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·27 de junho de 2026
Hammer-Los droht: Portugal und Kolumbien vor Gruppensieg-Showdown

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·27 de junho de 2026

Es ist eigentlich nur das letzte Gruppenspiel, trotzdem fühlt sich Kolumbien gegen Portugal schon vor dem Anpfiff wie eine Partie an, die auch deutlich später in dieser Weltmeisterschaft stattfinden könnte. Am Samstag geht es im Hard Rock Stadium in Miami für beide Teams neben dem Gruppensieg in Gruppe K auch um ein echtes Zeichen an die Konkurrenz.
Kolumbien reist mit der besseren Ausgangslage und zwei Siegen aus zwei Spielen an. Nach dem 3:1 gegen Usbekistan und dem 1:0 gegen die Demokratische Republik Kongo reicht der Mannschaft von Nestor Lorenzo bereits ein Unentschieden, um als Gruppensieger in die K.o.-Phase einzuziehen. Portugal steht nach dem 1:1 zum Auftakt gegen den Kongo und dem klaren 5:0 gegen Usbekistan bei vier Punkten. Für Cristiano Ronaldo und Co. ist die Rechnung einfach. Nur mit einem Sieg zieht Portugal an Kolumbien vorbei.
Der Spielort macht dieses Duell noch besonderer, denn in Südflorida lebt eine große kolumbianische Community, allein im Raum Miami-Dade sind es mehr als 100.000 Menschen. Es ist also zu erwarten, dass im Hard Rock Stadium deutlich mehr Gelb als Rot-Grün zu sehen sein wird. Schon vor dem Spiel war die Nachfrage nach Tickets enorm, auf dem Zweitmarkt wurden teils Preise im vierstelligen Bereich aufgerufen.

Foto: IMAGO / Agencia-MexSport
Für Kolumbien ist Miami außerdem kein gewöhnlicher Ort. Im Hard Rock Stadium stand die Mannschaft 2024 im Copa-America-Finale gegen Argentinien. Damals wurde das Endspiel auch von Sicherheitsproblemen rund um Fans ohne Tickets überschattet. Für die WM gelten nun noch strengere Kontrollen. Sportlich aber verbindet Kolumbien mit diesem Stadion große Emotionen.
Kolumbien hat nur wenige der vergangenen Spiele verloren, wirkt stabil, eingespielt und besitzt eine spannende Mischung aus Erfahrung, Körperlichkeit und individueller Qualität. Luis Diaz führt die Offensive an, James Rodriguez ist mit 34 Jahren noch immer der Spieler, der zwischen den Linien besondere Momente schaffen kann. Dazu kommen Spieler wie Daniel Munoz und Jefferson Lerma, die dem Team Balance, Intensität und Energie geben.
Portugal hat nach dem holprigen Auftakt gegen den Kongo bereits gespürt, wie schnell bei dieser WM Unruhe entstehen kann. Das 1:1 sorgte in der Heimat für Kritik, auch an Cristiano Ronaldo. Nach seinem Doppelpack gegen Usbekistan hat der 41-Jährige einige Diskussionen vorerst beruhigt. Doch wie gut funktioniert Portugal gegen einen Gegner, der nicht nur verteidigt, sondern selbst Qualität im Ballbesitz und Tempo im Umschalten hat?

Foto: Getty Images
Roberto Martinez kann auf einen der tiefsten Kader des Turniers zurückgreifen. Vitinha, Bruno Fernandes, Joao Neves, Ruben Dias, Nuno Mendes und Joao Felix bringen enorme Qualität mit. Auf dem Papier gehört Portugal weiter zum erweiterten Favoritenkreis, aber genau deshalb reicht ein klares Ergebnis gegen Usbekistan nicht aus, um alle Zweifel zu beseitigen.
Kolumbien wird ein anderer Maßstab. Die Südamerikaner können tief verteidigen, schnell umschalten und über Luis Diaz jederzeit Räume attackieren. Gleichzeitig sind sie mit James Rodriguez in der Lage, das Tempo zu beruhigen und selbst Phasen mit Ballkontrolle zu erzeugen. Portugal muss also nicht nur seine individuelle Klasse ausspielen, sondern vor allem die Kontrolle behalten. Martinez betonte, dass seine Mannschaft die Emotionen im Griff behalten müsse.
Der sportliche Wert dieses Spiels geht über Platz eins hinaus. Wer die Gruppe gewinnt, bekommt voraussichtlich den leichteren Weg in der nächsten Runde. Der Zweite könnte dagegen auf einen deutlich unangenehmeren Gegner aus Gruppe L treffen, womöglich England, Kroatien oder Ghana.

Foto: Getty Images
Kolumbien kann die Partie etwas kontrollierter angehen, denn ein Remis reicht. Das könnte Lorenzo in die Karten spielen. Seine Mannschaft muss nicht wild nach vorne spielen, sondern kann Portugal kommen lassen und auf die Räume warten. Für ein Team mit Diaz, James und einem laufstarken Zentrum ist das keine schlechte Ausgangslage. Portugal steht dagegen stärker unter Zugzwang. Ein Unentschieden würde zwar sehr wahrscheinlich zum Weiterkommen reichen, aber eben nicht zum Gruppensieg. Für eine Mannschaft mit diesem Anspruch wäre Platz zwei nach dieser Gruppe ein Dämpfer.
Und über allem steht natürlich Ronaldo. Jede seiner Partien bei dieser WM kann die letzte auf der größten Bühne sein. Doch gegen Kolumbien wird es nicht reichen, nur auf die Geschichte des Kapitäns zu schauen. Portugal braucht eine Mannschaftsleistung, denn Kolumbien wirkt bereit, aus diesem Abend in Miami mehr zu machen als nur ein Gruppenspiel.
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