REAL TOTAL
·29 de maio de 2026
Abschlussnoten 2025/26: Wenige Lichtblicke, viele Enttäuschungen

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·29 de maio de 2026

Arda Güler gehörte 2025/26 zu den wenigen Lichtblicken bei Real Madrid, Dani Ceballos hingegen zu den zahlreichen Enttäuschungen – Fotos: Getty Images
Wie schon so häufig in der Vergangenheit war auch in der abgelaufenen Saison Verlass auf den mehrfachen Welttorwart. Wenn es eine (positive) Konstante bei Real Madrid 2025/26 gegeben hat, dann war es wieder einmal Courtois. Dass die Königlichen am Ende der Spielzeit sogar das Team mit den wenigsten Gegentoren in LaLiga sind, hat in erster Linie mit dem Belgier zu tun, der seine Mannschaft immer wieder entweder vor Schlimmerem bewahren oder ihr Punkte retten konnte. Eine der größten „What-If“-Fragen der Saison ist und bleibt wohl, wie das CL-Viertelfinale gegen Bayern mit Courtois zwischen den Pfosten der Blancos verlaufen wäre. Ob auf oder neben dem Platz, ob im Umgang mit Medien oder mit Fans – der 34-Jährige ist stets ein Vorbild und das Paradebeispiel, wie sich ein Real-Profi präsentieren müsste. Auch in der kommenden Saison wird der 2-Meter-Mann absolut unangefochten sein.
Courtois 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 2.
Lange kam der Ersatzkeeper überhaupt nicht zum Einsatz, wenn man die Copa del Rey ausklammert, in der sich Lunin und Kollegen bekanntermaßen schon in der zweiten Runde beim Zweitligisten Albacete bis auf die Knochen blamiert haben (2:3). Seinen ersten LaLiga-Einsatz verzeichnete Lunin erst am 29. Spieltag und blieb dann aufgrund der Verletzung von Courtois sechs Spiele zwischen den Pfosten, dazu kamen noch die beiden CL-Duelle gegen Bayern. Und gerade die beiden knappen Niederlagen gegen den deutschen Serienmeister stehen gewissermaßen stellvertretend für Lunins Leistungen: Er machte keine groben Fehler und doch fehlte eindeutig das gewisse Etwas, was er noch in der Saison 2023/24 ausgestrahlt hatte. Nicht wenige Beobachter sind der Meinung, dass mit Courtois im Tor mindestens eines der sechs Gegentore gegen die Münchener nicht gefallen wäre. Auch die Tatsache, dass der Ukrainer nur in einem seiner zwölf Einsätze ohne Gegentor blieb, gleichzeitig aber 21 Mal hinter sich greifen musste, steht stellvertretend für eine eher glücklose Spielzeit des Torwarts.
Lunin 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3,5.
Nachdem der Kapitän sich zu Saisonbeginn endlich fit präsentiert und in den ersten Wochen Job-Sharing mit Neuzugang Trent Alexander-Arnold betrieben hatte, wurde er bereits zu Herbstbeginn erst von einer Muskel- und dann von einer Knieverletzung ausgebremst und fiel bis Jahresbeginn aus. Sein Comeback gab der sechsfache CL-Sieger ausgerechnet beim Copa-Desaster in Albacete, wo er beim entscheidenden dritten Gegentor sehr unglücklich aussah, um anschießend unter Neu-Trainer Álvaro Arbeloa weitestgehend gar keine Rolle mehr zu spielen. Daraus resultierte auch der Verlust einer Kadernominierung in der spanischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Nordamerika. Auch abseits des Platzes wirkte Carvajal eher unglücklich, denn als Kapitän hatte er die am Ende teils völlig zerstrittene Kabine überhaupt nicht im Griff, war eher mit sich selbst und seinen WM-Ambitionen beschäftigt und es drohte ein unschöner Abschied, denn es war schon lange ein offenes Geheimnis, dass das Urgestein den Klub nach 23 Jahren verlassen würde, zumal auch das Verhältnis zu Arbeloa als gestört galt. Doch an den letzten beiden Spieltagen kam Carvajal doch noch als Starter zum Einsatz und wurde am Samstagabend in seinem letzten Spiel würdig und als Legende verabschiedet.
Carvajal 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 4.
