FC Bayern München
·10 de março de 2026
Magdalena Eriksson: Ein Vorbild über 90 Minuten hinaus

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·10 de março de 2026

Magdalena Eriksson zu beschreiben, ist alles andere als einfach: Zu vielschichtig, zu interessant ist die Persönlichkeit hinter der Fußballerin mit der Rückennummer 5 im Trikot der FC Bayern Frauen. Vielleicht lässt sie sich, ihre Einstellung zum Leben, ihre Herangehensweise an so viele Dinge, am besten mit einer Songzeile fassen. Einem Satz, der nicht nur zu ihr passt, sondern den sie auch auf ihrer Haut trägt, tätowiert auf dem Unterarm. „Don’t criticise what you don’t understand.“ Die Zeile stammt aus Bob Dylans „The Times They Are A-Changing“, einem musikalischen Manifest für Wandel, Offenheit und die Bereitschaft, die Welt nicht vorschnell zu beurteilen.
Für Eriksson ist dieser Satz kein bloßes Zitat, sondern ein Prinzip. „Ich mag die Botschaft“, sagt sie. „Man sollte sich über alles immer erst informieren, bevor man urteilt. Über Menschen, über Kulturen, über Dinge, die man vielleicht nicht sofort versteht.“ Wenn die Schwedin dies sagt, klingt dies nicht belehrend. Es ist in diesem Moment vielmehr die Stimme einer Person, die gewohnt ist, Dinge aus der Distanz zu betrachten, bevor sie handelt. Und doch steht genau diese Frau Woche für Woche im Zentrum eines Spiels, im Abwehrzentrum der FC Bayern Frauen.
Es gibt Akteurinnen, die durch Dribblings, durch Tore auffallen. Durch Momente, die sich in Highlight-Videos wiederfinden. Und es gibt Spielerinnen wie Magdalena Eriksson. Spielerinnen, deren Einfluss subtiler ist, aber oft entscheidender. In der Defensive der Münchnerinnen wirkt die 32-Jährige seit ihrer Ankunft 2023 wie eine Architektin. Während andere den Ball jagen, ordnet sie das Ganze. „Weiter, weiter“, ruft sie häufig. Zwei Worte, knapp wie ein Atemzug. Es ist ihr Lieblingskommando auf dem Platz, sagt sie lächelnd.
Eriksson begreift ihre Rolle als Fußballerin nicht nur sportlich. Verantwortung endet für sie nicht mit dem Abpfiff. So engagiert sie sich beispielsweise bei Common Goal, einem internationalen Netzwerk von Fußballerinnen und Fußballern, die einen Teil ihres Einkommens in soziale Projekte investieren. Zudem traf sie gemeinsam mit ihrer Partnerin Pernille Harder den ersten queeren FC‑Bayern‑Fanclub „Queerpass Bayern“. Dies sind nur zwei Beispiele.
Für die Schwedin ist dies kein Aktivismus im klassischen Sinne. Es ist eher eine logische Konsequenz ihres Berufs. „Als Fußballerin hat man eine Plattform“, sagt sie. „Und damit auch eine Verantwortung.“ Viele junge Menschen schauen zu. Besonders Mädchen, die davon träumen, selbst einmal auf großen Bühnen Fußball zu spielen. „Wir können zeigen, wie die Welt sein sollte“, sagt Magda. „Oder zumindest, wie wir hoffen, dass sie sein könnte.“ Es ist ein Gedanke, der sich erstaunlich harmonisch in ihr Spiel überträgt. Auch dort versucht sie, Ordnung zu schaffen. Perspektiven zu öffnen.
Als wir sie am FC Bayern Campus treffen, wirkt sie entspannt. Die Länderspielpause brachte ihr - seit ihrem Rücktritt aus Schwedens Nationalteam - seltene Zeit. „Es fühlt sich anders an, ich vermisse es, aber genau für diese Pausen habe ich diese Entscheidung getroffen.“ Statt Reisen: individuelle Einheiten mit Cheftrainer José Barcala, technische Feinheiten, die im Team-Alltag oft zu kurz kommen. „Ich hatte drei Sessions nur für Ballgefühl und Technik“, sagt sie.
