Borussia Dortmund
·06 de julho de 2026
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Es ist nicht das erste Mal, dass ein Trainer aus dem Männer- in den Frauenbereich wechselt. Dennoch fragten sich viele BVB-Fans: Kann das gutgehen, dass ein Trainer ohne Erfahrung im Frauen-Bereich erfolgreich die Nachfolge eines renommierten Coaches und Frauenhandball-Experten wie Henk Groener antreten kann? Was sagst du dazu und warst du von der Reaktion überrascht?„Nein, überrascht war ich nicht. Es ist ja auch verständlich, dass einige Reaktionen dieser Art kamen. Ich habe aber überwiegend positive Reaktionen erhalten, das hat mich sehr gefreut. Nach den sehr guten Gesprächen mit Andreas Kuno, Yasmin Yusif-Hügle und Rupert Thiele hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Mir war klar, dass es etwas Neues ist und mich aus der Komfortzone herausholt, aber genau das hat mich umso mehr motiviert und inspiriert. Mit meinen Jahren als Profi und langjähriger Trainer bringe ich wertvolle Erfahrung mit. Das motiviert mich, hier weiter mit dem Team etwas Nachhaltiges aufzubauen.“
Du hast fünf Jahre lang (1984 bis 1989) für den damaligen Bundesligisten OSC Thier in Dortmund gespielt, danach in Niederwürzbach, Düsseldorf und wieder in Niederwürzbach. Untrennbar ist dein Name aber vor allem mit dem ASV Hamm-Westfalen verbunden, wo du in fast 20 Jahren als Cheftrainer und Manager große Erfolge gefeiert hast. Mit dem Wechsel in den Frauenbereich betrittst du nun Neuland.„Das stimmt. Im Männerbereich kenne ich natürlich fast alles, aber hier ist es eine neue Erfahrung, die ich mit frischem Blick angehe. Ich möchte vor allem eine gute Atmosphäre schaffen, einen starken Teamgeist aufbauen und mich auch überraschen lassen, wie sich die Arbeit gestaltet. Klar, manches mag anders sein – aber genau das sehe ich als Chance.“
Der BVB ist in der vergangenen Saison deutscher Pokalsieger geworden, hat die Vizemeisterschaft geholt und kam in der EHF Champions League bis in die Playoff-Runde. Wie groß sind die Fußstapfen, die Henk Groener hinterlassen hat?„Ich habe großen Respekt vor der Arbeit von Henk Groener. Und natürlich erwarten die Fans und auch ich selbst, dass wir im Pokal und in der Meisterschaft wieder um den Titel spielen und auch international einen weiteren Schritt machen. Aber das ist eine gemeinsame Aufgabe von uns allen. Mit viel Leidenschaft, echtem Teamgeist, harter Arbeit und dem Willen, gemeinsam diese Ziele umzusetzen.“
Im Gegensatz zu Henk Groener, der an der Seitenlinie durch seine ruhige Art auffiel, schreibt man dir zu, emotionaler zu sein. Wie schätzt du dich selbst ein?„Wer mich kennt, weiß, dass ich emotional dabei bin. Ich fiebere mit und genau diese Leidenschaft will ich bei den Spielerinnen sehen. Die Mannschaft hat ein enormes Potenzial, aber wir müssen es auch in jedem Spiel abrufen. Ich möchte, dass wir spüren, was es bedeutet für den BVB zu spielen. Jeden Tag unser Bestes zu geben, heißt auch harte Arbeit, um gemeinsam die nächste Stufe zu erreichen. Das müssen wir als gesamte Einheit vorleben.“
Als DHB-Pokalsieger trifft der BVB am 22. August in München im Supercup auf den Deutschen Meister HSG Blomberg-Lippe. Was ist das Ziel?„Dieses Spiel verspricht direkt Spannung. Darauf freuen wir uns natürlich und unser Ziel ist es, den Titel zu holen. Uns ist aber auch bewusst, dass es ein schweres Spiel gegen den aktuellen Deutschen Meister wird. Doch genau darin liegt die Chance, direkt ein erstes Ausrufezeichen zu setzen.“
Was wird sich unter deiner Leitung ändern?„Wir werden an den Details feilen, unser Spiel verfeinern. Mit mehr Tempo, aggressiverer Abwehr und leidenschaftlichem Einsatz. Auch als Trainerteam nehmen wir uns vor, jede einzelne Spielerin weiterzuentwickeln und damit Schritt für Schritt als Team stärker zu werden.“
„Unser Ziel ist es, die Play-offs zu erreichen. Gegen die Topteams wollen wir wachsen und näher an die absolute Spitze heranrücken. Wir müssen auch für die großen Gegner maximal unbequem sein – und wenn sie mal schwächeln, müssen wir da sein.“
Welchen Anteil hast du an der Zusammenstellung der neuen Mannschaft?„Ich habe wenig Anteil an den frühen Verpflichtungen gehabt. Aber wir haben wirklich ein starkes Team. Andreas Kuno und Yasmin Yusif-Hügle haben da richtig gute Arbeit geleistet und ich vertraue ihnen voll. Und nicht nur die Mannschaft ist gut aufgestellt. Ich bin auch sehr froh über den gesamten Staff.“







