Der Start unter Xabi Alonso bei der FIFA Klub-WM war vielversprechend, doch zuerst eine Oberschenkelverletzung im September, gefolgt von einem Muskelriss im Dezember bremsten den Neuzugang empfindlich aus. Doch ab Februar spielte sich der Brite in der Startelf fest und adaptierte sich immer mehr und besser, ohne dabei jedoch konstant zu glänzen. Dass Trent defensiv seine Probleme haben würde, war zu erwarten und kaum überraschend, doch desaströs waren seine Leistungen in dem Segment auch nicht. Im Spiel nach vorne, vor allem im Spielaufbau konnte der gebürtige Liverpooler allerdings immer wieder mehr als nur gute Ansätze zeigen und so etwas wie Vorfreude auf die kommende Spielzeit erzeugen – vorausgesetzt er bleibt verletzungsfrei.
Trent 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3.
Wie schon in der Vorsaison konnte der Deutsche nicht an seiner ersten beiden Jahre in Madrid anknüpfen. Einer der Gründe: Rüdiger war schlichtweg selten zu 100 Prozent fit. Infolge einer Oberschenkelverletzung fiel er in der Hinrunde weitestgehend aus, dann folgten Knieprobleme, sodass der Berliner sich nie richtig einspielen konnte. Erst im Frühjahr kam etwas Konstanz in Sachen Fitness und daraus resultierte auch ein relativer Formanstieg, wenn auch immer noch weit entfernt von seinem alten Niveau. Am Ende war die vierte Saison des deutschen Nationalspielers bei Real diejenige mit den wenigsten Spielminuten, nachdem er in den Jahren zuvor regelmäßig zu den Spielern mit den meisten Einsätzen gehört hatte. Dennoch scheint es für „El Loco“ trotz des am 30. Juni auslaufenden Vertrags in Madrid weiterzugehen: Es wird erwartet, dass der Kontrakt in Kürze um ein weiteres Jahr verlängert wird. Trotz allem werden Rüdigers Erfahrung und Leader-Qualitäten auch in der Kommenden Saison gefragt sein, zumal Reals Kader zu den jüngsten in LaLiga gehört.
Rüdiger 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3.
Im ersten Saisondrittel, welches sich letztlich als die beste und erfolgreichste Phase der Spielzeit herausstellen sollte, gehörte der Neuzugang mit seiner Ruhe, Abgeklärtheit und Ballsicherheit zu den großen Entdeckungen bei Real. Doch zu Beginn der Herbstkrise unter Xabi Alonso verlor auch Huijsen immer mehr an Selbstvertrauen und spätestens nach dem Abgang des baskischen Trainers steckte auch der gebürtige Amsterdamer selbst tief in der Krise. Unerklärliche Patzer, Unsicherheiten am Ball, Fehlpässe reihten sich plötzlich aneinander und erst in der Schlussphase der Saison konnte der 21-Jährige teilweise an den starken Beginn in Madrid anknüpfen. Der Formanstieg reichte jedoch nicht mehr, um doch noch auf Spaniens WM-Zug aufzuspringen.
Huijsen 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3,5.
Nach dem großen Durchbruch 2024/25 erlebte der ehemalige Canterano eine eher durchschnittliche Spielzeit. Wie gewohnt mangelte es beim 23-Jährigen auch in der abgelaufenen Saison nie an Einsatz und Willen, doch selten konnte er vollends überzeugen, es schlichen sich immer wieder kleinere und größere Patzer, Stellungsfehler oder verursachte Elfmeter ein, vor allem noch zu Saisonbeginn. Davon konnte sich Asencio nie komplett erholen, obwohl er immer wieder Einsatzchancen bekam. Doch trotz der auch in 2025/26 anhaltenden Verletzungsmisere in der königlichen Defensive kam der aus Las Palmas stammende Verteidiger auf über 500 Minuten weniger an Spielzeit als noch in seiner Debütsaison. Seine Zukunft bei Real ist zumindest fraglich – bei passenden Angeboten ist ein Verkauf nicht ausgeschlossen, andererseits wird der spanische Rekordmeister nach den Abgängen von Carvajal, David Alaba, sowie der ungewissen Zukunft von Éder Militão auch Ergänzungsspieler wie Asencio brauchen.
Asencio 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3,5.
