come-on-fc.com
·15 de junho de 2026
Neuer Kader-Weg beim 1. FC Köln? Eine Tendenz, aber kein Dogma

In partnership with
Yahoo sportscome-on-fc.com
·15 de junho de 2026


Simon Bartsch
15 Juni, 2026
Schon im vergangenen Sommer hat der FC einen Kader-Umbruch angetrieben. Der soll jetzt fortgesetzt werden. Dabei scheint Thomas Kessler tendenziell einen anderen Fokus zu setzen.
Thomas Kessler und Tim Steidten bei einem Spiel des 1. FC Köln
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.



Wie es konkret weitergeht, ist nicht geklärt. Dass es nicht beim FC weitergeht, steht wohl außer Frage. Sargis Adamyan wurde bereits verabschiedet. Der Stürmer hatte sein letztes Jahr in der U21 bei den Geißböcken verbracht, nachdem ein möglicher Wechsel zum VfL Osnabrück noch auf der Zielgerade platzte. Adamyan avancierte zu einem der gefährlichsten Offensivspieler der Regionalliga West, aber ganz sicher auch zum teuersten, denn das ursprünglich vereinbarte Gehalt soll eins der besseren gewesen sein. Und das hatte Gründe. Christian Keller sah in dem Angreifer den absoluten Transfercoup, als er Adamyan 2022 ans Geißbockheim lotste. Den Spieler ließ sich der FC rund zwei Millionen Euro kosten. Und Keller war so überzeugt von den Qualitäten, dass er den damals 29-Jährigen mit einem Vierjahresvertrag ausstattete. Der Rest der Adamyan-Geschichte ist bekannt und falls nicht: Die Bilanz des Armeniers war ganz sicher keine beeindruckende.
Der Stürmer wird oft als Beispiel für schwache Transfers unter Keller genannt. Es gab durchaus auch weitere Spieler, die im fortgeschrittenen Alter zum FC kamen und noch einmal einen langen Vertrag erhielten. Nicht erst unter Keller. Sebastian Andersson wurde von Horst Heldt verpflichtet, war beispielsweise ebenfalls 29 Jahre alt, erhielt immerhin einen Dreijahreskontrakt. Der letzte der Reihe war Imad Rondic. Der Stürmer hatte in der polnischen Ekstraklasa einige Treffer erzielt. Genug, um den Angreifer ebenfalls mit einem langen Kontrakt bis 2029 an den Rhein zu locken. So richtig eingeschlagen hat Rondic nicht und Köln könnte einmal mehr auf einem Spieler sitzen bleiben.
Natürlich holten die Geißböcke in jenen Jahren nicht nur Routiniers. Im Gegenteil, auch Kessler setzte auf junge Akteure wie Eric Martel, Denis Huseinbasic, Rasmus Carstensen oder Jakub Christensen. Nur schlugen diese selten ein und bei vielen Neuverpflichtungen war durchaus das Muster „Erfahrene Spieler, lange Verträge, hohe Fixkosten“. Und eben das Problem, am Ende vielleicht auf Akteuren sitzen zu bleiben, die die Erwartungen dann nicht erfüllten.
Das Muster scheint sich jetzt verschoben zu haben. Zwar holte Thomas Kessler in der Vorsaison mit Marius Bülter (33) und Ron-Robert Zieler (37) ebenfalls zwei Routiniers, doch beide Spieler wurden mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet. Auch Alessio Castro-Montes (29) gehört zu den erfahrenen Spielern und der Belgier verfügt tatsächlich über einen Kontrakt bis 2028. Doch ansonsten wurden durch die Bank Spieler verpflichtet, die zumindest aufgrund ihres Alters durchaus Entwicklungspotenzial besitzen könnten. Und das ging bei einigen Akteuren auch auf. Jakub Kaminski kam nach der Leihe nun für 5,5 Millionen Euro — sein aktueller Marktwert liegt bei 17 Millionen. Jahmai Simpson-Pusey wurde nun für rund fünf Millionen fest verpflichtet, sein Marktwert beträgt neun Millionen Euro. Dass nicht jeder Schuss sofort sitzt, zeigt das Beispiel Rav van den Berg. Für den Innenverteidiger bezahlten die Kölner inklusive Boni mehr als acht Millionen Euro, der Durchbruch ist dem Niederländer noch nicht gelungen. Die Veranlagung gibt aber Hoffnung, dass genau das noch passieren wird.
Allerdings müssen Sportchefs wohl ein gewisses Risiko bei ihren Neuverpflichtungen eingehen, wohlwissend, dass nicht jede Wette aufgeht. Und genau da kommen die Leihkonstrukte ins Spiel. Auch Christian Keller war ein Freund von Leihen, doch dabei ging es oft darum, eigenen Spielern, Spielpraxis zu verschaffen. Von extern wurden „nur“ in dieser Zeit drei Akteure unter einen Leih-Vertrag genommen (auch aufgrund der Transfersperre). Bei Kessler waren es in der Vorsaison gleich sechs – drei gingen auf, drei nicht. Für den FC die Chance, die Spieler erst einmal günstig an den Rhein zu holen, ihre Entwicklung zu beobachten. Durch die vereinbarten Kaufoptionen, also ein geringes Risiko, aber eine echte Möglichkeit.
Die ganze Wahrheit ist natürlich, die richtige Mischung im Kader zu finden. Das galt für die Ex-Geschäftsführer, das gilt für Kessler. Der aktuelle Weg ist sicher kein Dogma, es ist vielleicht eine Tendenz. Vielleicht, weil natürlich auch äußere Umstände Einfluss hatten. Zum Beispiel die Transfersperre, ein nötiger Sparkurs, das Interesse von Spielern und Beratern. Dennoch scheint Thomas Kessler keinen Kader für die nächsten Spieltage zu bauen, vielmehr geht es um einen Kader, der die Qualität für die Bundesliga hat, aber gleichzeitig auch das Potenzial, den Club wirtschaftlich voranzutreiben. Wer einen Spieler für fünf Millionen kauft und ihn für 20 Millionen nach einer Spielzeit wieder gehen lassen muss, scheint jedenfalls einiges richtig gemacht zu haben. Die kommenden Transfers werden das Bild vielleicht deutlicher zeichnen – sie müssten nur langsam kommen.







































