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·28 de maio de 2026
Analyse zur Saison 2025/26: Das Zeugnis für die Drittligisten #3

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·28 de maio de 2026

Die 18. Saison der eingleisigen 3. Liga ist Geschichte! Zeit für eine Bilanz: Welche Vereine haben überzeugt? Wer muss eine enttäuschende Spielzeit aufarbeiten? liga3-online.de nimmt alle 20 Klubs unter die Lupe und stellt ein Zeugnis aus. Weiter geht es mit den Plätzen 6 bis 10.

Fazit: Rekordverdächtig früh in der Saison sicherte sich der SV Waldhof Mannheim nationales Medieninteresse. Dominik Glawogger, den der SVW erst im Sommer mit einigen Nebengeräuschen aus Regensburg losgeeist hatte, wurde nach nur zwei Spielen schon wieder entlassen, nachdem die zwischenmenschliche Stimmung im Rekordtempo gekippt war. Für den jungen Österreicher übernahm der langjährige luxemburgische Nationaltrainer Luc Holtz, dem es erstaunlich schnell gelang, die lahmende Offensive zu beleben und die Buwe ins sichere Tabellenmittelfeld zu führen – ein klarer Fortschritt nach zwei Spielzeiten mit akuten Abstiegssorgen.
Die Hoffnung, vielleicht sogar noch weiter oben anzuklopfen, zerschlug sich jedoch schnell. Einerseits fehlte es den Buwe an der nötigen Konstanz, andererseits machte die Gegentorflut ambitionierteren Zielen einen Strich durch die Rechnung. Am Ende stehen 72 Gegentreffer zu Buche – eine Bilanz, die nur von drei Absteigern überboten wird. Holtz zieht nun wohl zum FC Metz weiter, zum Abschied führte er den Waldhof aber immerhin noch zum ersten Landespokalsieg seit vier Jahren.
Zeugnis: Im Vergleich zu den Vorjahren erlebte der SVW eine klare Steigerung, für mehr als einen Mittelfeldplatz fehlte die nötige Qualität. Unterm Strich reicht das für ein ordentliches Zeugnis.
Note: 3

Fazit: Dass der SV Wehen Wiesbaden mit großen Ambitionen in die Saison gegangen war, wurde spätestens Mitte Oktober offensichtlich. Trotz eines ordentlichen Starts mit 16 Punkten aus zwölf Spielen ersetzten die Hessen Eigengewächs Nils Döring durch Daniel Scherning – ein mutiger Schritt, der sich zunächst bezahlt zu machen schien. Unter Scherning entwickelte sich der SVWW vor allem im heimischen Stadion zu einer Macht: Die ersten sieben Heimspiele unter dem neuen Trainer gingen allesamt an Wiesbaden.
Dieses Zwischenhoch führte die Kurstädter Ende Februar auf Tabellenplatz fünf – eine vielversprechende Ausgangslage, um in der Schlussphase der Saison die Aufstiegsplätze zu attackieren. Doch genau in dieser entscheidenden Phase erlebte der SVWW einen Leistungsabfall zur Unzeit, der in neun sieglose Partien am Stück mündete. Immerhin gelang mit dem 2:0 gegen Hoffenheim II am letzten Spieltag, das die Sieglos-Serie beendete, und dem Sieg im Landespokalfinale gegen Fulda noch ein halbwegs versöhnlicher Abschluss.
Zeugnis: Der Traum von der Zweitliga-Rückkehr zum 100-jährigen Vereinsjubiläum – geplatzt. Nach dem schwachen Schlussspurt blickt Wiesbaden eher enttäuscht auf die abgelaufene Saison, die dennoch eine ordentliche war.
Note: 3

