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·21 de maio de 2026

Kommentar zum DFB-Kader: Viel Qualität, aber wenig Mut

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Manuel Neuer, Leon Goretzka, Leroy Sane – Julian Nagelsmann setzt bei der WM auf einen erfahrenen DFB-Kader. Ein bisschen mehr Mut hätte gutgetan. Ein Kommentar.

Der Bundestrainer hat seine 26 Flugtickets in Richtung Nordamerika verteilt. Die ganz großen Überraschungen blieben dabei aus. Das meistdiskutierte Thema war im Vorfeld sicherlich die mögliche DFB-Rückkehr von Manuel Neuer, der tatsächlich „als Nummer eins“ bei der Weltmeisterschaft auflaufen wird, wie der Bundestrainer auf der Pressekonferenz bestätigte.


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Schaut man sich den Kader an, fällt auf: Nagelsmann geht gerade in der zweiten Reihe auf Nummer sicher. Die Startelf steht zu einem großen Teil bereits fest. Neuer wird das Tor hüten, die Viererkette komplettiert neben Joshua Kimmich, Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck entweder Nathaniel Brown oder David Raum. Auf der Doppelsechs streiten sich Leon Goretzka und Felix Nmecha um den Platz neben Aleksandar Pavlovic. In der Offensive ist neben dem Top-Trio aus Florian Wirtz, Jamal Musiala und Kai Havertz nur noch eine Position unbesetzt. Lennart Karl, Jamie Leweling und Leroy Sane dürften auf diese Aufgabe schielen.

Auf Nummer sicher: Sane und Groß statt El Mala und Bischof

Apropos Sane: Der Flügelstürmer von Galatasaray steht in der deutschen Öffentlichkeit schon länger in der Kritik, weil er auch in der zweitklassigen Süper Lig keine herausragende Rolle einnehmen konnte. Nagelsmann vertraut dem 30-Jährigen, der zweifellos über besondere Qualitäten verfügt, aber weiterhin.

Mit Spielern wie Sane, aber auch Pascal Groß und der Neuer-Rückkehr, setzt der Bundestrainer auf bewährte Kräfte. Spieler wie Said El Mala, Tom Bischof, Assan Ouedraogo oder Noah Atubolu schauen in die Röhre. Dabei wäre die WM eine ideale Möglichkeit gewesen, der neuen Generation eine erste Chance zu geben. In der Rolle als Joker können Spieler wie El Mala oder Bischof dem Spiel mehr geben als Sane oder Groß, Atubolu oder Jonas Urbig hätten als Ersatzkeeper hinter Oliver Baumann zumindest schonmal WM-Luft schnuppern und sich auf ihre Zukunft als mögliche Nummer eins vorzubereiten.

Bei den zurückliegenden Turnieren wurde Deutschland für diesen Mut oft belohnt. Vor der WM 2010 etwa war die DFB-Elf in einer ähnlichen Situation. Zu den absoluten Top-Favoriten zählte Deutschland auch unter Joachim Löw nicht. In Südafrika kam eine neue Generation zum Einsatz, die an der Seite einiger Führungsspieler großartig aufspielte und ihren Höhepunkt vier Jahre später in Brasilien erlebte.

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Foto: Getty Images

Ja, die Offensivstars sind allesamt noch jung, zudem ist Bayern-Juwel Lennart Karl dabei. Dennoch bleibt das Gefühl, dass Nagelsmann den ein oder anderen Härtefall, der bereits bei den zurückliegenden, verkorksten Weltmeisterschaften dabei war (Sane, Goretzka, Neuer, Rüdiger), hätte zuhause lassen sollen, um Platz für einen jüngeren, formstarken Spieler zu schaffen. Der Kader ist gut, der Kader hat die Qualität, um weit zu kommen – die große Euphorie löst er aber nicht aus.

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