Obwohl zu Saisonbeginn nominell fit und spielbereit, spielte der Österreicher unter Xabi Alonso praktisch von Beginn an kaum eine bis gar keine Rolle. Im Herbst kamen dann die ersten Verletzungen, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Spielzeit gezogen und den Innenverteidiger immer wieder zurückwarfen. So kam er auch unter Arbeloa kaum nennenswert zum Einsatz, obwohl er die wenigen Male als Starter zumindest nicht enttäuscht hatte. Auch deshalb stand ein Abgang nach Saisonende praktisch schon lange fest, sodass es niemanden mehr überraschte, als Real Madrid wenige Tage vor Saisonabschluss die Trennung verkündete. Leider wurde Alabas Zeit in der spanischen Hauptstadt in den vergangenen zweieinhalb Jahren und nach dem Kreuzbandriss im Dezember 2023 weitestgehend von Verletzungen geprägt, doch nach dem letzten Einsatz im weißen Trikot gegen den Athletic Club wurde der 33-Jährige mit viel Liebe und in aller Würde vom Madridismo verabschiedet.
Alaba 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 4.
Nach dem zweifachen Kreuzbandriss waren die Hoffnungen groß, dass der Brasilianer in der neuen Spielzeit wieder zu alter Stärke zurückfindet. Doch auch die neue Saison entwickelte sich für den Nationalspieler zu einem wahren Albtraum. Dabei lief es für den Innenverteidiger bis Dezember hervorragend: Unter Xabi Alonso war Militão von Beginn an unumstrittener Abwehrchef und gewann von Spiel zu Spiel mehr und mehr an Sicherheit, doch am 7. Dezember erlitt er im Heimspiel gegen Celta einen Muskelriss, der ihn monatelang zurückwarf. Erst Ende März kehrte der Brasilianer auf den Platz zurück, doch nach nur drei Einsätzen folgte die nächste Muskelverletzung und damit nicht nur das Saisonende, sondern auch das WM-Aus. Es bleibt wieder die Hoffnung, dass der spielfreie Sommer Militão endlich eine verletzungsfreie Saison beschert, doch es bleiben auch viele Fragezeichen. In den wenigen Spielen zeigte er jedenfalls, dass er im aktuellen Real-Kader der beste Innenverteidiger ist.
Militão 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 2,5.
Wochen-, sogar monatelang schien es, als hätte Real Madrid mit der 60 Millionen teuren Rückholaktion des ehemaligen Canteranos von Benfica einen Volltreffer gelandet. In der ersten Phase der Saison gehörte Carreras unter Xabi Alonso zu den großen Entdeckungen bei Real Madrid, glänzte mit gutem Stellungsspiel und Zweikampfverhalten in der Defensive und verbesserte im Laufe der Zeit auch immer mehr seinen offensiven Impact. Ende Oktober erreichte der Linksverteidiger- wie die gesamte Mannschaft – seinen Saisonhöhepunkt. Erst schaltete er im ersten Clásico der Saison (2:1) Lamine Yamal komplett aus, um nur eine Woche später mit einem fantastischen Schuss zum 4:0 gegen Valencia auch seinen ersten Treffer im Dress der Königlichen zu bejubeln. Anschließend passte sich Carreras‘ Leistung der Teamperformance ziemlich an: Mit der ersten Ergebniskrise unter Alonso baute auch der Neuzugang immer mehr ab und spätestens nach dem Aus des Trainers war Carreras nicht mehr wiederzuerkennen. Einfache Fehler, grobe Patzer, unauffällige Auftritte wurden zur Regel, und zu Beginn des Frühlings verlor der Spanier sogar seinen Stammplatz. Zunächst an Ferland Mendy, dann sogar an Fran García. Für ihn wird die neue Saison quasi zu einem zweiten Neubeginn bei seinem Jugendklub.
Carreras 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3,5.
Bei Gracía verlief die Saison fast spiegelverkehrt zu Carreras: Unter Alonso spielte der andere ehemalige Canterano quasi überhaupt keine Rolle, um dann unter Arbeloa immer mehr, parallel zu Carreras‘ aufsteigender Formschwäche, zum Einsatz kommen und immer besser zu performen. Und den Stammplatz im letzten Drittel der Saison hatte sich der frühere Rayo-Spieler redlich verdient. García spielte defensiv meist grundsolide, hatte aber auch offensiv durchaus seinen Impact. Sein Zusammenspiel mit Vinícius Júnior klappte deutlich besser als das von Carreras zuvor. Am Ende weiß man, was man von Fran bekommen: Einen grundsoliden und verlässlichen Linksverteidiger, von dem man aber auch keine Wunderdinge erwarten darf.
García 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3.
