Miasanrot
·08 de julho de 2026
Lionel Messi ist nicht allein: Sein Elfmeter-„Kunststück“ gab es doch schon mal

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·08 de julho de 2026

Lionel Messi hat einen Negativrekord bei Fußball-Weltmeisterschaften aufgestellt. So berichteten es Miasanrot und andere Medien. Doch das stimmt nur zum Teil.
Lionel Messi hat bei der WM 2026 einige Rekorde geknackt – darunter nun auch ein Negativrekord. Mit seinem verschossenen Elfmeter gegen Ägypten wurde er zum ersten Spieler, der bei Weltmeisterschaften innerhalb eines Turniers zweimal vom Punkt vergeben hat – außerhalb von Elfmeterschießen.
So haben es Miasanrot und andere Medien berichtet. Doch das stimmt nur, wenn man das Wort „Spieler“ hier wirklich ernst nimmt und das auf den Männerfußball beschränkt. Da wir aber wissen, dass es sehr viele Menschen gibt, die der Überzeugung sind, dass Frauen beim generischen Maskulinum mitgemeint wären, sollten wir auch diese Sicht der Dinge ernst nehmen.
Miasanrot hat sich bei der Nennung dieses Rekords an anderen Medien orientiert, ohne das zu hinterfragen. Das ist ungenaue Arbeit. Als uns ein Leser darauf aufmerksam gemacht hat, sind wir in unserer Recherche sehr schnell auf eine Spielerin gekommen, der dieses „Kunststück“ bereits vor Messi gelang.
Nikita Parris trat bei der WM 2019 dreimal an, traf aber nur beim ersten Versuch zum Auftakt gegen Schottland. Ihren zweiten Elfmeter gegen Argentinien – ebenfalls in der Gruppenphase – verschoss sie ebenso wie einen Strafstoß im Viertelfinale gegen Norwegen.
Im Halbfinale gab es dann einen Wechsel bei England: Steph Houghton schoss gegen die USA den nächsten Elfmeter für ihr Team – und verschoss ebenfalls.
In der Berichterstattung wird der Fußball der Frauen häufig ausgeklammert. Das ist insofern ein Problem, weil einerseits immer behauptet wird, dass die männlichen Bezeichnungen die Frauen mitmeinen würden, andererseits in genau solchen Fällen dann aber argumentiert wird: Ja mei, es geht halt um Männerfußball, ist doch klar.
Das ist so tief verankert, dass selbst wir als Medium, das den Fußball der Frauen ernst nimmt und ihm die Berichterstattung geben möchte, die er verdient, immer mal wieder vergessen, solche Rekorde zu hinterfragen. Es führt letztlich auch dazu, dass Geschichten im Fußball der Frauen in Vergessenheit geraten und ihre Erfolge und Misserfolge herabgewürdigt werden.
Nein, Lionel Messi hat hier kein einzigartiges Negativerlebnis gehabt. Er war nur der erste Mann, dem das offenbar bei Weltmeisterschaften passiert ist. Unklar bleibt auch, ob es im Fußball der Frauen eine weitere Spielerin gab, der das vor Parris passiert ist. Die Vergangenheit ist deutlich komplizierter zu recherchieren als bei den Männern.
Wer Google danach fragt, wer die meisten Länderspiele im Fußball hat, wird Cristiano Ronaldo als Antwort bekommen. Es gibt aber zahlreiche Fußballerinnen, die mehr haben als der Portugiese. Darunter Rekordspielerin Kristine Lilly (USA) mit 354 oder Christine Sinclair (Kanada) mit 331. Das sind unfaire Missstände.
Wenn man sich nicht die Mühe machen möchte, den Fußball der Frauen in solche Rekorde mit einzubeziehen, muss man konsequenterweise vom Männer-Fußball oder dem Fußball der Männer schreiben und sprechen. Denn auch hier gilt: Fußball ist Fußball und es gibt keinen Grund, die Männer dahingehend sprachlich zu isolieren oder andersherum. Außer man will den Unterschied bewusst kennzeichnen.
In diesem Fall hätten wir das als Teil einer seriösen Berichterstattung tun müssen und entsprechend bitten wir um Verzeihung. Wir werden versuchen, in Zukunft noch genauer auf solche Dinge zu achten.







































