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·02 de abril de 2026
Mit Spektakel-Fußball: SV Meppen vor Rückkehr in die 3. Liga

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Seit drei Jahren ist der SV Meppen von der Drittliga-Landkarte verschwunden, was trotz der teils weiten Anreise Fans vieler anderer Klubs bedauern. Doch die Rückkehr des traditionsreichen Klubs aus dem Emsland scheint nicht mehr weit. Da lohnt sich ein Blick zur Hänsch-Arena, die selbst gegen Gegner wie Lohne und Schöningen bestens gefüllt ist.
"SV Meppen macht Laune, SV Meppen macht Spaß!“ – im Dreivierteltakt schunkelt das Stadion an der Lathener Straße schon seit etlichen Jahren zum seemannstauglichen Vereinshymne. Und endlich, werden sich viele geplagte Anhänger und Stadt und Region sagen, steckt in den Zeilen wieder jede Menge Wahres! Der ehemalige Drittligist, mit sechs Jahren Zugehörigkeit und 288 gesammelten Punkten immerhin 29. der 70-teiligen ewigen Tabelle der 3. Liga, ist auf bestem Wege zurück auf die nationale Ebene. Natürlich spielt dem Tabellenführer der Regionalliga Nord dabei in die Karten, dass die undankbare (und vielleicht bald abgeschaffte) Aufstiegsregelung im laufenden Jahr eben der Nord-Staffel einen festen Aufsteiger beschert. Doch nachdem der SVM seine Verfolger fast alle abgeschüttelt hat, wird eine Rückkehr immer konkreter. Und auch das Umfeld ist nach wie vor drittliga-reif – mindestens.
Erinnert sich noch jemand an den Moment, als sich der SV Meppen von der Drittliga-Bühne verabschiedete? Nicht an das trübselige 0:2 gegen den SC Freiburg II an jenem 27. Mai 2023, sondern an das, was fünf Tage zuvor in der Hänsch-Arena passierte. Die Emsländer waren am Wochenende bereits ohne eigenes Zutun abgestiegen, aber rafften sich zum allerletzten Montagsspiel der vorläufigen Drittliga-Historie nochmal auf – und vermiesten Dynamo Dresden mit einem 4:1-Sieg nach Rückstand noch den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Es war ein mehr als würdiger Abschied, im Rahmen dessen nicht nur die unmittelbar profitierenden Aufstiegsrivalen dem SV Meppen alles Gute wünschten, sondern auch der Rest der Liga. Die charmante Auswärtsfahrten in die kleine Stadt kurz vor den Niederlanden war ein Highlight des Spielplans, und Meppen ein Klub, den man schwer nicht gernhaben konnte.
Drei Jahre später sieht es an der Ems wieder gut aus. Der SV Meppen ist nach 27 Spieltagen Spitzenreiter der Regionalliga Nord, hat dabei 20 teils deutliche Siege eingefahren und im Schnitt mehr als 2,4 Punkte (insgesamt 65) geholt. Da ist es durchaus erstaunlich, dass überhaupt noch andere Klubs mithalten. Doch der SV Drochtersen/Assel (61 Punkte) erweist sich als zäher Gegner, Rivale VfB Oldenburg ist nach einer kurzen Schwächephase (53 Punkte/zwei Spiele weniger) schon fast am tabellarischen Horizont verschwunden. Im Bundesliga-Vergleich ist Meppen dabei deutlich mehr FC Bayern als Borussia Dortmund: Statt seine Qualität vorsichtig einzusetzen, spielt sich die Mannschaft von Trainer Lucas Beniermann lieber regelmäßig in einen Rausch. 83 Tore haben die Blau-Weißen ihren Gegnern bereits eingeschenkt. Damit sind sie auf gutem Wege, der einzige Fußballverein in Deutschlands höchsten vier Spielklassen neben den Bayern zu werden, der am Saisonende sein Trefferkonto dreistellig füllen wird.