Nach einer guten Vorsaison, in der der ehemalige Betis-Spieler zwischenzeitlich zum wichtigsten Mittelfeldspieler geworden war und nur durch eine Verletzung gebremst wurde, entwickelte sich die Spielzeit 2025/26 aus Sicht von Ceballos zu einem einzigen Desaster. Nachdem er zu Saisonbeginn hier und da zu Einsätzen kam, verlor der Andalusier schon in der Endphase von Xabi Alonso mehr oder weniger seinen Kaderplatz, und unter Arbeloa wurde es nur noch schlimmer. Die Einsatzzeiten wurden weniger, es kam wohl zu Spannungen zwischen dem Mittelfeldspieler und dem Übungsleiter. In den letzten Wochen degradierte Arbeloa Ceballos sogar komplett und nominierte ihn überhaupt nicht mehr – angeblich wurde der inzwischen 29-Jährige intern verdächtigt, regelmäßig Informationen aus dem Training und der Kabine an Medien weiterzuleiten. Trotz Vertrags bis 2027 ist eine Trennung im Sommer quasi beschlossene Sache und somit endet die seit 2017 andauernde Beziehung, die man letztendlich nur noch ein ein großes Missverständnis beschreiben kann.
Ceballos 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 5.
Im Gegensatz zu den Vorjahren musste der Mittelfeldspieler diesmal so gut wie nie in der Innenverteidigung aushelfen und wusste lange auf seiner angestammten Rolle durchaus zu überzeugen. Vor allem unter Xabi Alonso war der Franzose der unumstrittene Mittelfeld-Chef und glänzte monatelang sowohl als Stratege im Spielaufbau als auch in der Defensive, wo er permanent und erfolgreich diverse und zahlreiche Löcher stopfte. Auch von den Turbulenzen um den Trainerwechsel im Winter ließ sich Tchouaméni nicht beeinflussen – zunächst. In der entscheidenden Saisonphase baute der Vizeweltmeister von 2022 merklich und spürbar ab, seine Präsenz auf dem Feld war nicht mehr die gleiche wie zuvor. Er fielt zuletzt weniger durch Fehler, sondern viel mehr durch Unauffälligkeit auf. Außer bei körperlichen Auseinandersetzungen mit Kollegen bei und nach dem Training. Und dennoch fehlte er dem Team im CL-Rückspiel in München ohne jeden Zweifel. Keine schlechte, aber auch keine bemerkenswert gute Saison für den französischen Nationalspieler, der grundsätzlich zwar immer noch unumstritten, aber bei entsprechenden Angeboten auch nicht unverkäuflich sein dürfte.
Tchouaméni 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3.
Wieder eine Saison von Camavinga, die vor allem durch Inkonstanz geprägt war. Zwar fiel der 23-Jährige deutlich seltener verletzungsbedingt als im Vorjahr aus, außer zu Beginn der Saison, den er komplett verpasste, doch zu keinem Zeitpunkt konnte er sich als unumstrittener Stammspieler empfehlen. Er kam zwar auf durchaus viele Einsätze, doch oft auch deshalb, weil es aufgrund von Ausfällen keine andere Wahl gab. Im Gegensatz zu Tchouaméni hatte Camavinga zudem keine einzige gute Phase, sondern eher weniger gute bis ganz schlechte. Er fiel in erster Linie durch falsche und schlechte Entscheidungen, Fehlpässe und Unkonzentriertheiten auf. Negativer Höhepunkt war sicherlich sein unrühmlicher Kurzauftritt im CL-Rückspiel bei Bayern, als er durch zwei unnötige gelbe Karten vorzeitig vom Platz musste, was Real entscheidend das Aus in der Königsklasse kostete. Zwar dürfte Camavinga im Sommer nicht direkt auf der Kippe stehen, ist aber ganz sicher gleichzeitig alles andere als unverkäuflich.
Camavinga 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 4.
Die jahrelange Konstanz in Person blickt auf eine in jeder Hinsicht unbefriedigende Spielzeit zurück. Zwar kam der Uruguayer auch in der abgelaufenen Saison insgesamt auf gute Zahlen, doch diese können nicht über einen enttäuschenden Gesamteindruck hinwegtäuschen. Zumal die allermeisten Scorer in seiner einzigen wirklich starken Phase im März zustande kamen. Davor und danach fiel der zweite Kapitän, der in den meisten Spielen aber die Binde trug, vor allem unangenehm auf. Ob die offensichtliche Weigerung, weiter als Rechtsverteidiger auszuhelfen, seine eher unrühmliche Rolle bei der Demission von Xabi Alonso oder die Schlägerei mit Tchouaméni zuletzt: Valverde war 2025/26 kein Führungspieler und kein guter Kapitän. Das einzig Gute im Hinblick auf die Zukunft: Er hat in all den Jahren zuvor mehr als einmal gezeigt und bewiesen, dass er es in jeder Beziehung viel besser kann.