Fazit: Gewaltig war sie, die Euphorie, mit der der TSV 1860 München nach einem starken Transferfenster in die neue Saison startete. Zudem waren sich Fans und Trainer einig: Die Löwen sind der Topfavorit auf den Aufstieg. Nach verheißungsvollem Beginn folgte jedoch schnell die Ernüchterung. Sowohl Trainer Patrick Glöckner als auch Sportchef Christian Werner mussten ihren Hut nehmen, während die Löwen in untere Tabellenregionen abrutschten. Unter Drittliga-Fachmann Markus Kauczinski ging dann wieder ein Ruck durch die Mannschaft, die sich mit pragmatischem Ergebnisfußball langsam, aber sicher wieder an die Aufstiegszone heranrobbte.
Anfang März schien für den Münchner Traditionsverein plötzlich wieder alles möglich: Nach fünf Siegen in Folge trennten die Löwen nur noch drei Punkte vom Relegationsplatz. Doch just, als die Konkurrenz anzog, schlitterte der TSV in die nächste Krise. Aus den letzten zehn Spielen sprang nur noch ein Sieg heraus. Eine schier endlose Verletztenliste, die chronisch klamme Vereinskasse und die ausbleibenden Ergebnisse ließen die Unruhe im Umfeld bereits wachsen, ehe Hasan Ismaik mit der Kündigung des Darlehensvertrags endgültig für Krisenstimmung sorgte. Nun muss 1860 sogar um die Lizenz für die 3. Liga bangen.
Zeugnis: Statt der erhofften Aufstiegsfreuden herrschen in München Giesing derzeit Existenzsorgen vor. Das sportlich enttäuschende Abschneiden verkommt da fast schon zur Randnotiz.
Note: 4

Fazit: Nicht wenige Aachen-Fans dürften sich wünschen, dass diese Saison noch etwas länger gegangen wäre. Schließlich bereitete die Mannschaft von Trainer Mersad Selimbegovic in der Rückrunde enorme Freude – angeführt vom torgefährlichsten Sturmduo der Drittliga-Geschichte: Lars Gindorf und Mika Schroers. Zwölf der letzten 15 Spiele gingen an die Schwarz-Gelben, bei nur einer Niederlage. Es darf spekuliert werden, dass die Alemannia vielleicht sogar noch auf den Aufstiegszug aufgesprungen wäre, hätte die Saison tatsächlich noch ein paar Wochen länger gedauert.
Dass die Kaiserstädter am Ende derart groß aufspielen würden, war in der Hinserie allerdings kaum abzusehen. Unter dem in einem chaotischen Sommer geholten Benedetto Muzzicato spielte der TSV zwar einen anspruchsvollen Fußball, verlor aber sieben der ersten elf Partien. Auch unter Nachfolger Selimbegovic stellte sich zunächst keine merkliche Besserung ein, sodass die chronisch heimschwachen Alemannen als Tabellensiebzehnter – und damit unter dem Strich – überwinterten. Doch statt Abstiegskampf war 2026 plötzlich Party angesagt.
Zeugnis: Aachen blickt auf zwei Halbserien zurück, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Aus einer mangelhaften Hinrunde und einer herausragenden Rückrunde ergibt sich am Ende ein gutes Zeugnis mit kleinen Abzügen.
Note: 2-

Fazit: Oops, they did it again! Wie schon in der Vorsaison blickt der kleine SC Verl erneut auf die beste Saison der Vereinsgeschichte zurück. Der erneute Aderlass im Sommer, die neuerlichen Unkenrufe, dass der Verlust von Erfolgstrainer Alexander Ende und Sportchef Sebastian Lange nicht zu kompensieren sei – alles Makulatur. Unter dem bis dato im Profifußball unbekannten Tobias Strobl spielten die Schwarz-Weißen einmal mehr einen attraktiven, offensiv ausgerichteten Fußball, der die Kritiker schnell verstummen ließ.
Und dennoch mischt sich rund um den Ölbach ein wenig Wehmut unter den Stolz. Denn da wäre auch der Eindruck, dass mit dieser starken Mannschaft vielleicht sogar noch mehr möglich gewesen wäre als der ohne Frage beachtliche sechste Tabellenplatz. Schließlich war Verl zum Hinrundenabschluss noch auf Platz zwei und Mitte Januar sogar an der Tabellenspitze zu finden. Doch in den entscheidenden Momenten fehlte den Ostwestfalen die nötige Kaltschnäuzigkeit. Zu viele Spiele wurden trotz Überlegenheit noch aus der Hand gegeben.
Zeugnis: Verl hat eine hervorragende Saison hinter sich, einen möglichen Aufstieg aber verpasst. Dafür durfte am Ende erstmals nach 19 Jahren wieder der Sieg im Westfalenpokal gefeiert werden.
Note: 2+
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