hätte das Trainerteam entscheiden können, freiwillig auf Balogun zu verzichten und sich öffentlich zu positionieren – aber dass sie es nicht tun, ist nachvollziehbar. Und doch ist ihr Ausscheiden die verdiente Retourkutsche für FIFA und Trump.
Generell muss man den Belgiern Respekt zollen. Nicht nur dafür, wie „normal“ dieses Fußballspiel am Ende auf dem Platz doch wirkte, sondern auch dafür, wie sie diese Partie fußballerisch bestritten haben. Nachdem sie sich gegen den Senegal fast gegenseitig auf dem Platz zerfetzt hatten, traten sie auf, als wäre das Comeback gegen die Afrikaner ein großer Wendepunkt gewesen.
Belgien zählt weiterhin nicht zu den Top-Favoriten. Aber sie haben bewiesen, dass neben Kampfgeist und individueller Qualität auch ein gepflegter, dominanter Fußball in ihnen steckt. In der nächsten Runde geht es gegen Spanien. Es könnte einfacher sein. Aber mit diesem neu gefundenen Teamgeist geht vielleicht auch gegen die Spanier etwas.
Die Geschichte rund um das Achtelfinale zwischen den USA und Belgien wirft aber auch eine weitere Frage auf: Wie sehr wird die Stimmung rund um die WM 2026 jetzt kippen? Die Gastgeber sind alle raus. Das könnte Einfluss auf die Zuschauer*innenzahlen in den Stadien haben. Es könnte auch Einfluss auf die allgemeine Atmosphäre in den Städten haben. Mit Kolumbien und Argentinien können heute die letzten Südamerikaner ins Viertelfinale einziehen.
Ansonsten dominiert mal wieder Europa. Diese WM hat viele schöne Momente zu bieten gehabt. Von den Schotten in Bosten, über rudernde Norweger und sportliche Überraschungen wie Kap Verde bis hin zu vielen schönen Toren. Es profitierte zumindest an der Außenfläche davon, dass Trump sich weitestgehend zurückhielt.
Bis jetzt. Viele Beobachter*innen unterstellten ihm Strategie in seiner Abwesenheit bei der WM. Der bewusste Fokus auf den Sport, um andere Themen im Hintergrund zu halten. Jetzt aber mischte sich der US-Präsident mit all seiner Macht ein und sorgte gemeinsam mit der FIFA dafür, dass die Integrität des Sports infrage gestellt wird. Das kann und wird noch massive Folgen haben.
Auf die Regeln. Auf die Frage, inwiefern das alles noch mit fairem Wettbewerb zu tun hat. Und auf die Frage, wie offen der Einfluss von Politik zugelassen wird. Machen wir uns nichts vor: Einflussnahme durch die Politik gab es schon immer. Viele Weltmeisterschaften waren politisch hochbrisant. Es ist die Offenheit und Dreistigkeit, mit der Gianni Infantino und Trump agieren, die das alles auf eine neue Stufe hebt.
Der Fußball als Spielball von Autokraten. So offensichtlich und so deutlich, dass einem die Lust am Spiel vergehen kann. So klar, dass selbst die wildesten Verschwörungstheorien nicht mehr wild wirken und die FIFA und der Fußball nicht mehr viele Argumente auf ihrer Seite haben, um die Glaubwürdigkeit zu wahren, wenn es um die Gewährleistung fairer Bedingungen geht.
Es ist exakt die Shitshow, die man erwarten konnte. Der Iran kann ein Lied davon singen. Viele Menschen, die nicht einreisen konnten und durften ebenfalls. Und die Bevölkerung in den USA singt dieses Lied schon länger. „Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel“, sagte Jürgen Klopp jüngst dazu bei MagentaTV. Klingt nett. Aber auf diesem Niveau ist es vielleicht schon länger „deren“ Spiel. Die Frage ist, wie „wir“ es uns zurückerobern können.
In jedem Fall nicht, indem die restlichen Verbände einfach zur Tagesordnung übergehen. Es ist ein komplexes Thema, an dem viele finanzielle und machtpolitische Interessen hängen. Man darf deshalb gespannt sein, wie groß dieses Thema überhaupt noch wird. Eigentlich müsste all das der Anlass dazu sein, dass Infantino in der Fußballwelt mehr Gegenwind zu spüren bekommt. Eigentlich. Der Fußball steht an einem historischen Punkt. Erst die Zukunft wird zeigen, wie bedeutsam er wirklich war – für den Sport und die Politik.
Eine Chronologie der Ereignisse kann man hier im Thread wunderbar nachvollziehen:
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Und da stehen auch schon die letzten Achtelfinals dieser WM auf dem Programm:
18 Uhr:
22 Uhr:
Alle Hintergründe zur WM 2026 findet ihr in Form von Taktikanalysen zum DFB-Team, den Spielern des FC Bayern München und zur Weltmeisterschaft generell auf unserer großen Übersichtsseite: WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier







































