FC Barcelonas doppelte Wahrheit: Titel auf dem Rasen, Löcher in den Büchern | OneFootball

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·17 de julho de 2026

FC Barcelonas doppelte Wahrheit: Titel auf dem Rasen, Löcher in den Büchern

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Der Klub leiht sich Millionen für elf Jahre, um heute Stars zu kaufen. Ein sportlicher Aufstieg, dessen Rechnung erst ein Jahrzehnt später fällig wird.

Es gibt in Barcelona zwei Wahrheiten, und sie passen nicht zueinander. Die eine spielt sich auf dem Rasen ab, wo Hansi Flick eine Mannschaft geformt hat, die spanischer Meister geworden ist und den Klub sportlich wieder in die erste Reihe Europas rückt. Die andere steht in den Büchern: 469 Millionen Euro Gesamtverschuldung beim Jahresabschluss der Saison 2024/25. Der sportliche Aufstieg und die finanzielle Dauerbelastung wachsen im selben Verein nebeneinander her. Das ist kein Zufall, sondern ein Muster.


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Die jüngste Zahl bringt das Prinzip auf den Punkt. Barcelona hat sich 105 Millionen Euro am Kapitalmarkt besorgt, zurückzuzahlen bis Oktober 2036, verzinst mit 5,14 Prozent. Aus 105 werden über die Laufzeit rund 159 Millionen Euro. Man muss diesen Satz zweimal lesen: Der Klub verpflichtet sich für elf Jahre, um heute liquide zu sein. Wer 2036 die Rechnung begleicht, entscheidet über ein Geld, das längst ausgegeben sein wird.

Bemerkenswert ist der Ton, in dem der Verein das eigene Manöver kommentiert. Der Erfolg der Transaktion stärke das Vertrauen der internationalen Märkte in die Tragfähigkeit des Projekts, heißt es in der Mitteilung. Man feiert sich dafür, dass eine ausgewählte Gruppe von US-Investoren die Anleihen innerhalb von zwei Stunden abnahm und das Angebot um mehr als 200 Prozent überzeichnet war. Doch ein überzeichnetes Angebot ist kein Beweis für Gesundheit. Es ist der Beleg, dass Investoren an Barcelonas 5,14 Prozent Zins verdienen wollen – der Klub beleiht, andere kassieren.

Denn der Grund für den Griff zum Kapitalmarkt ist bekannt. In der Vergangenheit musste Barcelona auf dem Weg zu teuren Transfers immer wieder frisches Geld auf Pump beschaffen. Und die Ambitionen sind ungebrochen: Für rund 80 Millionen Euro wurde Anthony Gordon von Newcastle United verpflichtet, den auch der FC Bayern gerne gehabt hätte. Julián Álvarez steht auf der Liste, angeblich für 130 bis 150 Millionen Euro. Der Verein, der 469 Millionen Euro Schulden vor sich herträgt, plant zugleich Einkäufe im dreistelligen Millionenbereich.

Uli Hoeneß hat gestichelt, Barcelona habe „ja gar kein Geld“. Man kann das als Spitze des Bayern-Ehrenpräsidenten abtun, doch ganz unrecht hatte er nicht. Immerhin: Der Verein konnte die Gesamtschulden zuletzt verringern. Das ist die eine gute Nachricht in einer Bilanz, die ansonsten von der Fähigkeit lebt, neue Kredite gegen alte Löcher zu setzen. Ein sinkender Schuldenberg, der durch frische Anleihen abgetragen wird, ist kein Abbau, sondern eine Umschichtung.

Bleibt die Frage, was am Ende zählt. Sportlich blüht Barcelona unter Flick, und niemand kann dem Trainer die Titel absprechen. Aber der Erfolg auf dem Platz kaschiert eine Konstruktion, die auf Zeit spielt: Man kauft heute Talent und verschiebt die Rechnung in ein Jahrzehnt, das niemand der heute Verantwortlichen sicher noch begleiten wird. Klubpräsident Joan Laporta und seine Führung wetten darauf, dass der sportliche Wert die finanzielle Last irgendwann rechtfertigt. Das kann aufgehen. Es kann aber auch der teuerste Meistertitel werden, den ein Verein sich je erkauft hat.

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