Die Garanten des Erfolgs sind aus Sicht derer, die ihre Augen nicht wöchentlich auf die Regionalliga Nord werfen, absolute No Names. Trainer Beniermann entstammt der Region und lehrt unter dem Lizenzniveau A+ – das entspricht dem höchsten Trainergrad im Nachwuchsbereich. Genau dort war der 35-Jährige auch lange tätig, koordinierte seit 2019 fünfeinhalb Jahre lang die vereinseigene Nachwuchsschmiede aus dem "JLZ Emsland". Im August 2024 folgte der steile Aufstieg zum Cheftrainer. Der Sportliche Leiter kennt wiederum das Millionengeschäft aus ganz anderem Kontext: Der Hamburger Olufemi Smith gewann vor gut 18 Jahren den Jackpot, als er Showmaster Stefan Raab in dessen Show "Schlag den Raab" 2,5 Millionen Euro abknöpfte. In der Fußballbranche fand der Inhaber der UEFA-Pro-Lizenz über lokale Hamburger Klubs sowie Eintracht Norderstedt im vergangenen Sommer den Weg nach Meppen – und verfeinerte den gut besetzten Kader sogleich zu einem Team, das dominiert. Auf Platz 2 in der Saison 2023/24 sowie Platz 6 in der enttäuschenden Vorsaison soll alsbald schon die Krönung folgen.
Smith und Beniermann stehen für die neue Professionalität, die beim SVM Einzug gehalten hat. Vorbei scheint die Zeit, als Trainer wie Torsten Frings, Stefan Krämer und Rico Schmitt eingestellt wurden – mancher passte nicht so recht ins Umfeld, anderer überzeugte rein sportlich nicht. Auch Beniermann hat schon ein Stahlbad hinter sich, als die Rückrunde 2024/25 zu einem Flop wurde und er ins Zentrum der Kritik geriet. "Da bekommt man dann die Brutalität des Geschäfts zu spüren", sagte Beniermann in einem Interview mit der "NOZ" rückblickend. "Es war keine schöne, aber prägende Zeit."
Prägend auch deshalb, weil die Fehler in dieser Rückrunde ausbleiben: Die 4-2-3-1-Formation ist in Stein gemeißelt und funktioniert. Vorne knipst Julian Ulbricht (26) – er steht bei 21 Saisontoren – wie er will, Angebote aus der 3. Liga und angeblich sogar aus der türkischen Süperlig schlug der Stürmer im Winter aus. Auf den Flügeln glänzt der beim 1. FC Köln ausgebildete Oliver Schmitt (25) mit bereits 24 Scorerpunkten, beide waren vor der Saison neu verpflichtet worden. Erfahren in höheren Ligen sind primär Erik Zenga (33) mit der Erfahrung von 106 Zweitliga-Partien, Ex-Münsteraner Thorben Deters (30) und der mittlerweile 37-jährige Simon Engelmann. Aus dem Drittliga-Kader von 2023 und früher ist derweil nur noch Kapitän und Innenverteidiger Jonas Fedl übrig.
Doch neben Fedl hat noch ein anderer wesentlicher Faktor die Treue gehalten: die Fans. Mit 7.100 Besuchern pro Spiel führt der SVM die Zuschauertabelle der Regionalliga Nord mit weitem Abstand an – und das, obwohl allenfalls Rivale Oldenburg, der VfB Lübeck und die befreundeten Kickers Emden für erhöhtes Aufkommen im Gästeblock sorgen. Nein, der SV Meppen boomt ganz von alleine, obgleich immer noch weite Teile der Fans auf nicht überdachten Stehplätzen stehen und das Stadion seinen Charme des vergangenen Jahrhunderts munter bewahrt. Es ist kein Geheimnis, dass im Aufstiegsfall die 13.200 Plätze in der Hänsch-Arena wohl regelmäßiger restlos belegt sein werden als noch im ersten Drittliga-Kapitel zwischen 2017 und 2023.
Die 3. Liga dürfte sich auf diesen SV Meppen freuen, sollte er die Rückkehr meistern. Und angesichts von 14 ungeschlagenen Partien in Folge und einem sehr machbaren Restprogramm muss schon einiges passieren, damit dieses Team auf der Zielgerade stolpert.









































