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·18 de março de 2026
Mehr als Fußball: Das Derby des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach wird zur politischen Bühne

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Hendrik Broschart
18 März, 2026
Das Derby im RheinEnergieStadion wird zur politischen Bühne. Innenminister erhöhen den Druck auf DFB und DFL, während der 1. FC Köln deutliche Kritik übt. Im Streit um Stadionverbote und Sicherheitskonzepte steht eine richtungsweisende Woche bevor.

Im Spiel gegen den Hamburger SV zündelten FC-Anhänger im Gästeblock. (Foto: Stuart Franklin/Getty Images)
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Das Derby am kommenden Samstag im RheinEnergieStadion ist sportlich wie kulturell ohnehin aufgeladen. Die jüngsten Entwicklungen rund um Sicherheitsmaßnahmen verleihen der Partie nun zusätzliche politische Sprengkraft. Auslöser ist der anhaltende Streit zwischen Politik und Verbänden über die Neuausrichtung der Stadionverbots-Kommissionen. Die Innenministerkonferenz hatte den Verbänden im Dezember zunächst lediglich den Auftrag zur Überarbeitung dieser Gremien erteilt. Weitere diskutierte Maßnahmen, darunter personalisierte Tickets, Blocksperren für Auswärtsfans oder ein Drei-Stufen-Plan, wurden vorerst zurückgestellt. In einem Interview mit dem „Kicker“ machten Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul und Sachsens Innenminister Armin Schuster ihrem Unmut über die schleppenden Fortschritte Luft und drohten offen mit Konsequenzen.
Deutlich wurde vor allem Reul, der mit scharfen Worten Kritik übte. Viele der ursprünglich diskutierten Vorschläge seien „verwässert worden“, übrig geblieben sei lediglich ein Kompromiss zu Stadionverboten. Selbst dieser sei aus seiner Sicht unzureichend. „Da werde ich stinksauer“, sagte Reul. Sollten die Verbände weiterhin zögern, stelle dies ihre Glaubwürdigkeit infrage. Man werde dann auch wieder über Maßnahmen aus dem ursprünglichen Katalog nachdenken, etwa über eine Beteiligung der Vereine an Polizeikosten. Sein Fazit fällt ernüchternd aus: „Mein letzter Stand ist, dass wir im Grunde wieder bei Null stehen.“ Das könne insbesondere Forderungen nach einer stärkeren finanziellen Beteiligung der Klubs neuen Auftrieb verleihen.
Kritik an diesem Kurs kommt vom 1. FC Köln. Geschäftsführer Philipp Türoff widersprach den Aussagen der Innenminister ebenfalls im „Kicker“ entschieden. Pauschale Drohungen, etwa mit der Umlage von Polizeikosten oder verweigerten Genehmigungen, seien „nicht zielführend“. Vielmehr gefährdeten solche Äußerungen die Zusammenarbeit zwischen Klubs und Behörden. „Sie stellen nachweisbar keinen wirksamen Hebel für mehr Sicherheit dar, sondern riskieren, die partnerschaftliche Zusammenarbeit zu untergraben.“
Unterdessen verdichten sich die Gespräche. Nach Informationen der „Sportschau“ haben DFB und DFL sämtliche Profiklubs sowie Vereine aus den Frauen-Bundesligen kurzfristig zu einer Konferenz eingeladen. Dort soll der aktuelle Stand der Verhandlungen mit der Politik erörtert werden. Einen Tag später tagt auf Norderney die Sportministerkonferenz, bei der das Thema Stadionsicherheit im Mittelpunkt steht, insbesondere der Umgang mit Stadionverboten. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Frage nach der künftigen Struktur. DFB und DFL plädieren für überregionale Instanzen, die anstelle der bisherigen lokalen Kommissionen agieren sollen.
Türoff positioniert sich in dieser Debatte klar für den Erhalt der bestehenden Lösungen. In Köln setze man auf enge Zusammenarbeit mit Polizei, Sicherheitspartnern und Fanorganisationen. Dieses Modell habe sich bewährt. „Sicherheit im Stadion ist eine lokale Aufgabe“, betont Türoff. Sie erfordere Ortskenntnis und Fingerspitzengefühl, das eine zentrale Instanz kaum leisten könne. DFB und DFL halten dagegen an ihrem Ziel fest, bundesweit einheitliche Standards zu schaffen. Gleichzeitig betonen sie, dass die grundsätzliche Rolle lokaler Kommissionen erhalten bleiben soll.
Auf das Duell zwischen Köln und Gladbach, das direkt unter dem Eindruck der Sportministerkonferenz stattfinden wird, werden vor dem Hintergrund der Diskussionen noch mehr Augen gerichtet sein als ohnehin schon. Das Derby liefert somit nicht nur sportliche Brisanz, sondern auch eine Momentaufnahme eines zunehmend verhärteten Konflikts.
Ao vivo









