Wenn Magda von diesen Einheiten spricht, leuchten ihre Augen. Sofort wird spürbar, wie sehr sie in diesem Spiel aufgeht. Es sind die Kleinigkeiten, die sie antreiben, die Lust am Verfeinern. Ihr Blick reicht längst über die reine Spielerinnenperspektive hinaus: „Ich liebe es, Fußball zu schauen. Ich liebe es, auf die Details zu achten.“ Eine Zukunft an der Seitenlinie klingt bei ihr weniger nach Option als nach Plan: „Es ist für mich klar, dass ich nach meiner Karriere im Fußball arbeiten werde, vielleicht werde ich Trainerin.“ Und es passt zu dem Bild, das man in München von ihr hat. Co‑Trainerin Clara Schöne formulierte es nicht zuletzt so: „Wenn jemand eines Tages Trainerin sein könnte, dann mit Sicherheit Glódís, Pernille oder Magda.“
Eriksson verbrachte ihre Jugend, ihre ersten Profijahre in Schweden. Der erste große Schritt ihrer Karriere folgte mit 22 Jahren, raus aus den gewohnten Strukturen. Eriksson wechselte zu Chelsea nach London. Es war eine Zeit des Umbruchs im englischen Frauenfußball. Die Liga professionalisierte sich, die Investitionen stiegen, Stadien füllten sich mehr und mehr. „Deutschland hatte damals wahrscheinlich die besseren Teams“, sagt Magda rückblickend. „Aber in England hat gerade etwas Neues begonnen.“ Sie wurde Teil dieser zunehmenden Professionalisiserung. Über die Jahre entwickelte sie sich zur zentralen Figur in der Defensive der Blues, übernahm 2019 sogar das Kapitänsamt. Titel folgten: Meisterschaften, Pokalsiege.
Doch noch wichtiger war etwas anderes: persönliche Reife. „Ich bin mit 22 gekommen und mit 29 gegangen“, sagt sie. „In dieser Zeit bin ich erwachsen geworden.“ London war für sie nicht nur ein Arbeitsplatz. Es war eine Schule des Lebens. Im Sommer 2023 begann schließlich ein neues Kapitel: Eriksson wechselte zu den FCB‑Frauen, gemeinsam mit Harder. Eine Entscheidung, die sportliche Ambitionen und persönliche Perspektiven miteinander verband. München, sagt Eriksson, erinnere sie in vieler Hinsicht an Stockholm: die Architektur, die Nähe zur Natur, die etwas ruhigere Atmosphäre im Vergleich zu London. In der bayerischen Landeshauptstadt fand sie auch eine neue Herausforderung.
Es gibt Titel, die man einplant, und solche, die man ersehnt. Eriksson hat seit ihrem Wechsel zum FC Bayern viel gewonnen: drei Meisterschaften, zwei Supercups - und das binnen nur dreieinhalb Jahren. Aber der Titel, auf den sie am längsten gewartet hat, war der DFB‑Pokal. „Ich war unglaublich enttäuscht“, sagt sie über das verlorene Finale in ihrem ersten Jahr, als die Münchnerinnen dem VfL Wolfsburg unterlagen. „Der Pokal ist so besonders. Weil wir das Finale in meinem ersten Jahr verloren haben, hatte der Sieg im vergangenen Mai für mich so viel Bedeutung.“
Der Weg zu ebenjenem Triumph war dramatisch: ein spektakuläres Viertelfinale gegen Eintracht Frankfurt, das erst in der Verlängerung eine Entscheidung brachte. Und dann dieses Halbfinale gegen Hoffenheim, als die Münchnerinnen dank des Dreierpacks von Harder doch noch ins Endspiel einzogen, obwohl sie bereits 0:2 zurücklagen. Für Magda war der letztliche Pokalsieg gegen Werder Bremen in Köln ein Moment der Erfüllung: „Wir haben unheimlich schöne Momente erlebt, ich habe die Bilder aus Köln noch immer vor Augen.“
Nun wartet also wieder ein Team aus dem Norden: der Aufsteiger aus Hamburg (Mittwoch, 18:30 Uhr im kostenfreien Liveticker auf fcbayern.com). Der nächste Pokal-Akt führt die Münchnerinnen ins Volksparkstadion. Eriksson weiß, dass solche Spiele selten einfach sind. „Es wird ein harter Weg, aber es liegt an uns, unsere beste Leistung zu bringen. Im Pokal genügt oft ein einziger Augenblick, um ein Spiel zu kippen.“ Auch deshalb blickt sie mit Respekt auf die Aufgabe - und mit Vorfreude auf den Gegner. „Ich habe die Reise des HSV im Pokal im vergangenen Jahr verfolgt, habe das Spiel gegen Bremen im ausverkauften Volkspark gesehen. Das hat mich hoffen lassen, dass sie aufsteigen.“
Gleichzeitig ist die Ausgangslage anspruchsvoll. „Es sind nur zwei Tage, um sich auf dieses Spiel vorbereiten zu können. Jeder war durch die Länderspiele an unterschiedlichen Orten. Wir müssen daher schnell zusammenkommen“, erklärt die Schwedin. Trotz des deutlichen Ergebnisses in der Liga warnt sie: „Wenn wir am Campus spielen, bleiben Teams oft tief. Aber jetzt ist es in Hamburg, in ihrem Stadion, ein Pokal‑Spiel – sie werden alles geben, was sie haben.“ Doch genau dies wird Magda mit ihren Mannschaftskolleginnen auch tun. Um wieder einen Schritt näher zu kommen. An das große Ziel Köln.
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So verliefen die Länderspiele aus Münchner Sicht:
So verläuft Lena Oberdorfs Reha aktuell:









































