FC Augsburg
·30 de agosto de 2025
Massengo: "Sehr auf die Atmosphäre gespannt"

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·30 de agosto de 2025
Gerade einmal einen Monat ist Han-Noah Massengo beim FC Augsburg und hat bereits jetzt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der 24-Jährige fühlt sich mit seiner jungen Familie in der neuen Stadt wohl und lernt bereits fleißig Deutsch. Auf dem Platz soll Massengo unter Sandro Wagner die Rolle als Spielgestalter ausfüllen, abseits des Fußballs fasziniert ihn die Fotografie. Woher dieses Interesse kommt, was ihn zum Wechsel nach Augsburg bewog und wieso ihn dort jeder „Hans“ nennt, verriet der Franzose vor dem Spiel gegen den FC Bayern.
Zu Beginn gleich einmal die wichtigste Frage: Han-Noah oder Hans? Wenn du mich persönlich fragst, dann Han-Noah, das ist ja auch mein richtiger Name. Aber wenn Hans den Leuten hier leichter über die Lippen geht, dann ist das für mich auch vollkommen in Ordnung.
Deinen neuen Spitznamen hast du direkt bei deiner Ankunft erhalten. Erzähl doch einmal, wie es dazu kam? An meinem ersten Tag in Augsburg habe ich mit den Verantwortlichen gesprochen. Sie haben gesagt: „Wir wissen, dein Name ist Han-Noah, aber auf dem Platz muss es schnell gehen.“ Und so wurde aus Han-Noah Hans. Für mich ist das kein Problem. Ich kannte das schon aus meinen vorherigen Stationen. In Frankreich hieß ich Noah, in England war ich Han und hier bin ich jetzt der Hans.
Hans ist ein typisch deutscher Name. Konntest du denn nach deinen ersten Wochen hier in Augsburg schon irgendetwas typisch „Deutsches“ an dir feststellen? Es gibt ja das Klischee, dass Deutsche immer sehr viel Wert auf Pünktlichkeit legen, und da bin ich tatsächlich ähnlich. In Frankreich nehmen die Leute das nicht so genau und kommen häufig zu spät, das kann ich gar nicht haben. Wahrscheinlich bin ich in dieser Hinsicht schon ein bisschen Deutsch. Aber insgesamt hat sich für mich mit meiner Ankunft nicht wirklich viel geändert, nur die Sprache ist wirklich noch eine Herausforderung.
Absolvierst du dann aktuell einen Sprachkurs? Ja. Wir haben einmal die Woche Unterricht, der vom Verein aus organisiert wird. Ich habe mir dazu noch einen Privatlehrer gesucht, der zu mir und meiner Frau nach Hause kommt. Wir wollen so schnell wie möglich Deutsch lernen, aber es wird sicherlich noch eine Zeit dauern, bis ich es wirklich beherrsche. Als ich damals mit 18 Jahren nach England gegangen bin, hatte ich sechs Stunden in der Woche Sprachunterricht. Damals hatte ich aber auch noch kein Kind, um das ich mich kümmern musste. Daher schaffe ich aktuell nicht mehr als drei Stunden pro Woche.
Einige deiner Mitspieler standen letztes Jahr vor derselben Situation wie du. Du bist der sechste Franzose hier beim FCA. Haben sie dir geholfen, dich hier zurecht zu finden? Ja und das war eine große Unterstützung für mich. Ich wurde hier aber von allen Spielern sehr herzlich empfangen. Wir sind häufig in unterschiedlichen Gruppen unterwegs. Chrislain Matsima kannte ich zum Beispiel noch aus Monaco. Aber ich habe auch viel mit Phillip Tietz zu tun. Er ist einfach ein verrückter Typ, wir verbringen viel Zeit auf dem Platz und versuchen uns an der ein oder anderen Challenge.
Du hast vorhin bereits deine Zeit in England angesprochen. Du bist mit 18 Jahren auf die Insel gezogen und hast insgesamt fünf Jahre dort gelebt. Ist es für dich inzwischen so etwas wie eine zweite Heimat geworden? Das kann man so sagen. Ich habe als Erwachsener dort die meiste Zeit verbracht. Ich hatte in Bristol meine erste Wohnung, bin dort zum ersten Mal allein Auto gefahren und habe dort auch am längsten mit meiner Freundin zusammengelebt. Häufig haben mich dort auch meine Familie oder Freunde aus Frankreich besucht. Bristol hat sich daher für mich wirklich wie ein neues Zuhause angefühlt. In Burnley war das ein bisschen anders. Ich habe beim Klub wenig Spielzeit bekommen und mich auch sonst dort nicht richtig wohl gefühlt. Insgesamt würde ich sagen, dass ich drei Zuhause habe: An erster Stelle stehen für mich Frankreich und der Kongo, danach kommt aber schon direkt England – und wer weiß: Vielleicht kommt ja auch irgendwann Deutschland dazu.
