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·03 de junho de 2026
Direkter Wiederaufstieg? Fortunas komplizierter Weg zurück

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Ob sie es wollen oder nicht: Fortuna Düsseldorf wird als sportlicher Irrläufer im Drittliga-Zirkus ab August die Rolle als erster Aufstiegsfavorit annehmen müssen. Doch nicht nur die etlichen offenen Fragen zur künftigen Mannschaft mindern die Chancen derzeit: Auch historisch müsste den Fortunen etwas gelingen, was in der 3. Liga nur eine absolute Minderheit erreicht hat.
Die Aufarbeitung läuft bei Fortuna Düsseldorf: Neben vielen ehrlichen Eingeständnissen haben die führenden Verantwortlichen Björn Borgerding und Alexander Jobst am Freitag mit dem neuen Sportvorstand Samir Arabi auch eine Personalie vorgestellt, die Aufbruchsstimmung entfachen soll. Für Arabi sind nach einer gut dreijährigen Berufspause rappelvolle Akkus auch benötigt, denn in diesen Wochen muss er bekanntlich durcharbeiten.
Auch zwei Wochen nach dem bitteren Abstieg in die 3. Liga ist schließlich aufgrund der vielen offenen Fragen noch kein einziger Neuzugang präsentiert worden. Noch bleiben mehr als zwei Monate, ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen, das um den Wiederaufstieg mitkämpfen soll – jedes andere Ziel wäre am Rhein schwer zu vermitteln. Doch wie kompliziert dieses Unterfangen ist, zeigt ein Blick in die Statistiken.
Hand aufs Herz: Wie viele direkte "Wiederaufsteiger" fallen Ihnen und Euch aus den vergangenen Jahren ein? Wer kann zumindest den bis heute letzten Klub benennen, der sich nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga so schnell zurechtfand, dass er den Fahrstuhl unmittelbar wieder nach oben betätigen konnte? Wer nun länger überlegt, muss sich dafür nicht schämen: Jahn Regensburg lautet die Lösung (2024), damals über die Hintertür Relegation. Zuvor schafften es seit dem Sommer 2017 nur noch Dynamo Dresden (2021) und Eintracht Braunschweig (2022). Halbwegs souverän stellte sich dabei eigentlich nur die SGD an, die sich 2021 vorzeitig als Meister krönte.
Der Regelfall ist wiederum ein ganz anderer: Von 49 Zweitliga-Absteigern, die es zwischen den Saison 2008/09 und 2024/25 in die 3. Liga verschlug, schafften lediglich elf Vereine den Weg zurück ohne Umweg – drei von ihnen bestritten dafür die Relegation, acht belegten einen direkten Aufstiegsrang. Dies ergibt eine Quote von 22,5 Prozent für den Aufstieg von Fortuna Düsseldorf (oder Preußen Münster als zweitem Absteiger). Eine statistische Spielerei, keine Frage. Doch für alle, die sich mit Fortuna Düsseldorf aufgrund des Umfelds als logischer Topfavorit wähnen, sind diese Zahlen ein Warnschuss.
Und der nächste folgt zugleich: Immerhin sechs Vereine wurden im gleichen Zeitraum direkt von der 2. Liga in die Regionalliga durchgereicht, zuletzt der SSV Ulm erst vor wenigen Wochen. Nun war mit Alemannia Aachen erst ein großer Traditionsverein darunter, und dieser Absturz entstand 2012/13 in höchsten finanziellen Schwierigkeiten. Doch etliche andere Schwergewichte sind in den vergangenen Jahren ebenfalls massiv beim Versuch gestrauchelt, die 3. Liga und ihre Tugenden anzunehmen – der 1. FC Magdeburg, der 1. FC Kaiserslautern und Arminia Bielefeld, um nur einige zu nennen.
Allemal auffällig war, wie oft Sportchef Arabi auf seiner Antritts-PK die Parallelen zu seinem langjährigen Arbeitgeber aus Bielefeld zu ziehen wusste. Die jüngste Drittliga-Periode des DSC hatte der 47-Jährige zwar nicht mehr selbst miterlebt, doch bei seinem Amtsantritt in 2011 mal eine Mannschaft aus dem Nichts bilden müssen – und das ebenfalls unmittelbar nach einem Abstieg aus der 2. Bundesliga. Man könne mit Blick auf die Umstände, sprich die insgesamt 67 betriebsbedingten Kündigungen auf der Geschäftsstelle, keine wilden Aufstiegsfantasien hegen, "keine Luftschlösser bauen", wie Arabi sagte. "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür müssen gestellt werden." Stabilität soll Träume schlagen, das Handeln nicht allein auf die sofortige Flucht aus der 3. Liga ausgelegt werden.
Dass an einem Standort wie Düsseldorf überhaupt Zweifel bestehen könnten, einen Top-Etat für die 3. Liga aufzustellen, mag für Außenstehende wie für den einen oder anderen F95-Fans surreal wirken. Doch nicht nur die TV-Geld-Einbußen im zweistelligen Millionenbereich, sondern auch der schlagartige und naiverweise nicht eingeplante Verlust von etlichen Marktwerten aufgrund mangelnder Drittliga-Verträge machen den Klub kurzfristig kaum handlungsfähig.
Angesichts schwerer menschlicher Schicksale, die mit den Freistellungen verknüpft sind, mögen die akut sportlichen Folgeprobleme klein wirken. Doch sie hindern Fortuna nun daran, Fahrt aufzunehmen für den Neustart: Es fehlen Spieler, es fehlt die Vorarbeit von Arabi-Vorgänger Sven Mislintat, der längst Planungen aufgenommen hatte. Ins Werben um spannende Profis kann Fortuna nur mit viel, viel Geld einsteigen – ohnehin ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass in der noblen NRW-Landeshauptstadt entsprechend der Lebenshaltungskosten auch so einige Fußballer zu anderen Konditionen unterschreiben als anderswo.
Große Zuversicht oder gar Euphorie schürte Arabi am Freitag wohl auch deshalb nicht. Ohnehin bot ihm diese Pressekonferenz, umringt von zwei Vereinschefs, die ihr Versagen auf allen Ebenen schuldbewusst immer wieder eingestanden, eher nicht den passenden Rahmen. Wie tief Fortuna Düsseldorf wirklich stapeln kann, bis die eigenen Fans den Aufstand proben, daran muss sich der Klub wohl oder übel erst im Rahmen der Sommervorbereitung herantasten. Ein Wiederaufstieg wird schwer genug. Jahn Regensburg als Vorbild? Unmöglich, denn diese Ruhe und Besonnenheit wird es im Umfeld an Flinger Broich nicht geben.







