Valverde 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3,5.
Nicht nur zahlenmäßig blickt der Brite auf seine schwächste Saison bei Real Madrid zurück. Das hat nicht allein damit zu tun, dass er nach seiner (überfälligen) Schulter-OP im Sommer zunächst den Saisonbeginn verpasste, um dann im Februar erneut verletzungsbedingt auszufallen. Neben der eher bescheidenen Scorer-Ausbeute fiel auch die fehlende Chemie mit Arda Güler immer wieder negativ auf, zudem ging Bellingham diesmal auch die zuvor immer wieder gezeigte „Big-Game-Attitüde“ fast völlig ab. In den wichtigsten Spielen und wenn es darauf ankam, lieferte er diesmal nicht ab. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der ehemalige Borusse sich nie versteckte und immer wenigstens durch Einsatz und Willen auffiel, defensiv wie offensiv. Und auch, dass die Formkurve im letzten Saisondrittel sichtbar nach oben zeigte.
Bellingham 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3.
Neben Courtois war der junge Türke wohl der einzige Blanco, der in der ansonsten enorm deprimierenden Saison nicht nur keine wirklichen schwachen Phasen hatte und durch keinerlei Negatives auffiel, sondern auch den größten Sprung nach oben machte. Die wohl auch seine stärkste Phase der Saison unter Xabi Alonso, als er unumstrittener Mittelfeldboss war und vor allem Kylian Mbappé mit einer Vorlage nach der anderen fütterte, wurde zwar durch die Rückkehr von Bellingham deutlich beeinträchtigt, doch weder dann noch nach der Entlassung seines Förderers Alonso ließ Güler sich hängen, sondern arbeitete permanent an sich weiter, blieb am Ball und nutzte seine Chancen. Auch auf der größten Bühne. Sein Auftritt bei Bayern und das 72-Meter-Tor gegen Elche waren wohl die beiden größten Highlights der ganzen Saison. Auch taktisch entwickelte er sich weiter. Beide Trainer setzten ihn nicht nur als klassischen Zehner ein, sondern teilweise auch etwas tiefer im Mittelfeld. Dadurch verbesserte sich sein Spiel gegen den Ball und seine Übersicht im Spielaufbau. Für uns ist Arda nicht mehr und nicht weniger als Real Madrids Spieler der Saison.
Güler 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 2.
Öffentlich bekannt wurde der Canterano noch im vergangenen Sommer, als Xabi Alonso ihn lobte und die Vorbereitung mit den Profis mitmachen ließ. Doch dann verschwand er völlig von der Bildfläche und bekam unter dem baskischen Coach gar keine Chance, sich zu beweisen. Dafür umso mehr ab Februar, als sein früherer Coach bei der Castilla, Álvaro Arbeloa, sicherlich auch aus der personellen Not heraus, immer mehr und öfter auf den Youngster setzte. Und Thiago begeisterte zunächst mit seinem erfrischendem, aber auch abgeklärten und reifen Auftreten, selbst auf der großen CL-Bühne. Doch dann schlichen sich immer mehr Fehler und schlechtere Auftritte ein, sodass der in Fuenlabrada geborene 18-Jährige seinen zwischenzeitlich erkämpften Stammplatz wieder einbüßte. Einerseits bringt Thiago viel mit, um dauerhaft den Durchbuch bei den Profis zu schaffen, gleichzeitig zeigte die Endphase der Saison, dass auch noch viel zu tun ist – vor allem in taktischer Hinsicht.
Thiago 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3,5.
Die dritte Saison seit der Rückkehr von Milan war die mit Abstand Schwächste für den marokkanischen Nationalspieler. Zu keinem Zeitpunkt konnte der kleine Dribbler sich als Stammspieler aufdrängen, obwohl er im Laufe der Spielzeit erneut auf seine Einsätze kam. Doch die Ausbeute ist schlichtweg katastrophal: Nur zwei Saisontore, davon eines beim Kantersieg gegen Kairat in Kasachsten, und der einzige Ligatreffer kam sogar erst im völlig unwichtigen letzten Saisonspiel gegen Athletic zustande. Von einer Offensivkraft von Brahims Talent und nachgewiesener Qualität darf und muss man einfach viel mehr erwarten. Passend zu seiner Gesamtsaison endete auch der Afrika-Cup, die einzige wirklich sehr gute Phase von ihm, mit dem fatalen Fehlschuss vom Elfmeterpunkt und dem anschließenden Titelverlust.
