Abba Naor (98) zu Gast am FC Bayern Campus | OneFootball

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FC Bayern München

·05 de junho de 2026

Abba Naor (98) zu Gast am FC Bayern Campus

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Der FC Bayern hat im Rahmen seiner Initiative „Rot gegen Rassismus“ schon mehrfach Zeitzeugengespräche mit dem Holocaust-Überlebenden Abba Naor organisiert – im vergangenen Jahr rührten 150 Mitarbeitende zwei Stunden lang ihr Smartphone nicht an, so gebannt lauschten alle an der Säbener Straße seiner Lebensgeschichte. Dieses Jahr war der 98-Jährige zwei Mal zu Gast am FC Bayern Campus: Für ein Gespräch exklusiv mit rund 100 ausgelosten Mitgliedern und Mitarbeitenden sowie für eines mit über 100 Talenten aus dem FCB-Nachwuchs der unterschiedlichen Abteilungen des Vereins.

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„Der FC Bayern ist ein Vorbild, auf und neben dem Spielfeld – ich bin stolz, dass ich immer wieder eingeladen werde. Seit über 30 Jahren erzähle ich meine Geschichte: Ich bin kein Schauspieler und hoffe, dass die Leute, die mir zuhören, bessere Menschen werden“, sagte Naor. „Ob Erwachsener oder Jugendlicher – das ist für mich kein Unterschied.“ Aber die Jugend müsse die Zukunft mit Leben füllen, führte er weiter aus: Man müsse sich informieren, was in der Welt passiert – „die Vergangenheit betrifft uns alle. Es ist wichtig, das Richtige zur richtigen Zeit zu sagen. Meine Botschaft ist, was ich auch meinen Kindern, Enkeln und Urenkeln mitgegeben habe: Man muss Mensch bleiben!“ Wie er sein Auditorium erlebt habe? Naor: „Es war mir eine Ehre, dass sie mir zugehört haben. Meine Geschichte ist am Ende nicht so wichtig - wichtig ist, was sie daraus lernen.“ Mit Blick auf die FCB-Talente fügte der Bayern-Fan mit einem Schmunzeln hinzu: „Ich bin sicher, dass sie alle einmal sehr gute Spieler werden.“

Vor dem Zeitzeugengespräch mit den Mitarbeitenden und den aus über 300 Anmeldungen ausgelosten Mitgliedern im Clubheim *1900 wandte sich Herbert Hainer in einer Videobotschaft an die Anwesenden. „Der FC Bayern hat eine gesellschaftliche Verantwortung, nicht zuletzt aufgrund seiner Geschichte und unseres früheren Präsidenten Kurt Landauer, der einst vor den Nationalsozialisten floh und später zurückkehrte, um den Club wieder aufzubauen“, erläuterte der Präsident. „Abba Naor hat die Schrecken der NS-Zeit überlebt – er musste Unaussprechliches durchmachen –, und dennoch steht er heute wie Landauer seinerzeit für Versöhnung. Solche  Persönlichkeiten zeigen, was die Geschichte mit uns macht – und vor allem, was wir aus ihr lernen müssen.“

Benny Folkmann, Geschäftsführer des Vereins, verdeutlichte in seiner Begrüßung die Hintergründe solcher Veranstaltungen: „Der FC Bayern ist sich seiner Rolle und Strahlkraft als einer der größten Vereine der Welt bewusst – wir wollen Haltung vorleben und vermitteln. Vor sechs Jahren haben wir die Initiative ,Rot gegen Rassismus‘ ins Leben gerufen, um uns gegen Diskriminierung jeder Art sowie demokratiefeindliche Kräfte zu positionieren. Ein Abend wie heute fördert den Austausch und das Verständnis für unsere Verantwortung aus der deutschen Geschichte heraus.“ Nach Naors Vortrag nutzten die Anwesenden die Möglichkeit, mit dem 98-Jährigen über sein Leben zu sprechen. „Ich lade euch alle zu meinem 100. Geburtstag ein“, sagte er am Ende mit einem Lachen.

Nach dem zweiten Zeitzeugengespräch mit den FCB-Jugendlichen in der Sporthalle am Campus – mit dabei waren unter anderen auch Michael Wiesinger (Leiter Sport und Nachwuchsentwicklung), der frühere Basketball-Nationalspieler und heutige FCB-Nachwuchscoach Danilo Barthel sowie Ehrenrat Marcus Preißinger -, fasste der 2. Vizepräsident Walter Mennekes beeindruckt zusammen: „Ich habe noch nie gesehen, wie ein so junges Auditorium über zwei Stunden still zugehört hat. Wenn man in die Gesichter geschaut hat, hat man gesehen, wie beeindruckt alle waren.“

Mennekes hatte in seiner Begrüßungsrede den Jugendlichen erläutert, dass „die Zeit, als die Nationalsozialisten Deutschland regierten, eine Zeit des grauenhaften Schreckens, des absoluten Terrors, der Dunkelheit“ gewesen sei: „Das darf sich nie mehr wiederholen!“ Sein Appell: „Schaut in die Gesichter eurer Teamkollegen: Ihr seid eine starke Gemeinschaft, die für Werte steht: Toleranz, Vielfalt, Weltoffenheit. Jeder Mensch bereichert unser Team, egal, woher er kommt, wo seine Wurzeln sind. Ich möchte euch bitten: Nehmt die Geschichte von Abba Naor mit nach Hause - und erzählt sie weiter! ,Wenn wir aufhören zu erzählen, beginnen andere, zu vergessen‘, sagt er. Hier sind wir alle in der Verantwortung, unseren Beitrag zu leisten.“

Als Dankeschön wurde Abba Naor zu einem Basketball-Spiel im SAP Garden eingeladen, zudem bekam er ein FCB-Trikot geschenkt, das die Campus-Talente unterschrieben hatten: als Zeichen, wer alles seine Geschichte im Zeichen des FC Bayern weitertragen wird.

Weitere Informationen zu „Rot gegen Rassismus“:

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