Bei Burnley hast du zeitweise auch unter dem heutigen Bayern-Trainer Vincent Kompany gespielt. Freust du dich auf ein Wiedersehen mit ihm an Samstag? Natürlich, wir werden sicherlich ein paar Worte miteinander wechseln. Ich respektiere ihn sehr. Aber du kannst dir sicher sein, dass das spätestens ab dem Anpfiff keine Rolle mehr spielt. Da möchte ich nur noch dieses Spiel gewinnen. Es ist ja auch mein erstes Heimspiel in der WWK ARENA und ich bin schon sehr auf die Atmosphäre gespannt. Am schönsten wäre es, wenn wir am Ende gemeinsam einen Sieg bejubeln könnten.
Was hat dich überhaupt daran gereizt, England zu verlassen und in die Bundesliga zum FCA zu wechseln? Schon das erste Telefonat mit den Verantwortlichen hat mein Interesse geweckt. Der Trainer hat mir genau aufgezeigt, was er mit mir vorhat und welche Rolle ich in seinem System spiele. Als ich den Hörer aufgelegt habe, war mir im Grunde genommen schon klar, dass ich diesen Schritt unbedingt machen wollte. Es ging danach auch alles sehr schnell. Besonders schön fand ich, dass der Klub nicht nur mir, sondern meiner gesamten Familie das Gefühl gegeben hat, hier willkommen zu sein.
Auch fußballerisch verlief der Start für dich gut. Du standest sowohl im Pokal als auch beim Bundesliga-Auftakt in der ersten Elf. Was zeichnet dich auf dem Platz aus? Ich würde da keine bestimmte Qualität hervorheben. Als Mittelfeldspieler musst du vielseitig sein. Du musst das Spiel von hinten aufbauen und dich gleichzeitig auch in freie Räume bewegen können. Ganz wichtig ist vor allem Kreativität. Du musst immer ein Auge für deine Mitspieler haben, um sie bestmöglich in Szene setzen zu können.
Kreativ bist du auch abseits des Platzes. Deine Leidenschaft für Fotografie ist seit deiner Ankunft in Augsburg bekannt. Wie kam es eigentlich dazu? Der Auslöser war, dass ich meiner kleinen Schwester eine Kamera geschenkt habe. Sie lebte in meiner Anfangszeit in Bristol bei mir und ich dachte, dass die Fotografie für sie vielleicht ein neues Hobby neben der Schule werden könnte. Letztendlich hat sie sie aber nie benutzt. Ich habe die Kamera dann mit auf einen Urlaub genommen und angefangen ein paar Bilder zu knipsen. Durch Zufall habe ich dann einen Bristol-Fan kennengelernt, der direkt neben mir wohnte und für die Fußballkultur-Website „SoccerBible“ arbeitete. Ich habe ihm von den Fotos aus dem Urlaub erzählt und er hat mich inspiriert, die Kamera auch einmal mit zum Training und in die Kabine zu nehmen. So fing alles an. Die Geschichte und die Technik der Fotografie haben mich von da an fasziniert. Ich habe sehr viel dazu gelesen und einige Videos auf YouTube geschaut. Seitdem lässt mich das Thema nicht mehr los.
Du fotografierst vor allem mit Analogkameras. Was fasziniert dich so sehr an dieser alten Technik? Es ist der gesamte Prozess. Bei der Analogfotografie machst du ein Foto, lässt es entwickeln, vergisst es über diesen Zeitraum und entdeckst es danach nochmal neu. Wenn ich digital fotografiere, schaue ich mir das Bild danach sofort an. Ich kann da nicht lange warten. Ich lade es mir auf meinen Laptop, um es zu bearbeiten. Das hat zwar alles seine Vorteile, reißt mich persönlich aber aus der ganzen Situation. Bei der Analogfotografie mache ich mir vorher Gedanken über die Belichtung und mache dann das Foto. Danach spielt das Ergebnis aber erstmal keine Rolle und ich kann mich ganz auf das nächste Motiv einlassen. Außerdem finde ich die Farbgebung bei analogen Bildern sehr schön. Wenn ich die Bilder ein paar Wochen später erhalten habe, bearbeite ich sie in der Regel kaum.
Sind denn auch schon beim FCA ein paar Schnappschüsse entstanden? Ja, aber noch nicht allzu viele. Normalerweise gehe ich ganz gerne in die Stadt und versuche festzuhalten, wie sie und der Verein miteinander verbunden sind. Das werde ich auch noch hier beim FCA machen, bisher bin ich aber noch nicht dazu gekommen. Davon einmal abgesehen sind aber bereits einige Bilder entstanden. Wenn der Film voll ist, werde ich ihn in ein paar Wochen nach Paris zum Entwickeln schicken. Die Fans werden in nächster Zeit auf jeden Fall einige Einblicke auf meinem Instagram-Kanal zu sehen bekommen.
Dein erstes Heimspiel gegen die Bayern wäre doch sicher auch eine gute Gelegenheit für ein paar schöne Motive. Da hast du recht. Vielleicht gibt es danach ja einige gute Feier-Bilder von uns zu sehen.