Brahim 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 4.
Eine Saison zum Vergessen. Nicht nur für Real Madrid, sondern auch für Rodrygo persönlich. Nach diversen Problemen und Wechselgerüchten im vergangenen Sommer bekam der Brasilianer zu Saisonbeginn von Xabi Alonso eine faire Chance, wechselte sich teilweise sogar mit Vinícius auf Linksaußen ab, doch wirklich nutzen konnte er sie nicht. Erst Anfang Dezember traf er erstmals in der Saison – zum ersten Mal überhaupt seit März 2025. Anschließend hatte er seine beste Phase seit langem, traf auch gegen Manchester City in der CL sowie gegen Atlético in der Supercopa, doch kurze Zeit später folgte mit dem Kreuzbandriss das tragische Saisonende und – besonders bitte – das WM-Aus. Seine Zukunft bei Real ist und bleibt fraglich.
Rodrygo 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 4.
Nachdem bei der Klub-WM sein Stern so steil aufging, waren die Erwartungen zu Saisonbeginn relativ hoch: Man hoffte im Madridismo, dass die Lösung des Problems der fehlenden Boxbesetzung und eines klaren Zielspielers im Sturmzentrum intern gefunden wurde. Nach der Saison kann die Frage, ob das tatsächlich geglückt ist, mit einem klaren Jein beantwortet werden. Auf der einen Seite sind Gonzalos Zahlen alles andere als überragend, zu oft fiel er bei seinen Einsätzen entweder gar nicht oder wenig auf, doch zur Wahrheit gehört auch der Fakt, dass beide Trainer entweder zu selten auf den ehemaligen Castilla-Torjäger gesetzt oder ihn falsch eingesetzt haben. Als hängende Spitze oder Flügelstürmer funktioniert der 22-Jährige nicht. Doch beinahe jedes Mal, wenn Gonzalo als klarer Mittelstürmer eingesetzt wurde, hat er auch geliefert – in Form von Toren. Passenderweise immer, wenn Mbappé nicht dabei war. Den ersten und einzigen Treffer zusammen mit dem großen Superstar auf dem Platz erzielte Gonzalo erst am letzten Spieltag – als der Franzose auf dem linken Flügel agierte. Es bleibt der Eindruck, dass der Spanier immer noch die Sturmlösung sein kann, allerdings nur, wenn seine Qualitäten auch adäquat eingesetzt werden.
Gonzalo 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3.
Einerseits müssen bei der Bewertung des Argentiniers die Umstände berücksichtigt werden: Noch vor dem 18. Geburtstag erstmals das eigene Land zu verlassen, um für viel Geld nach Europa und dann ausgerechnet zum größten und schwierigsten Verein zu wechseln, in dem es zudem über die gesamte Saison in jeder Hinsicht drunter und drüber ging, sind alles andere als günstige Voraussetzungen gewesen. Und dennoch muss man am Ende ernüchtert feststellen: Das war einfach viel zu wenig. Abgesehen von einigen ordentlichen Defensivbemühungen konnte der Argentinier zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise zeigen, warum man ihn überhaupt verpflichtet hat. Ob Abschluss, Dribbling, taktisches Verhalten oder Entscheidungsfindung – fast alles war quasi permanent als ungenügend einzustufen. Vielleicht würde ihm eine Leihe inklusive mehr Spielzeit und weniger Erwartungshaltung guttun.
Mastantuono 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 4,5.
