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·04 de julho de 2026

DFB setzt alles auf Jürgen Klopp – bevor er zugesagt hat

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Nach dem WM-Aus gegen Paraguay löst der DFB den Vertrag mit Nagelsmann auf. Auch Sport-Geschäftsführer Rettig geht, Klopp wird zum Wunschkandidaten.

Der DFB zieht die Konsequenzen aus dem frühen WM-Aus, und er zieht sie schnell. Vier Tage nach der Niederlage im Sechzehntelfinale in Foxborough gegen Paraguay, verloren im Elfmeterschießen mit 3:4, ist Julian Nagelsmann nicht mehr Bundestrainer. Sein bis 2028 laufender Vertrag wurde am Freitag mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Zwei Jahre und zwei Monate nach der Übernahme von Hansi Flick im September 2023 ist ein Projekt beendet, das mit deutlich mehr Aufwand kalkuliert war als mit dieser Halbwertszeit.


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Bemerkenswert ist, wer die Trennung angestoßen hat. Nagelsmann selbst habe nach einem Krisengipfel in der DFB-Zentrale am Donnerstag darum gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden, teilte der Verband mit. „Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen", wird Nagelsmann zitiert. Auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner verlassen den DFB. Es ist also nicht die klassische Entlassung nach Turnier-Enttäuschung, sondern ein Rückzug, dem der Verband entsprochen hat – ein Unterschied, den man bei aller Wucht des Ergebnisses nicht kleinreden sollte.

Der zweite Teil der Mitteilung wiegt sportpolitisch mindestens genauso schwer. Der DFB bestätigt, dass er mit Blick auf die Neubesetzung das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen wird. Klopp habe „bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert". Das ist mehr als eine Personalspekulation, das ist eine Vorentscheidung, wenn beide Seiten am Verhandlungstisch zu einer Einigung kommen. Es ist auch ein Signal: Der Verband will nicht suchen, er will einen Namen. Und dieser Name ist der größtmögliche, den der deutsche Fußball auf dem Trainermarkt in den vergangenen Jahren zu bieten hatte.

Man sollte trotzdem vorsichtig sein mit Vollzugsmeldungen. Eine grundsätzliche Bereitschaft ist keine Unterschrift, und die Fragen, die zwischen einem Klub- und einem Nationaltrainerdasein liegen, sind nicht in ein paar Tagen zu klären. Was der DFB heute liefert, ist eine Absichtserklärung, keine Verpflichtung. Für den Verband ist bereits die Kommunikation dieser Absicht ein Wagnis: Sollte Klopp am Ende doch nicht kommen, ist jeder Plan B automatisch der zweite Wunschkandidat. Diese Rechnung muss man in Frankfurt gemacht haben.

Der Umbau bleibt nicht auf die Trainerbank beschränkt. Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig wird seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern. Über diesen Schritt habe er DFB-Präsident Bernd Neuendorf bereits vor WM-Beginn informiert. Damit fallen an der Verbandsspitze binnen weniger Wochen zentrale sportliche Verantwortliche weg: der Bundestrainer, sein Trainerteam, der Sport-Geschäftsführer. Wer jetzt neu besetzt, besetzt nicht eine Position, sondern eine Struktur. Es werden wohl noch mehr Leute gehen.

Für Nagelsmann bleibt eine Bilanz, die noch nicht zu Ende geschrieben ist. Er hat ein Turnier verloren, das mehr Erwartungen aufgeladen hatte, als die Ergebnisse davor rechtfertigten. Ob der Bruch nach zwei Jahren fair war, wird man erst beurteilen können, wenn feststeht, was der DFB an seiner Stelle aufbaut. Vorerst gilt: Der Verband hat die schnellste Antwort gewählt, die ihm zur Verfügung stand. Ob es die richtige ist, entscheidet ein Gespräch, das noch nicht stattgefunden hat.

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