Eine turbulente, schwierige und alles andere als gute Saison liegt auch hinter dem Brasilianer. Mit Xabi Alonso, dessen Training und seiner Rolle unter ihm kam er überhaupt nicht zurecht, rebellierte öffentlich und kostete letztlich nicht nur den Trainer seinen Job, sondern wohl auch Real Madrid die Saison. Vinis unrühmlicher Abgang nach der Auswechslung beim Sieg gegen Barcelona (2:1) im Oktober war der Anfang vom Ende – nicht nur für Alonso, sondern auch die einzige Phase der Saison, in der Real Madrid auf allen Fronten nicht nur funktionierte, sondern auch hoch kompetitiv war. Zwar profitierte Vinícius kurzfristig vom im Januar erfolgten Trainerwechsel und performte in mehreren Spielen im Januar und Februar sehr gut, traf regelmäßig und erinnerte teils wieder an den alten Vini, doch in der entscheidenden Phase der Spielzeit tauchte er wieder viel zu oft ab und war kein Faktor. Die Gesamtzahlen lesen sich zwar ordentlich, doch gemessen an Erwartungen und seinen eigenen Ansprüchen war es letztendlich zu wenig von allem.
Vinícius 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 3.
In der ersten Saisonhälfte und unter Xabi Alonso schien er nicht aufzuhalten und war der mit Abstand beste Spieler des Planeten. Mbappé traf aus allen Lagen und lieferte regelmäßig ab. Dann kam der Winter und die Knieverletzung, das Chaos um die (angebliche) Falschdiagnose der Vereinsärzte, das Alonso-Aus und irgendwann auch so etwas wie ein Vertrauensbruch zwischen Spieler und Verein. Nicht nur sind Mbappés Zahlen nach dem Jahreswechsel rapide gesunken, auch sein Auftreten hat sich seitdem verändert. Es schien nicht mehr zu passen. Schließlich verkündete er mit seinem nicht abgesprochenen Medienauftritt nach dem Oviedo-Spiel kurz vor Saisonabschluss auch auf seine eigene Art und Weise das endgültige Aus für Álvaro Arbeloa. Hinter der zweiten Saison von Kylian Mbappé bei Real Madrid bleiben vor allem viele Fragezeichen. Und dennoch: Trotz allem übertraf er mit 49 Scorern seine Debütsaison (24/25 noch 48) – trotz 1.000 Einsatzminuten weniger – und man mag sich nicht vorstellen, wie das ganze ohne seine vielen Tore geendet hätte.
Mbappé 2025/26
REAL TOTAL-Saisonnote: 2,5.
Der Beginn war verheißungsvoll und auch durchaus erfolgreich. In den ersten Wochen der Saison funktionierte das neue Real Madrid zwar noch längst nicht perfekt, aber immer besser und schien auf einem sehr guten Weg. Doch dann kam der ersehnte Clásico-Sieg und die berüchtigte Vinícius-Auswechslung, die rückblickend das ganze Projekt ins Verderben stürzte. Weniger die Reaktion von Vinícius selbst, sondern vor allem und in erster Linie die ausgebliebene Reaktion und die Rückendeckung für den Coach seitens des Klubs. Ende Oktober 2025 war Alonso schlich und ergreifend enteiert worden und hatte danach keine wirkliche Chance mehr. Was man dem Basken vorwerfen kann und muss, ist die ausgebliebene Reaktion seinerseits – viel zu schnell hatte er sich in sein Schicksal ergeben und das Trauerspiel um seine Person mitgemacht. Am Ende bleibt nur ein „Was wäre gewesen, wenn…“. Besser wurde es nach Xabis Abgang jedenfalls nicht. Im Gegenteil.
REAL TOTAL-Saisonnote: 3.
Die Aufgabe, die der zuvor sehr erfolgreiche Jugend- und Castilla-Trainer Mitte Januar übernommen hatte, hätte undankbarer kaum sein können. Arbeloa hatte sich, teilweise wider seinem eigenen Naturell, für einen bestimmten Weg entschieden, das Chaos bei Real Madrid zu meistern. Und die Politik der langen Leine, der bewusst gewählte Kuschelkurs gegenüber den Stars, schien in einer kurzen Phase Früchte zu tragen, doch am Ende flog dem Spanier der Laden sprichwörtlich um die Ohren. Zu unausgewogen und zu gespalten war der Kader, war die Gesamtgemengelage bei Real, da konnte Arbeloa nichts mehr retten. Positiv anzumerken ist unter anderem das konstante und bewusste Setzen auf die eigene Jugend, was auch in Sachen Identifikation für den Madridismo sehr wichtig war. Ist Arbeloa einer der Hauptschuldigen für das miserable Anschneiden der Blancos 2025/26? Ganz klar nein. Ist es richtig, dass man dennoch getrennte Wege gehen wird? Ganz sicher.
REAL TOTAL-Saisonnote: 4.







































